Weil am Rhein Kläranlage ist in die Jahre gekommen

Die Kläranlage Bändlegrund an der Alten Straße ist technisch in die Jahre gekommen. Daher wird investiert. Foto: Alisa Eßlinger

Weil am Rhein - Der Wieseverband Lörrach investiert in diesem Jahr rund eine Million Euro in die Kläranlage im Weiler Bändlegrund. Denn die Technik ist in die Jahre gekommen. Die größte neue Umbaumaßnahme erstreckt sich sogar über zwei Jahre.

Dabei handelt es sich um eine umfassende Erneuerung der maschinentechnischen Ausrüstung im Rechengebäude, die in diesem Jahr begonnen und im nächsten Jahr dann abgeschlossen werden soll. „Das Rechengebäude wird komplett auf den neuen Stand gebracht“, schilderte Geschäftsführer Steffen Mehlhorn im Gespräch mit unserer Zeitung. Es handele sich um die gravierendste Maßnahme mit dem größten Investitionsvolumen in diesem Jahr.

Handlungsbedarf besteht aufgrund der mittlerweile ins Land gezogenen Jahre. So ist die Kläranlage bereits im Jahr 1983 in Betrieb gegangen. Sie ist für mehr als 300 000 Einwohner ausgelegt. Denn Abwasser wird nicht nur aus Weil gesammelt und gereinigt, sondern auch aus Lörrach sowie Gemeinden im Rebland und im Vorderen Kandertal.

„Jetzt ist der Zeitpunkt, nicht mehr zu reparieren, sondern die Anlage auf den neuesten Stand zu bringen.“ Dass die Corona-Pandemie den über zwei Jahre verteilten Umsetzungsplan durchkreuzt, glaubt Mehlhorn nicht. Vielmehr werde versucht, diesen einzuhalten.

Die technische Seite

Bei genauerer Betrachtung der technischen Details der umfassenden Erneuerung der maschinentechnischen Ausrüstung im Rechengebäude gerät die derzeitige Produktqualität von Rechen- und Sandfanggut in den Blick, welche die Entsorgungsoption am Entsorgungsmarkt deutlich einschränke.

Dies habe nachteilige Auswirkungen auf die Entsorgungssicherheit und die Entsorgungskosten. Um nachgeschaltete Anlagenteile vor Störstoffen zu schützen, also um „Verzopfungen“ zu vermeiden, muss das Rückhaltevermögen der Rechenanlage verbessert werden.

Bevor es nun an die Umsetzung geht, hat im vergangenen Jahr eine Studie die Grundlagen gelegt. „Mit der Erneuerung der maschinentechnischen Ausrüstung im Rechengebäude wird die Abtrennung von Rechengut und Sand als wichtiger und anspruchsvoller Bestandteil der mechanischen Abwasserreinigung unter den Gesichtspunkten Verbesserung der Reinigungsleistung, Erhöhung der Betriebssicherheit und Verbesserung von Arbeits- und Gesundheitsschutz dem Stand der Technik angepasst“, so Mehlhorn.

Die Kosten

Den Gesamtausgabenbedarf beziffert der Geschäftsführer für die Rechenanlage auf 1,26 Millionen Euro, wobei für dieses Jahr 360 000 Euro im Etat hinterlegt sind. Fast eine ähnliche Höhe erreicht die Anpassung an den Stand der Technik und die Sicherstellung der Entsorgungssicherheit bei der Sandwaschanlage, hier: 345 000 Euro.

Mit insgesamt 200 000 Euro zu Buche schlägt die Optimierung der Denitrifikation (dieser Vorgang dient den Bakterien zur Energiegewinnung) inklusive der Rührwerke. Es handelt sich um den dritten Teil der Ausführung, die schon im Jahr 2019 begonnen hat und bei der es um die Strömungsoptimierung und die Energieeffizienz geht.

Folgen von Corona

„Die Anlage wird alt und die Technik muss laufen“, bringt es Mehlhorn auf den Punkt. Und dies sei auch während der Corona-Pandemie der Fall. Die 15 Mitarbeiter der Kläranlage arbeiten daher auch regulär und befinden sich nicht in Kurzarbeit. Die Belastung in den Abwassermengen sei angesichts von Veränderungen in Industrie oder auch in der Gastronomie eine andere. „Die Anlage ist so flexibel, das aufzufangen.“ Der Betrieb laufe vergleichsweise so normal wie möglich weiter.

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