Weil am Rhein Langsamer durch Rümmingen fahren

Jennifer Ningel
Auch an der Schallbacher Straße hinter dem Bahnübergang gilt Tempo 30 für den Lärmschutz. Foto: Jennifer NIngel

Tempo-30-Schilder wurden zur Lärmreduzierung in Rümmingen aufgestellt. Bürgermeisterin Daniela Meier ist damit zufrieden, Betroffene fokussieren sich eher auf den Sicherheitsaspekt.

Die neuen Tempo-30-Schilder stehen seit einiger Tagen in Rümmingen. Sie wurden im Rahmen des Lärmaktionsplans der Gemeinde Rümmingen aufgestellt und sollen dauerhaft bleiben.

Ziel: Lärmberuhigung

„Es ist in jedem Fall eine Verbesserung bezüglich der Lärmbelastung“, sagt Bürgermeisterin Daniela Meier auf Nachfrage unserer Zeitung. Das Ziel sei dabei die Lärmberuhigung im Ort. Sie habe auch schon positive Rückmeldungen von Anwohnern erhalten.

Der Beschluss des Kreistags, das Planfeststellungsverfahren einzustellen, bedeutet das Aus der Teilortsumfahrung, erklärt Meier vereinfacht. Allerdings bewilligte der Kreistag 50 000 Euro Planungskosten, womit nach alternativen Lösungen für Fußgänger und Radfahrer gesucht werden kann.

Der Lärmaktionsplan hat den Lärmpegel in Rümmingen kalkuliert und daraus Handlungsempfehlungen erstellt. So stehen dort neben den Geschwindigkeitsbeschränkungen unter anderem auch Punkte wie die Nutzung eines Flüsterasphalts oder die Stärkung des ÖPNV. Dies sind allerdings Maßnahmen, die sich nicht so schnell umsetzen lassen, erläutert die Bürgermeisterin.

Die schlussendliche straßenverkehrsrechtliche Anordnung ging vom Landratsamt Lörrach aus, da es sich um Kreis- und Landesstraßen handelt. Aufgrund des Lärmaktionsplans, der einen zwingenden Handlungsbedarf offenlegte und klare Werte bezüglich der Lärmreduzierung lieferte, hatte das Landratsamt wenig Spielraum, die geplanten Tempo-30-Schilder abzulehnen, sagt Meier.

Somit gilt in Rümmingen nun auf allen Hauptverkehrsstraßen Tempo 30. Das heißt genauer auf der Lörracher, Binzener und Wittlinger Straße nahezu komplett sowie auf der Schallbacher Straße vom Bahnübergang bis zur Kreuzung Binzener Straße.

Betroffene berichten

Bei einem Gang durch den neuen Tempo-30-Bereich hat unsere Zeitung zwei Betroffene nach ihrer Meinung gefragt. Saminudin Jami betreibt ein Café an der Wittlinger Straße. Er berichtet, dass viele Autofahrer keinen Respekt vor den Schildern hätten. Sie seien oft zu schnell und würden nur kurz vor den Blitzern bremsen, sodass diese nichts bringen würden. Jami erhofft sich durch die neuen Tempo-30-Schilder eine Verbesserung. Auf die Frage, ob es leiser sei, konnte er nur bedingt antworten. So habe er zwar schon das Gefühl, dass es etwas leiser sei, aber durch die Baustelle, die momentan in der Wittlinger Straße ist, sei es schwer einzuschätzen. Dennoch findet er die Schilder toll. Denn Jami habe schon viele Unfälle auf der Kreuzung vor dem Café beobachtet. Auch hofft er, dass diese Maßnahme die Kinder schützt, die durch den Ort laufen.

Christian Ludäscher, der auf dem Reiterhof Ludäscher anzutreffen war, ist sich nicht sicher, ob die Schilder den gewünschten Erfolg erzielen. Für die Kinder, die an der Straße laufen und diese kreuzen, sei die Maßnahme positiv zu bewerten. Denn es gebe auch Autofahrer, die bei Rot über die Ampel fahren. Durch die neuen Schilder erhoffe er sich eine Besserung. Ludäscher hat aber Zweifel, ob die Reduzierung auf 30 Kilometer pro Stunde tatsächlich zum Lärmschutz beiträgt. Er befürchtet, dass der Verkehr sich im Ort staut und es daher eher lauter als leiser wird.

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