Weil am Rhein Idee stößt schon auf Begeisterung

Michael Kuttler aus Märkt will sich für legale Mountainbike-Trails in der Region einsetzen. Foto: zVg

Weil am Rhein-Märkt - Für legale Mountainbike- Trails rund um Lörrach will sich Michael Kuttler aus Märkt stark machen. Innerhalb kurzer Zeit konnte er Kontakt zu zahlreichen Interessierten knüpfen, die sich einbringen wollen. Damit soll nicht nur ein Angebot geschaffen, sondern auch den illegal angelegten Strecken entgegengewirkt werden.

Die Idee spukt dem 39-Jährigen schon länger im Kopf herum, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung sagt. Seit 1995 fährt er Mountainbike. „Früher waren wir die ,verrückten Jugendlichen’, aber das hat sich gewandelt. Mountainbiken ist eine gesellschaftsrelevante Sportart für Jung und Alt.“

Das Thema Infrastruktur beschäftige ihn seit Jahren. Er habe, als er noch in Norddeutschland wohnte, immer wieder an Bike-Trails oder -Parks mitgewirkt. „Nur hier geht nichts voran, obwohl es eine Top-Gegend ist“, sagt Kuttler. Stattdessen würden immer wieder illegale Trails gebaut. „Ich habe zwei kleine Söhne und wünsche mir auch für sie andere Bedingungen, sollten sie der Sportart einmal nachgehen.“ Für seine Kunden seien solche Strecken ebenfalls interessant – der Märkter besitzt mehrere E-Bike-Shops.

In Baden-Württemberg gelte die „Zwei-Meter-Regelung“: „Mountainbiker dürfen nicht auf Wegen fahren, die schmaler sind.“ Das sei im Landesforstgesetz verankert und gebe es sonst nirgendwo in Deutschland. Kuttler spricht von einer Ausgrenzung der Mountainbiker. „Der Wald ist ein Erholungsort für alle.“ Seine Vision: „Jeder Ort braucht eine Bike-Strecke, so wie auch jeder Ort einen Bolzplatz hat.“

Immenser Zuspruch

Der Zuspruch, den er bereits erfahren habe, sei immens: In WhatsApp-Gruppen hätten sich in den vergangenen eineinhalb Wochen bereits mehr als 300 Interessierte fast aller Altersklassen zusammengefunden. „Da fallen Kommentare wie ,endlich’ und ,das brauchen wir’“, berichtet Kuttler. Es wurde bereits ein Organisations-Komitee gegründet, in dem die Vereinsgründung thematisiert wird. Mehr als 100 der Gruppenmitglieder hätten bereits zugesagt, Mitglied werden zu wollen. Das rechtliche Konstrukt eines Vereins ermögliche Versicherungsschutz, langfristige Planung und Verbindlichkeit – „und das ist für Stadt, Landratsamt und Forstbehörden extrem wichtig“, meint der Mountainbiker.

Für die Kommunikations-Kanäle hat sich ebenfalls ein Team formiert: Es gibt unter anderem eine Facebook-Gruppe, ein Insta­gram-Profil und eine eigene Webseite in Form eines Forums, das unter http://mountainbike-loerrach.de zu finden ist. Somit werden diverse Gesprächsplattformen geboten. „Wir haben auch schon verschiedene Umfragen gestartet, wer sich wo einbringen könnte.“ Kontakte zu anderen Vereinen seien zudem geknüpft. „Und jetzt in der Corona-Zeit findet ja ohnehin fast alles online statt.“

Der Verein würde sich dann nicht nur um den Bau der Strecken kümmern, sondern auch um Pflege und Wartung. Die Trails sollen schließlich nicht in zwei Jahren verrotten. Das Ziel sei ein Bike-Trail-Netzwerk in der Region – möglicherweise mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Auch für den Bau hätten sich bereits mehr als 100 Mountainbike-Fans gemeldet. Weitere Interessierte könnten anderweitig ihre Erfahrung einfließen lassen. „Es war meine Initiative, aber es ist schon nicht mehr mein Projekt“, freut sich der Märkter.

Mit legalen Trails könnte man auch den illegalen Strecken entgegenwirken, meint Kuttler. „Es gilt, Wildwuchs wie in Egringen, Rümmingen oder am Tüllinger einzudämmen.“ Ihm ist aber auch klar, dass für das Projekt Geduld nötig sein wird: „Wenn wir den ersten offiziellen Trail in einem Jahr bekämen, wäre das schon sehr schnell.“ Die Verantwortlichen wüssten auch, dass es schon einige Anläufe in und um Lörrach gegeben habe, die erfolglos waren. „Wir geben aber nicht auf.“

Interessierte können sich unter anderem im Forum unter http://mountainbike-loerrach.de oder via Facebook (Gruppe „MTB Verein Lörrach“) einbringen. Eine direkte Kontaktaufnahme mit Michael Kuttler ist per E-Mail an m.kuttler@ekone.de möglich.

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