Weil am Rhein „Jo, ich würd sie nonemol ne“

Lore und Ernst Walliser haben sich in der Röttler Kirche vor 65 Jahren das Ja-Wort gegeben. Foto: sc Foto: Weiler Zeitung

Weil am Rhein (sc). Eiserne Hochzeit: Vor 65 Jahren haben sich Lore und Ernst Walliser in der Röttler Kirche das Ja-Wort gegeben. „Ich würde ihn wieder heiraten“, sagt Lore Walliser. Und auch ihr Mann meint: „Jo, ich würd sie nonemol ne“.

Allerdings, schränkt die Jubilarin ein, sie würde dann mit ihrem Mann alleine leben wollen, „nur wir zwei“. Das hat seinen Grund, denn Ernst Walliser stammt aus der Gärtnerei Walliser im Rebgarten, die es seit 1911 gibt. Das Paar zog bei den Schwiegereltern ein. Von Anfang an habe sie kräftig mit angepackt und das sei bis heute so geblieben.

Kennengelernt haben sich die zwei, als Ernst Walliser Blumen in das Blumengeschäft Borchert (Fazis) an der Hauptstraße lieferte. Dort war Lore Walliser, geborene Strübin, beschäftigt. „Er hat mich dann eingeladen und wir sind zusammen ausgegangen.“ Lore Walliser erinnert sich, dass ihr Zukünftiger furchtbar angezogen war. Ein kariertes Hemd, dazu die damals modernen Plateauschuhe und ein blaues Sakko habe er beim ersten Rendezvous getragen. Zupackend, wie die Jubilarin noch heute ist, hat sie die Garderobe ihres Mannes gleich einmal geändert.

Und zupacken musste sie von Anfang an in der Gärtnerei und dem Blumengeschäft ihres Mannes. Hinzu kam die Pflege der Schwiegereltern, das Kochen für das Personal und die Erziehung der Kinder Doris und Jürgen. Die Gärtnerei Walliser, die heute vom Sohn Jürgen geführt wird, ist dank des Fleißes des Jubelpaares nicht nur die älteste Gärtnerei in der Stadt, sondern eine der wenigen, die von den einst 14 Gärtnereien übrig geblieben ist. Unterstützt wurden sie von ihren Kindern Doris und Jürgen.

1983 wurde neben dem Wohnhaus ein Blumenpavillon errichtet, der seit 1998 von der Schwiegertochter Monika geführt wird. Auf dem Donnerstags-Wochenmarkt auf dem Berliner Platz in Weil ist die inzwischen 85 Jahre alte Lore Walliser noch immer mit ihrem Gemüse- und Blumenstand anzutreffen. Seit mehr als 20 Jahren stellt sie dort eine feste Institution für viele ältere Menschen dar.

Für Urlaube blieb bei so viel Anforderungen kaum Zeit. Einmal ging es mit dem Schiff nach Spitzbergen, ein anderes Mal reiste das Paar nach Kanada und Teneriffa. Heute ist es die Gesundheit, die beiden zu schaffen macht. Ein bisschen haben sie ihr Arbeitspensum zurückgeschraubt. Dennoch will die Jubilarin den Wochenmarkt nicht missen und ihr Mann züchtet weiter mit Leidenschaft Rosen.

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