Weil am Rhein Kleine Konzerte, große Erlebnisse

Weil am Rhein - Kultur in Corona-Zeiten: Dass das möglich ist, haben die „Face2Face“-Konzerte im Kesselhaus gezeigt, mit denen zugleich das „25-Jährige“ der Ateliers und des Kulturcafés gefeiert wurde. Wir haben uns bei Musikern und Publikum umgehört, wie sie die intimen Konzerte erlebt haben.

Für die Musiker Martin Kutterer und Tilo Wachter sind die Konzerte ein außergewöhnliches Erlebnis. „Wir erleben eine hohe Präsenz von beiden Seiten. Vier bis sechs Zuhörer – hier entwickelt sich ein besonderer Dialog, ein intimer Rahmen zwischen Zuhörer und Musiker“, beschreiben sie ihre Eindrücke. „Wir haben sowohl Eigenkompositionen vorgestellt, haben improvisiert und spielten beispielsweise auch Weisen aus Brasilien – eben alles, was in dieser kurzen Zeit möglich war.“ Die Idee zu dieser Art von Konzert sei mit einem riesigen organisatorischen Aufwand verbunden. „Beschreiben möchten wir das Erlebte mit einem Satz: Es ist wunderbar.“

„Ich liebe den Kontakt zu den Zuhörern“, betont Christine Schmid. „Dieses Konzert ist sehr speziell. Als Musikerin komme ich auf Tuchfühlung mit dem Publikum, das so das Handwerkliche in der Musik sehen kann. Das ist nicht nur für mich, sondern auch für die Besucher interessant. Ich kann die unmittelbare Reaktion der Besucher sehen und ich fühle mich beobachtet. In einem großen Konzertsaal ist diese Atmosphäre nicht gegeben.“

Auch Heike Rügert und Heiner Krause heben die spezielle Atmosphäre für die Musiker hervor. Zudem betonen sie: „Hier herrscht eine angenehme Akustik. Es ist toll, dass wir überhaupt wieder spielen können. Wir sind dankbar für diese Plattform, die durch das Kulturamt der Stadt unter der Regie von Kulturamtsleiter Tonio Paßlick geschaffen wurde. Der Kontakt zu den Zuhörern ist sehr persönlich und intim, es ist fast so, wie ob wir daheim Musik machen.“

Publikum voll des Lobes

„Ich habe den Eindruck, die Veranstaltung ist sehr gut besucht“, sagt Annemarie Weber. Fünf Konzerte habe sie sich vorgenommen, anzuhören. „Es ist etwas Besonderes mit nur vier bis sechs Zuhörern. Es ist eine Ehre, denn ich sitze sozusagen in der ersten Reihe. Den unmittelbaren Kontakt zu den Musikern schätze ich. Die Räumlichkeiten und die darin arbeitenden Künstler kenne ich von anderen Veranstaltungen, die ich im Kesselhaus besucht habe.“

Auch Edith Bühler ist von dem Format angetan. „Ich freue mich, endlich wieder an ein Konzert gehen zu können. Angenehm ist, dass hier nicht so viele Menschen sind, wie in einer großen Konzerthalle. Die Vielfalt der angebotenen Musikrichtungen, das ist für mich interessant. Einfach einmal hineinschnuppern, das habe ich mir vorgenommen. Nachdem ich zuerst überlegt hatte, ob ich überhaupt ins Kesselhaus gehe, bin ich froh, mich dafür entschieden zu haben. Ich genieße diesen Abend sehr.“

„Dieses Konzert ist eine willkommene Abwechslung für mich, berichtet Johannes Mauch. Ich bin erstaunt über die hohe Besucherresonanz. Bei mir entsteht der Eindruck: Das Volk dürstet nach Kultur. Das ist wohl der aktuellen Situation mit Corona geschuldet. Da ich einige der Musiker kenne, werde ich versuchen, verschiedene Konzerte zu besuchen.“

Frank Selmer sagt: „Das ist eine schöne kulturelle Veranstaltung. Leider höre ich die Musik nur vor der Tür, da ich Mitarbeiter der Sicherheitsfirma bin. Dennoch, ich stelle fest, die verschiedenen Musikrichtungen sind interessant. Es scheint mir, als atmen die Menschen, nach den Beschränkungen der Vergangenheit, durch so eine Veranstaltung wieder auf. Das ist wichtig.“

„Als Gastgeber für Christine Schmid habe ich heute eine schöne Überraschung in meinem Atelier erlebt“, erzählt Künstler Brunone Morandi. „Der direkte Draht zum Publikum, das breite Spektrum des Repertoires, das fasziniert mich. Die Vielfalt der Kunst, einmal durch gestalterische, dann wieder durch Musik und Töne, begeistert die Menschen. Durch die Wahl der Konzertorte ist dieser Kontrast gegeben. Hier verbinden sich unterschiedliche Formen der Kunst zu einer homogenen Atmosphäre.“

Jörg Thietke war es wichtig, wieder einmal ein Life-Konzert zu hören. „Das Angebot von Face2Face finde ich spannend. Gerade war ich in der Vorstellung von Walti Huber und Zarek Silberschmidt, die schottische Folkmusik gespielt haben. Die Qualität des Konzertes war exzellent. In kurzer Zeit so viele Künstler kennenzulernen, verschiedene Eindrücke zu sammeln – hier wird ein beeindruckendes intimes Konzert-Format angeboten. Ich könnte mir vorstellen, dass dies auch eine Idee ist, die in der Zukunft umgesetzt werden kann.“

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