Weil am Rhein Höhere Steuer schreckt ab

Die Zahl der Kampfhunde ist seit Einführung der erhöhten Steuer leicht gesunken. Foto: sba

Weil am Rhein - Mehr Hundesteuereinnahmen, weniger als gefährlich eingestufte Vierbeiner: Die vor einem Jahr eingeführte Kampfhunde-Steuer zeigt Wirkung. Doch auch die ganz kleinen Hunde sorgen für Gesprächsstoff.

Insgesamt 1118 Hunde sind aktuell beim Rathaus gemeldet, wofür Herrchen und Frauchen eine Steuer entrichten müssen. Die meisten bezahlen für ihren treuen Begleiter 99 Euro im Jahr, für jeden weiteren Hund 198 Euro.

Steuereinnahme steigt

Zehn Vierbeiner fallen hingegen in die Kategorie „Gefährliche Hunde“, zu denen die Kampfhunde zählen. Und für diese Tiere müssen nach dem Beschluss des Gemeinderats seit gut einem Jahr deutlich höhere Steuern bezahlt werden – für den ersten Kampfhund 600, für jeden weiteren sogar 1000 Euro. Seit Jahresbeginn 2018 ist daraufhin die Zahl der in Weil am Rhein gemeldeten Kampfhunde von zwölf auf zehn leicht gesunken, wie die Verwaltung auf Anfrage erklärt. Dennoch hat sich die Kampfhundesteuer auf den Steuersäckel ausgewirkt. Statt knapp 118 700 Euro flossen rund 126 900 Euro an Hundesteuer-Einnahmen.

Ziel: Weniger Kampfhunde

Nicht nur, dass es in Weil nun weniger Kampfhunde gibt, wertet die Stadt als Erfolg, sondern auch, dass die Zahl nicht gestiegen ist. Ziel der Einführung war es laut Bürgermeister Rudolf Koger, die Anzahl von Kampfhunden gering zu halten. „Aus meiner Sicht ist dies als richtiger Schritt zu werten. Wir haben keine Zunahme, sondern im Gegenteil bereits einen leichten Rückgang zu verzeichnen.“ Innerhalb der vergangenen Jahre hätten schließlich die Anfragen an das Ordnungsamt von Bürgern, die sich einen solchen Hund anschaffen wollen, merklich zugenommen. Nun gab es sogar Fälle, dass Besitzer ihren Kampfhund wegen der hohen Steuerbelastung abgegeben haben. Kampfhunde sind erlaubnispflichtig und müssen vom Ordnungsdienst erfasst werden.

Auch kleine Hunde kosten

Zwar nicht so hoch, doch ebenfalls steuerpflichtig sind auch alle übrigen Hunderassen – unabhängig von Größe und Gewicht. „Hunde werden bei uns nicht gewogen und müssen nicht unter einer Latte durchlaufen. Jeder Hund ist steuerpflichtig“, betont Stadtsprecherin Junia Folk. Es sei erstaunlich, wie vielen Hundebesitzern das nicht bewusst ist.

Gezielte Kontrollen, ob Hundemarken um den Hals gehängt wurden, gibt es nicht. Doch ein Auge hat die Stadt schon darauf, dass im Sinne der Steuergerechtigkeit auch für den Vierbeiner die fällige Steuer entrichtet wird.

Ohne Beutel-Ständer

Ihre Notdurft verrichten müssen die Hunde auch. Und hier verzichtet die Stadt Weil im Gegensatz zu anderen Kommunen darauf, Kotbeutel-Ständer im öffentlichen Raum zu positionieren. Und das sorgt im Rathaus immer mal wieder für die Frage „Warum nicht?“ Folk: „Der Grund liegt darin, dass diese häufig zweckentfremdet werden, zum Beispiel von spielenden Kindern, und die Tüten dann in der Landschaft herum liegen.“ Stattdessen bekomme jeder Hundehalter mit dem jährlichen Brief zur Steuer einen Gutschein pro Hund, mit dem er sich im Rathaus die Tüten abholen kann – zehn Beutel mit jeweils 30 Tütchen, unterm Strich also 300 Tüten pro Jahr.

An den beliebten Strecken am Tüllinger und an der Wiese im Dreiländergarten hat die Stadt zudem verstärkt Körbe positioniert, in welche die Hundekotbeutel geworfen werden können. Damit soll verhindert werden, dass noch mehr Kottütchen in der Landschaft liegen.

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