Weil am Rhein-OB-Wahl Im Herzen Kommunalpolitikerin

Beatrice Ehrlich
Trinational vernetzt: Diana Stöcker auf der Dreiländerbrücke zwischen Weil am Rhein und Huningue. Foto: Beatrice Ehrlich

Diana Stöcker kandidiert für die Oberbürgermeisterwahl in Weil. Was sie hier beobachtet hat und wie es weitergehen soll, beschreibt die 53-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung.

Sie ist der Wahlkampf-Routinier im Kreis der Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt in Weil am Rhein: Diana Stöcker. Für Fotos hat die direkt gewählte Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Lörrach-Müllheim mit immer verschiedene Mäntel im Auto mit dabei. So kann sie jeweils auf eine gewisse Auswahl an „Looks“ zurückgreifen.

Die Sitzungswoche im Bundestag ist vorbei. Jetzt, während ihrer Zeit im Wahlkreis, kann sie sich mit voller Energie dem Wahlkampf widmen. Ihre Termine außerhalb Weils hat sie während dieser Zeit etwas eingeschränkt, berichtet sie beim Gespräch in der Espressobar in der Dreiländergalerie. Den Ort habe sie ausgewählt, weil hier so viel zusammenkomme, sagt sie. Die Trambahn, die bislang hier endet, die Innenstadtentwicklung, Handel und Wandel.

Gemeinsame Projekte und Anerkennungskultur

In Weil falle ihr das starke Engagement in der Bürgerschaft auf, sagt Stöcker, die aus Karlsruhe stammt, sei es im Bereich Blaulicht, im sozialen Bereich, in Bildung, Kultur oder Sport. „Eine Stadtgesellschaft trägt sich durch bürgerschaftliches Engagement“, ist sie sich sicher. Darauf könne eine Stadtverwaltung aufbauen.

Durch die Einbindung der Engagierten in städtische Projekte, aber auch durch eine Anerkennungskultur will sie das Ehrenamt fördern. Auch sie selbst engagiere sich sozial, merkt sie an: Als Vorsitzende des Vereins „Chinderlache“, im Kiwanis-Club und mit der Betreuung und dem Coaching junger Geflüchteter.

Gewerbestruktur fördern und ausbauen

Wirtschaftsförderung sei für sie „Chefsache“, sagt Diana Stöcker, etwas, dem sie vor vielen anderen Dingen Priorität einräumt. Denn: Wenn es der Wirtschaft nicht gut gehe, gehe es der Stadt nicht gut. Ohne eine gesunde Unternehmensstruktur leide das Soziale. In vielen Gesprächen sei deutlich geworden, dass diese sich die Stadt als aktiven Partner wünschen. Regelrecht ins Schwärmen gerät Stöcker angesichts der „vielseitigen Gewerbestruktur“ in Weil. Es gebe inhabergeführte Geschäfte mit besonderem Angebot. Auf ihrer „Gewerbe-Tour“ mit Klaus Michael Effert hat sie zudem nicht wenige „Hidden Champions“ kennengelernt, die von Weil am Rhein aus Hochtechnologie in die ganze Welt bringen.

Die lokale Wirtschaft weiterentwickeln

Angelehnt an ihre Erfahrung in Lörrach, wo sie 16 Jahre lang für die Wirtschaftsförderung zuständig war, würde sie als Oberbürgermeisterin „Anker“ suchen, anhand derer in der Folge wirtschaftliche „Cluster“ gebildet werden könnten. In Weil könnte das zum Beispiel das Thema Architektur mit dem neuen Studiengang auf dem Vitra Campus sein.

Als weiteres großes Thema für Weil nennt Stöcker die Innenstadtentwicklung. Die Weiterentwicklung der Tramlinie 8 sieht sie als positiv für Weil. Gespräche mit Bürgern haben ihre Annahme bestätigt, dass diese der Tramverlängerung grundsätzlich wohlwollend gegenüberstehen. „Man muss die Leute mitnehmen“, hält sie fest.

Stichwort Tram 8+: In Varianten denken

In Friedlingen habe die Tram den Stadtteil höherwertiger gemacht, teile ihn aber zugleich. Statt in einem eigenen Gleisbett mit Bordsteinen würde Stöcker die Tram in der Hauptstraße daher ebenerdig weiterführen. Anlieger und Nutzer der Straßenbahn müssten in die Planung eingebunden werden. „Wir müssen in Varianten denken“, unterstreicht sie. Und sie ergänzt: Bei einem Thema wie der Innenstadtentwicklung müsse man in großen Zeiträumen denken – 25 Jahre in die Zukunft, nicht vier oder fünf.

Großes Netzwerk als Grundlage fürs Gestalten

„Ich bin Teamplayerin“, sagt Stöcker, gefragt, auf wen sei bei der Gestaltung der Stadtpolitik setzen möchte. Seien es Ehrenamtliche, Unternehmen, Schulen oder die Verwaltung, es gehe stets darum, herauszuhören, was einen jeden antreibe, sich einzubringen zum Wohl der Stadt. Unterstützt wird Stöcker von den Stadtverbänden der CDU und den Freien Wählern, ihre Kampagne habe sie selbst mit einem Helfer auf die Beine gestellt. Ihre Reden, auch im Bundestag, schreibt Stöcker, Mutter eines erwachsenen Kindes, stets selbst.

In acht Jahren: Stöckers will, dass die Tram durch die Innenstadt fährt, und alle Verkehrsteilnehmer zufrieden sind. Durch ein präzise abgestimmtes Buskonzept sind auch die Bewohner der Ortsteile eingebunden. Es gibt attraktive Plätze und einen ansprechenden Gewerbemix, aber auch eine offene Kommunikationskultur.

Sie sei im Herzen Kommunalpolitikerin, hält Stöcker abschließend fest. Auch als Abgeordnete in Berlin habe sie stets die kommunale Perspektive mitgedacht und sich dafür eingesetzt, dass der Politik vor Ort Gestaltungsspielräume bleiben.

In eigenen Worten

Das bin ich
Ich sehe mich als Macherin. Ich bin nah bei den Menschen, offen und bodenständig. Ich krempele die Ärmel hoch.

Das zeichnet mich aus
meine 30-jährige Berufserfahrung in Wirtschaft, Verwaltung und Politik, die starke kommunale Verankerung und das Netzwerk, auf das ich zurückgreifen kann, auch trinational. Ich sehe, wo die Notwendigkeiten liegen und begegne dem mit einer klaren Strategie und einem Konzept.

Dafür brenne ich
Menschen zu begeistern. Ein klares Ziel zu setzen und Dinge gemeinsam umzusetzen. Wege zum Ziel zu finden – das ist dass allerwichtigste.

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