Weil am Rhein Hygienekonzept der Knackpunkt

Das Alte Rathaus dient als „Haus der Vereine“. Foto: Saskia Scherer

Weil am Rhein -  Das kulturelle Leben ruht wegen der Pandemie seit vielen Monaten. Die unter dem Dach des Kulturrings organisierten 27 kulturtreibenden Vereine in Weil am Rhein warten auch aktuell ab, wie es weitergeht, weiß der Vorsitzende René Winzer. Die Hygieneauflagen bilden dabei einen Knackpunkt, auch im Haus der Vereine.

Am Willen liegt es bei den aktiven Ehrenamtlichen nicht. Nach Monaten des Verzichts wünschen sich die Verantwortlichen wieder mehr kulturelles Leben. Zuletzt hat schon einmal die Orchestergesellschaft Weil am Rhein Konzerte für November angekündigt, der Probenbetrieb ist am Montag wieder unter den geltenden Auflagen aufgenommen worden.

Bis auf weiteres gibt es laut Internetseite beim Musikverein Märkt zwar keine Proben, doch für das coronabedingt abgesagte Fischerfest hat der Verein einen Fisch-Abolservice auf die Beine gestellt.

„Viele Vereine warten ab bis nach den Sommerferien“, weiß der Kulturring-Vorsitzende Winzer jedoch um die insgesamt noch an den Tag gelegte Zurückhaltung. Alles sei auf Eis gelegt worden.

Auch die Dachorganisation der 27 kulturtreibenden Vereine wartet noch ab. Denn der Kulturring müsste für die Umsetzung von Veranstaltungen ebenso ein Hygienekonzept erstellen. „Von uns aus ist es aktuell nicht stemmbar“, mussten Winzer und seine Mitstreiter voerst erkennen.

Als einzige kulturelle Veranstaltung in der nächsten Zeit ist ihm das Autokino bekannt, das als Ersatztermin für das abgesagte Kieswerk-Open-Air vom Kulturamt realisiert wird. Dieses arbeitet darüber hinaus zwar noch an weiteren Corona-konformen kulturellen Angeboten, doch noch ist nichts in trockenen Tüchern (wir berichteten). Winzer steht aber auch mit dem Kulturamtsleiter Peter Spörrer im Gespräch.

Die Stadt hatte den Vereinen zwar schon vor Monaten direkt mitgeteilt, dass das Haus der Vereine an der Hinterdorfstraße in Alt-Weil bis Oktober wegen der Pandemie nicht mehr genutzt werden kann, doch davon ist man mittlerweile abgerückt. Vielmehr müssen die ehrenamtlich tätigen Vereinsvertreter bei Interesse nun ein Hygienekonzept vorlegen, falls sie städtische Räumlichkeiten nutzen wollen.

Für Winzer steht angesichts des damit verbundenen organisatorischen und personellen Aufwands fest, dass vorerst nichts umgesetzt wird. „Die Vorschriften sind so aufwendig, dass sie nicht umsetzbar sind.“

Die Orchestergesellschaft Weil am Rhein habe dies vor dem jüngsten Lockdown zu spüren bekommen. Trotz ausgefeiltem Hygienekonzept habe es dann doch nicht geklappt mit den Konzerten. Proben von Vereinen im Alten Rathaus seien aufgrund der geringen Fläche pro Raum auch kaum denkbar.

„Für die Vereine geht weiter nichts“, bedauert Winzer. Selbst die Generalversammlung des Kulturrings ist mittlerweile wieder verschoben worden, nach Mai und Oktober 2020 auch der Termin im vergangenen Monat. Nunmehr soll im September getagt werden. „So schnell wie möglich“, wie Winzer betont. Damit soll vermieden werden, dass bei einer möglichen weiteren Corona-Welle man wieder den Termin absagen muss.

Die Mitgliedsvereine werden durch den Kulturring-Chef weiter per Mail auf dem Laufenden gehalten. Von deren Seite hört Winzer jedoch relativ wenig. Diesen gehe es aber soweit gut, auch wenn die Einnahmen 2020 und 2021 fehlen würden. „Die kulturtreibenden Vereine stehen finanziell auf gutem Fuße, um die zwei Jahre zu überstehen.“ Größere Mitgliederverluste gebe es auch nicht.

So ruht auch die Hoffnung des Kulturrings auf einer Wiederbelebung des Kulturlebens im zweiten Halbjahr. „Ich bin sehr zuversichtlich.“ Zugleich hofft Winzer, dass nicht eine neue Corona-Welle die Hoffnung wegspült.

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