Weil am Rhein In Friedlingen tut sich viel

Weil am Rhein - Zum vierten Neujahrsempfang hatte der Stadtteilverein Weil am Rhein-Friedlingen am Montagabend eingeladen. Es standen nicht nur die Friedlinger Projekte und Aktionen im Mittelpunkt, sondern auch das gegenseitige Kennenlernen und der gesellige Austausch.

Vor ihrem Rück- und Ausblick lieferten sich Vereinsvorsitzende Gabriele Moll und Volker Hentschel, zweiter Vorsitzender, einen gespielten Schlagabtausch. Hentschel übernahm dabei verkleidet die Rolle des „Stänkerers“, der alles mies macht, bis Moll ihn überzeugen konnte, dass es 2019 auch viele schöne und erfolgreiche Erlebnisse gab. „Es geht darum, ob man das Glas als halb voll oder halb leer sieht“, erklärte sie nach dem Sketch. Und Hentschel ergänzte: „Wir haben nichts gegen Kritik, aber nur Motzen bringt nichts.“

Rückblick

Als „Wort des Jahres“ nannte Moll den „Quartiersmanager“, der beim Neujahrsempfang 2019 aufs Tapet gebracht worden war. Bereits wenige Wochen nach dem Antrag folgte die Förderzusage aus Stuttgart, erinnerte sie. Die Stelle, die bei der städtischen Wohnbau angesiedelt sein wird, sei ausgeschrieben worden. „Wie weit man mit der Besetzung ist, wissen wir allerdings nicht“, teilte Moll mit.

Im Jahr 2019 habe sich viel getan im Bereich Investitionen, resümierte Hentschel – „mit sicht- und greifbaren Handlungsschritten“. Er blickte auch auf Kurioses zurück, beispielsweise einen gesprengten Geldautomaten oder einen Einkaufswagen, der vom Parkdeck geworfen wurde.

Mit Dagmar Jetter begrüßte die Friedensgemeinde eine neue Pfarrerin. Außerdem fand vor fast exakt einem Jahr der erste Frauen- und Mädchenabend im Mehrgenerationenhaus statt. Dieser komme sehr gut an. „Die Teilnehmerinnen fragen beim Gehen immer schon nach dem nächsten Termin“, berichtete Organisatorin Nilufar Hamidi. Am 14. Februar findet wieder solch ein Abend mit Tanz statt.

Ausblick

2020 stehen laut Moll traditionelle Termine wie Stadtteilfest, Stadtteilrunde, Stammtische, Stadtführung, Aktionen im Quartierszentrum „WiKi“, Ferienprogramm oder Fahrradwerkstatt auf dem Programm. Ob das Mittsommerfest im Kesselhaus wieder stattfinden kann, stehe noch nicht fest. Aufgebaut werden soll ein Nachbarschaftsnetzwerk.

Rühle zieht Bilanz

Mit mehr als 13 Millionen Euro sei Friedlingen ein Investitionsschwerpunkt, berichtete UFW-Gemeinderat und Vereinsmitglied Andreas Rühle. Aber auch private Investitionen gebe es. Bei den künftigen Entwicklungsflächen regte er an, auch für Senioren etwas zu bieten. Die Investitionen dann mit Leben zu füllen, liege an ihnen allen. Er appellierte, die Möglichkeiten zu nutzen.

„Ich bin überzeugt, dass Friedlingen in 15 Jahren ein sehr begehrter Standort sein wird, auch über die Stadtgrenzen hinaus“, blickte Rühle voraus. Das ÖPNV-Angebot sei sehr gut, in Friedlingen könne man auf das Auto verzichten. Außerdem erlebe man dort immer wieder, wie selbstverständlich die Landesgrenzen überschritten werden. „Das ist eine wichtige Errungenschaft“, freute sich Rühle und motivierte die Besucher, sich auch an „Kleinigkeiten“ zu erfreuen.

Grußwort des OB

Oberbürgermeister Wolfgang Dietz lobte die Initiative des Stadtteilsvereins, bei der es sich um „keine Eintagsfliege“ handele. In Weil gebe es zwei Stadtteile mit einer effizienten und guten Lobby – Haltingen und Friedlingen. „Es gilt aber auch, zu beachten, welche Interessenslagen es in den anderen Weiler Stadtteilen gibt und das große Ganze nicht zu vergessen, um das Bestmögliche zu erreichen“, betonte er.

Seit fünf Jahren fährt die Tram 8 von Basel nach Weil am Rhein und zurück, was im Dezember gefeiert wurde, erinnerte Dietz. „Die Hauptstraße hat ein ganz anderes Gesicht als vor 20 Jahren“, meinte der OB. Er blickte außerdem zurück auf den Spatenstich für „Juno II“. Auch in die Sportplätze werde sehr viel investiert. Bei der Rheinparkerweiterung wurde die Ausschreibung für den ersten Bauabschnitt getätigt, die Angebote würden derzeit geprüft. Ziel für das ehemalige Lofo-Areal sei, über die Jahre gute Unternehmen anzusiedeln. „All das geht natürlich nicht von heute auf morgen“, war sich der OB im Klaren. Es handele sich um mittelfristige Projekte, die einige Jahre in Anspruch nehmen.

Weil am Rhein (sas). Für die passende Umrahmung des Neujahrsempfangs des Stadtteilvereins sorgten zum einen wie jedes Jahr die Kinder der Rheinschule mit einigen Liedern. „Sie treten hier schon auf, seit es den Empfang gibt“, freute sich Vorsitzende Gabriele Moll. Ebenfalls zum wiederholten Mal mit dabei war der Weiler Gospelchor „Chorisma“.

Zum ersten Mal beteiligten sich die jungen Tänzerinnen des albanischen Kulturvereins „Lira“ mit ihren Darbietungen aus dem Bereich des Folkloretanzes. Und dann gab es noch eine Premiere: Die Friedlinger Bierbrauer, die im Kesselhaus angesiedelt sind, gaben exklusiv eine Kostprobe ihres Wirkens und schenkten beim anschließenden Apéro erstmals ihr selbst gebrautes Bier aus.

Weil am Rhein (sas). „Ich stehe heute das letzte Mal hier vorne“, erklärte Gabriele Moll beim Neujahrsempfang des Friedlinger Stadtteilvereins. Nach sechs Jahren als Vorsitzende wolle sie sich spätestens im Herbst in den Hintergrund zurückziehen und wieder mehr bei anderen Projekten einbringen, unter anderem im Quartierszentrum „WiKi“ an der Hardtstraße, aber auch privat.

Als Nachfolger für ihren Posten wünschte sie sich am liebsten einen Friedlinger Bürger. „Es wird auch nicht mehr so arbeitsintensiv“, warb sie, da eine 450-Euro-Stelle geschaffen wurde, die mit Olaf Müller besetzt ist. Auf die Unterstützung Volker Hentschels könne nach wie vor gebaut werden.

Beim Auftritt des Gospelchors „Chorisma“ versagte der Keyboardständer seinen Dienst und beförderte Chorleiter Heinz Breiningers Ins­trument kurzerhand auf den Boden. Die Sänger ließen sich jedoch keine Sekunde aus der Ruhe bringen und sangen ohne Begleitung einfach weiter, was für besonderen Applaus sorgte.        sas

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