Weil am Rhein In Friedlingen tut sich trotz Pandemie einiges

Die Karte im Schaukasten in Friedlingen, die verschiedene Angebote zeigt                     Foto: Saskia Scherer

Weil am Rhein -  Trotz der erschwerten Bedingungen ist die Friedlinger Quartiersmanagerin Sonia Bekhoucha-Held nicht untätig. „Es ist mit Corona sehr schwierig, aber dafür ist viel passiert“, berichtet sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

Nach einer ersten Kennenlern-Phase im Sommer folgte die Einwohner-Aktion „Unser Friedlingen“ im Oktober, in deren Rahmen sie das Gespräch mit Bürgern suchte (wir berichteten). Mit rund 40 Friedlingern kam sie in Kontakt. „Sie haben ganz offen erzählt“, freut sich die Quartiersmanagerin. Die Ergebnisse der Gespräche will sie im Gemeinderat vorstellen.

„Es gab aber auch noch zwei anderen wichtige Projekte“, erzählt Bekhoucha-Held weiter. Zum einen nahm sie sich mit verschiedenen Akteuren des Themas „fehlende öffentliche Toilette“ an. „Die Wärmestube schließt aktuell um 16 Uhr.“ Damit die Obdachlosen auch anschließend noch eine Toilette benutzen können, wurde als Zwischenlösung an der Wärmestube ein Dixi-Häuschen aufgestellt. „Das soll nicht so bleiben, aber es ist schon mal was“, findet die Quartiersmanagerin.

Mit der Wärmestube ist noch ein zweites Projekt ins Auge gefasst: eine Kleiderkammer. „Es gibt zwar schon eine für die Obdachlosen, aber gemeinsam mit den Elternmentoren wollen wir zu festen Zeiten eine Kleiderkammer für alle anbieten.“ Coronabedingt stelle sich dies allerdings kompliziert dar. „Aber wenn es wieder möglich ist, sind wir bereit.“

Generell werde sie von allen Friedlinger Akteuren „super unterstützt“. „Die Energie ist da.“ Es finden auch regelmäßig gemeinsame Videokonferenzen statt.

Während ihrer Arbeit hat Bekhoucha-Held herausgefunden, „dass es in Friedlingen viel gibt, aber das nicht allen bekannt ist“. Deshalb wurde ein Schaukasten an der Ecke Hauptstraße/Blauenstraße aufgestellt. Dort finden die Bürger unter anderem eine Karte mit verschiedenen Angeboten im Stadtteil, aber auch Flyer. „Klar, im Moment ist das nicht so viel“, weiß die Quartiersmanagerin. Sie ist jeden Mittwoch ab 15 Uhr als Ansprechpartnerin vor Ort (außer bei Regen) und tauscht sich mit den Einwohnern aus. Es sei zwar kein Raum, aber es werde Raum für Begegnung geboten. „Ich sehe auch sonst öfter Leute dort stehen und freue mich.“

Die Karte im Schaukasten kann über einen QR-Code gescannt und auch online abgerufen werden: über die Webseite, die unter https://friedlingenqm.wixsite.com/unserfriedlingen erreichbar ist. „Diese ist ganz neu, sie wurde zeitgleich mit dem Schaukasten ins Leben gerufen“, berichtet Bekhoucha-Held.

Verschiedene Aktionen sind geplant

Auf der Homepage wird auch bereits auf drei geplante Aktionen hingewiesen, die die Quartiersmanagerin kurz näher erläutert: Zum einen soll es eine Einwohner-Por­t­raitaktion geben, in deren Rahmen kleine Interviews mit Bürgern geführt und dann als Video veröffentlicht werden. Das zweite Projekt soll Friedlingen grüner machen. Für eine Blumen-Aktion stehen Samentütchen zur Verfügung, um die Nachbarschaft zum Blühen zu bringen. Wer gerne seine Lebensgeschichte erzählen oder Samen verteilen würde, kann sich melden.

Außerdem ist in Zusammenarbeit mit dem Friedlinger Stadtteilverein wieder eine Einwohner-Aktion angedacht – so wie im Oktober vor dem Rheincenter, dieses Mal soll sich diese aber „bewegen“, kündigt Bekhoucha-Held an.

„Mal sehen, wie es ankommt“, meint die Quartiersmanagerin. Auch die Sprachbarriere hat sie auf dem Schirm, schließlich werden in Friedlingen viele verschiedene Sprachen gesprochen. „Bei den Interview-Videos können wir via Youtube vielleicht die Übersetzungsfunktion nutzen“, hofft sie.

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