Weil am Rhein Hervorragend, aber sinnlos?

Ingmar Lorenz
Besonders im Bereich der Stadtbibliothek sieht Thomas Bayer Verbesserungspotenzial. Foto: Ingmar Lorenz

Weil am Rhein - Großes Lob und heftige Kritik in einer Wortmeldung: Dieser rhetorische Spagat gelang Thomas Bayer (Grüne) in der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses. Stein des Anstoßes war das Konzept für die Einrichtung einer Fahrradstraße gewesen.

Auf Grundlage des Radverkehrskonzepts der Stadt soll neben anderen Maßnahmen auch der Weg zwischen Stadtbibliothek und Vitra Campus als Fahrradstraße ausgewiesen werden. Wie das aussehen könnte, stellte Heike Prahlow, Geschäftsführerin des Büro Alrutz aus Hannover, in der Sitzung vor. Das Büro hatte die Strecke in sieben Abschnitte unterteilt, und präsentierte für jeden Abschnitt entsprechende Maßnahmen. Diese umfassten unter anderem die Einführung einer abschnittsweisen Einbahnstraßenregelung sowie die klare Ausweisung der Fuß- und Radwege durch entsprechende Markierungen. Zugleich wurde aber auch deutlich, dass in dem betreffenden Bereich bereits vieles verbessert werden könnte, wenn Autofahrer ihre Fahrzeuge nicht mehr unerlaubterweise auf dem Gehweg abstellen würde.

Hier setzte denn auch Thomas Bayer mit seiner Kritik an. Um auf die vorgestellten Maßnahmen zu kommen, hätte es die Beauftragung eines Fachbüros im Grunde nicht gebraucht. Der Ordnungsdienst müsse einfach ordentlich durchgreifen, um das Falschparken einzudämmen. Im Übrigen haben Stadt und Gemeinderat in den vergangenen Jahren viele der Missstände, die Bayer gerade im Bereich der Stadtbibliothek sieht, erst herbeigeführt. „Das haben wir selbst verbrochen.“ Ergo könne die Stadt die Sache auch selbst wieder in den Griff bekommen.

Konzept überarbeiten

Bei aller Kritik sprach Bayer aber auch ein großes Lob an Prahlow aus. „Sie haben ihre Arbeit hervorragend gemacht“, lobte er die erarbeiteten Maßnahmen und Vorschläge. Auch der Idee einer Fahrradstraße stehe er positiv gegenüber, bekräftigte der Grünen-Stadtrat.

Das Ende vom Lied war, dass bestimmte Vorschläge, besonders den Bereich an der Stadtbibliothek betreffend, ins Konzept eingearbeitet werden sollen. Nach der Sommerpause wird das Thema dann erneut aufs Tapet kommen.

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