Weil am Rhein Künstlerisches Multitalent

Weiler Zeitung, 11.10.2018 19:52 Uhr

Sie tanzt und singt, tritt in Musicals auf, ist Gesangslehrerin und gibt Jazztanzkurse – und all das mit Erfolg. Barbara Wäldele ist ein Multitalent und nach überstandener schwerer Krankheit wieder voller Elan und Tatendrang. Und demnächst wird man die 53-jährige aus Weil am Rhein stammende Frau auch auf der TAM-Bühne als Schauspielerin erleben.

Von Siegfried Feuchter

Weil am Rhein. Die vielseitige Musicaldarstellerin, die vor mehr als 30 Jahren Jahren in Hamburg beim Musical „Cats“ mitwirkte und international auf sich aufmerksam machte, wohnt mit ihrem Mann, dem Ballettmeister Detlef Hoppmann, schon lange in Basel. Dennoch sagt sie: „In Weil am Rhein bin ich daheim.“ Allein schon durch die in Weil wohnenden Eltern, aber auch durch die Jazztanz-kurse, die sie seit 1994 an der Weiler Volkshochschule gibt, hat sie eine starke Bindung zu ihrer Heimatstadt. Umgekehrt kommen auch zahlreiche Weiler Schüler zu der diplomierten Gesangslehrerin nach Basel zum Unterricht.

Ihr vielseitiges Talent war der Karriere von Barbara Wäldele förderlich. Obwohl die damalige Realschülerin ursprünglich einen sozialen Beruf ergreifen wollte, träumte sie schon in jungen Jahren von Auftritten in Musicals. Tanzen und Singen, das war und ist bis heute ihr Metier.

Sie lernte Flötenspiel und Klavier, und ihr Bruder Andreas Wäldele brachte ihr außerdem das Gitarrenspiel bei, während die Eltern sie unterstützten, wo immer sie konnten. Barbara Wäldele, die eine Zeitlang frühmorgens auch Zeitungen austrug, nahm Ballett- und Gesangsunterricht und legte damit den Grundstein für ihr künstlerisches Leben. Sie konnte ihre Hobbys zum Beruf machen.

Der Traum vom Musical erfüllte sich. Nachdem sie in Hamburg erfolgreich vorgetanzt hatte, wurde sie 1986 im Musical „Cats“ der deutschen Erstaufführung für die Rolle als weiße Katze „Victoria“ in erster Besetzung engagiert.

„Ein knallharter Job“, erinnert sich Barbara Wäldele noch gut an diese Zeit. Acht Stunden am Tag wurde geprobt, zuletzt konnte sie nur noch mit Spritzen im Knie tanzen, so stark war der Verschleiß.

Musicals und vieles mehr

Nach 14 Monaten beendete sie ihr Engagement in Hamburg, das jedoch den Durchbruch für ihre weitere Karriere bedeuten sollte. Später folgten weitere Auftritte als Tänzerin in Musicals wie „Anatevka“, „My Fair Lady“, „Cabaret“ „Jesus C. Superstar“ oder in der Rockoper „J. F. Kennedy“ als Marilyn Monroe und in der Operette „Lustige Witwe“. Eine Mexikotournee mit dem Schweizer Kammerballett und mehrfache Auftritte als Showtänzerin auf dem Kreuzfahrtschiff MS Europa folgten.

Nach zehn Jahren Musical-Engagements machte Barbara Wäldele, die im Jahr 2000 für ihr facettenreiches und erfolgreiches Wirken mit dem Markgräfler Kunstpreis der Sparkasse Markgräflerland ausgezeichnet wurde, eine klassische Gesangsausbildung am Konservatorium in Biel mit dem Abschluss als Diplom-Gesangslehrerin.

Seither leitet sie in Basel eine private Gesangsschule, gibt unter anderem an der FES Lörrach Unterricht für Pop- und Musicalgesang – neben zahlreichen Gastspielen, Konzerten und eigenen Produktionen.

Und jetzt wartet eine neue Herausforderung, auf die sie sich besonders freut. Unter der Regie von Dieter Ballmann, Gründer und bis 2017 Leiter des früheren Kammertheaters in Riehen, das jetzt Atelier-Theater heißt, wird sie in dem Dialektstück „Frühlig im Herbst“ mitspielen. Es ist ihre erste Rolle als Schauspielerin.

Das Stück wird im Weiler-TAM-Theater im Januar aufgeführt. Damit schlägt Barbara Wäldele ein neues Kapitel ihres vielseitigen künstlerischen Wirkens auf.

 
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