Weil am Rhein Interesse wecken

 Foto: Saskia Scherer

Weil am Rhein - Mit verschiedenen Stationen sowie Führungen auf deutscher und französischer Seite wurde Interessierten gestern das grenzüberschreitende Freiraumprojekt „Vis-à-vis“ im Rheinpark in Friedlingen nähergebracht. Ein besonderes Augenmerk lag auf der Schaffung von Grünflächen.

„Wir wollen die Bewohner sensibilisieren“, erklärte Viviane Schmidt, Projektleiterin beim Trinationalen Eurodistrict Basel (TEB), im Gespräch mit unserer Zeitung. Und zwar beider Länder – deshalb habe man als Standort für den Workshop auch den Rheinpark am Fuß der Dreiländerbrücke gewählt.

Mit im Boot war auch der Basler Verein „drumrum Raumschule“, der laut eigenen Angaben das Interesse fördern will, sich spielerisch dem Thema Baukultur zu nähern und aktiv an der Gestaltung der Lebensumwelt teilzunehmen. Thema war vor allem die Entsiegelung von Böden, da mit dem Projekt „Vis-à-vis“ dank schonendem Bodenverbrauch und Neunutzung von industriellen Brachflächen mehr Platz für Grünraum geschaffen werden soll.

Vier Stationen

„Wir wollen den Bürgern auch verdeutlichen, was Versiegelung und Entsiegelung überhaupt bedeuten und was wo sinnvoll ist“, erklärte Leiterin Nevena Torboski. Ein Beispiel sei das Steinlager, das an den Rheinpark angrenzt, und das nach und nach aufgelöst und zur Grünfläche werden soll. Es gehe darum, sich Gedanken zu machen. „Unsere Städte werden immer größer und dichter und wärmen sich auf, dafür gilt es, Lösungen zu finden.“

Aus der Idee sind vier Stationen entstanden, an denen Interessierte etwa Samenbomben oder Unkrautsalz herstellen konnten. Aber auch die sinnliche Entdeckung der verschiedenen Materialien im Park – vom Asphalt bis zur Wiese – stand auf dem Programm. „Wir wollen ein Bewusstsein schaffen.“

Daniela Horn von der „drumrum Raumschule“ und Simon Maichle vom Planungsbüro „faktorgrün“ führten außerdem durch das Projektgebiet und erläuterten verschiedene Maßnahmen.

Modell aufgebaut

Im Rheinpark aufgebaut war des Weiteren ein Modell des Gebiets im Maßstab 1:1500. „So kann man sehen, wie es hier in eineinhalb Jahren einmal aussehen soll“, sagte Schmidt. Die Anwohner Gerda und Gerard Zamofing zeigten sich sehr interessiert. „Wir wollen wissen, wie es weitergeht.“ Da die beiden in einem Hochhaus auf französischer Seite direkt mit Blick auf den Rhein wohnen, hätten sie eine gute Sicht auf die Arbeiten. „Wir haben uns extra ein tolles Fernglas gekauft“, schmunzelte das Paar.

Auch der Weiler Naturschützer Armin Wikmann machte sich ein Bild. „Mich interessiert, wie die Sache angepackt wird und ob man die Leute erreicht“, erklärte er. Das Interesse war jedoch zumindest am Nachmittag eher verhalten, wobei auch die hohen Temperaturen eine Rolle gespielt haben dürften.

Das Projekt „Vis-à-vis“ ist ein gemeinsames Projekt der Städte Weil am Rhein und Hüningen, das vom Trinationalen Eurodisctrict Basel (TEB) getragen und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des Programms „Interreg V Oberrhein“ der Europäischen Union kofinanziert wird. Im Mittelpunkt des Projekts steht die gemeinsame Gestaltung der Rheinufer, heißt es in einer Broschüre des TEB. Bis 2020 wird auf beiden Seiten der Dreiländerbrücke ein grenzüberschreitender Park auf einer Fläche von etwa 20 000 Quadratmetern entstehen.

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