Weil am Rhein Kurzweiliger Start in neue Kampagne

Weiler Zeitung, 12.11.2017 23:00 Uhr

Wenn die Zunftmeister der Wiler Zipfel diesen Schwung mitnehmen, den sie bei der Fasnachtseröffnung am Samstagabend in der vollbesetzten Jahnhalle mit ihrem dreistündigen Programm an den Tag gelegt haben, dann dürfen sich die Narrenfreunde auf vergnügliche und kurzweilige Zunftabende freuen.

Von Siegfried Feuchter

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Weil am Rhein. Ideenreich, mit Pep und Pfiff spießten die Zunftmeister in einem abwechslungsreichen Programm Begebenheiten aus der großen und kleinen Politik auf, und präsentierten auch Unterhaltungs- und Gesangsbeiträge. Dies alles zur Freude des sichtlich angetanen Publikums, in dem Oberzunftmeister Dietmar Fuchs neben OB Wolfgang Dietz unter anderem den Bundestagsabgeordneten Armin Schuster und den Landtagsabgeordneten Rainer Stickelberger begrüßen konnte.

In Anspielung an die neue Losung „Weisch no“ schwelgte Hans-Rudi Lienin in Nostalgie, als beispielsweise im Läublinpark noch „ein wunderschönes Haus“ stand, als die Deutschen noch in der Schweiz einkauften oder die Bahn noch ein Vorzeigebetrieb war. „Man schaut zurück. Doch war früher immer alles besser?“ fragte Lienin am Ende seines guten Beitrags.

Statt zwei Zeitungen gibt es künftig nur noch eine in Weil am Rhein – die Weiler Badische Zeitung. Die „neui Redaktion“ mit den Redakteuren „Feuchtheimer und Laubstauber“ sowie weiteren Mitarbeitern machte sich in einer Konferenz Gedanken, wie das Blatt von morgen aussehen soll. Vielfältig waren in dieser ideenreich aufbereiteten, zuweilen tiefgründigen Szene mit den Akteuren Dietmar Fuchs, Hans-Peter Hartmann, Hans-Rudi Lienin, Peter Guggenbühler, René Winzer und Christian Olivieri als Chefredakteur die Themenvorschläge.

Diese reichten von Donald Trump, der Diskussion über die Kreisel (eine Verordnung als „Verwaltungsgeschwür“), der AFD („Armutszeugnis für Deutschland“), die politische Kultur über die irrsinnigen Ablösesummen für Fußballspieler bis hin zur Bahn mit dem Chaos in Raststatt und der Verzögerung des Fußgängerstegbaus in Haltingen oder die Wahl in Österreich. Es war eine sehr unterhaltsame „Redaktionskonferenz“ mit viel Esprit.

Nachdem die Guggemusik „Zinke Waggis“ es mit ihren schrägen Tönen fetzen ließ und die Bühne nicht ohne Zugaben verlassen durfte, entführte Jürgen Schaller in einen kurzweilen Elternabend an der Friedlinger Rheinschule, wo es international zugeht. Schaller, bekannt als sehr guter Mime, sorgte mit seinen Verhaltensregeln für einen bevorstehenden Landschulaufenthalt wiederholt für Lachsalven.

Mit „Alexa“, dem scheinbar allwissenden Audio-Gerät, das in der Welt des Internets eine Rolle spielt, beschäftigten sich treffend Christian Oliviri, Markus Schmieder und im Hintergrund Martin Rees, der dem Sprachassistenten von Google, Apple und Amazon seine Stimme lieh. Sie zeigten auf, dass es mit dem Datenschutz und dem Schutz der Privatsphäre nicht mehr allzu weit her ist.

Amüsant war der Besuch der Kreiselkommission, um sich vor Ort ein Bild von der Gefährlichkeit des Stuhlkreisels in Otterbach zu machen. Dietmar Fuchs spielte einmal mehr glänzend den OB, Peter Guggenbühler den Ersten Bürgermeister, Markus Schmieder die Landrätin und Hans-Rudi Lienin einen Professor als Sachverständiger. Mit dabei waren auch Hans-Peter Hartmann, Marcel Winzer, Hajo Leigsring und Markus Wohlschlegel als Stadträte und Revierleiterin. Ein Vorschlag zur Entschärfung des Stuhlkreisels: Je zwei Mitarbeiter der Stadtverwaltung sollen sich mit einer Fahne und einer Taschenlampe auf den Stuhl setzen, um die Autofahrer zu warnen. Schließlich gab der OB dem Ersten Bürgermeister noch seine Autoschlüssel, damit dieser mit Tempo 120 einen wenig erfolgreich verlaufenden Crash-Test am Kreisel machen konnte. Die Empfehlung des Sachverständigen daraufhin: „Reißen Sie ihre Stadt zum Wohle des Autofahrers bis auf die Grundmauern nieder.“

Wie immer gab es mit den Losig-Singers ein stimmungsvolles Finale, als sie aktuelle Themen in verschiedene Songs verpackten. Dabei knüpften sich die Zunftmeister unter manch anderem auch die schwierige Regierungsbildung (Jamaika) vor und meinten letztlich: „Mutti wird’s schon richten, Angie ist unser bestes Stück.“ Und zu guter Letzt setzten die Wiler Zipfel noch eins drauf und sangen vor dem Hintergrund anstehender lokaler Probleme: „Der OB wird’s schon richten, der Wolfgang macht das gut, er ist unser bestes Stück.“

Für die Bühnentechnik zeichnete Ralf Merk verantwortlich, während die „Amedeus-Band zum Tanz aufspielte.

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