Weil am Rhein Historie und alltägliches Leben

In der sechsten Folge unserer Sommerserie „Lebensader Hauptstraße“ widmen wir uns dem Museum am Lindenplatz und dem Museumskreis, der seit mehr als 20 Jahren zeigt, wie gelebtes Ehrenamt aussehen kann.

Von Adrian Steineck

Weil am Rhein. Was haben die Themen Erster Weltkrieg, Essen und Genießen, Rundum Rund und die Geschichte von Haltingen gemeinsam? Alle standen bereits im Zentrum einer Sonderausstellung im Museum am Lindenplatz in Alt-Weil. Seit Ende der 1990er-Jahre sorgen die Mitglieder zwei Mal im Jahr dafür, dass es dort liebevoll kuratierte Ausstellungen zur Heimatgeschichte oder Aspekten des alltäglichen Lebens zu sehen gibt.

Und ihnen gehen die Ideen nicht aus. Die nächste Ausstellung, „Weil Welt Weit“, die im Herbst eröffnet wird, beschäftigt sich mit Produkten von Weiler Firmen, die weltweit im Einsatz sind. Dabei handelt es sich etwa um Rückfahrkameras der Firma Raymond, die in Autos der Marke Porsche eingebaut sind. Bei der Ausstellung, die am 13. Oktober eröffnet wird, soll es sowohl einen historischen als auch einen aktuellen Teil geben.

Auf große Resonanz stießen zuletzt auch die Sonderausstellungen „Haholtingas Erben“ über die Geschichte von Haltingen sowie die Ausstellung „Zeitenwende“ über die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf Weil am Rhein. Allein im vergangenen Vereinsjahr waren 3243 Besucher im Museum am Lindenplatz, wie Karl Abing, der Vorsitzende des Museumskreises, bei der jüngsten Hauptversammlung verkündete.

Mit Rahmenprogramm

Daneben organisiert der Museumskreis ein vielseitiges Rahmenprogramm im Museum am Lindenplatz. Um auch junge Leute für das Museum zu begeistern, gibt es regelmäßige Schulaktionen im Rahmen der „Museumskids“, bei denen unter anderem gemalt und gebastelt werden kann.

Gegründet wurde der Weiler Museumskreis im Jahr 1997, im Zuge der Vorbereitungen auf die Landesgartenschau „Grün 99“. Der Museumskreis ist aus den Reihen der Stadtführer entstanden. Kulturamtsleiter Tonio Paßlick hatte die Idee dazu. Michael Feldges war damals Museumspädagoge, der 1997 mit einem Teil der Stadtführer die Sonderausstellung „Mauern erzählen“ erarbeitet hatte. Eine Spende der Narrenzunft über 500 Mark bildete den finanziellen Grundstock des Vereins.

Seit seiner Gründung haben die Mitglieder des Museumskreises bereits mehr als 40 Ausstellungen auf die Beine gestellt. Kuratiert werden diese seit dem Jahr 2017 von Barbara Brutscher, die anders als die Museumskreismitglieder festangestellt ist. Die Museumskreismitglieder üben ihr Engagement ehrenamtlich aus und opfern ihre Freizeit, etwa wenn bei den sonntäglichen Öffnungszeiten des Museums Führungen angeboten werden.

Mitstreiter gesucht

Zugleich sucht der Museumskreis ständig weitere Mitglieder. Diese können spontan zu den wöchentlichen Treffen kommen, die immer donnerstags ab 19 Uhr im Museum am Lindenplatz stattfinden, oder sich an Karl Abing, E-Mail karlabing@posteo.de, wenden.

Unter dem Titel „Lebensader Hauptstraße“ steht die Sommerserie unser Zeitung.

Bereits erschienen:

Folge 1, 12. August: Zollamt Folge 2, 13. August: TAM

Folge 3, 14. August: Altweiler Schlössli

Folge 4, 15. August: Winzer Schneider

Folge 5, 16. August: Altweiler Kirche

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