Von Daniela Buch Weil am Rhein. Einen Trainingsnachmittag zur Durchführung des „Stadtspieler”- Brettspiels als Mittel der Kommunikation und Beteiligung veranstaltete Michaela Rimkus, Verantwortliche für die Aktion „Kinderfreundliche Kommune”, für das Jugendparlament. Eine lebens- und liebenswerte Stadt zu bauen und neue Perspektiven auszuprobieren steckt als grundlegendes Ziel hinter dem Stadtspieler-Konzept. Im Jugendcafé in Alt-Weil spielten die Jugendlichen verschiedene Szenarien durch, äußerten sich zu thematischen Schwerpunkten und sammelten Ideen. Die Ergebnisse werden in der nächsten öffentlichen Sitzung des Jugendparlaments präsentiert. Mit dem Spiel habe das Jugendparlament nun ein In­strument in der Hand, um Kinder- und Jugendgruppen beispielsweise an Spielnachmittagen dazu zu motivieren, sich an der künftigen Gestaltung und Entwicklung der Stadt zu beteiligen, erklärte Michaela Rimkus den Sinn und Zweck. Denn sämtliche Anregungen werden stets protokolliert und können in den Maßnahmenkatalog des Aktionsplans „Kinderfreundliche Kommune” mit einfließen. Das Spiel wird auf einem sechzig auf sechzig Zentimeter großen Spielplan gespielt. Für die einzelnen Gebiete gibt es sogenannte Szenario-Karten, die aus Sicht der Jugendlichen die jeweiligen Chancen und Probleme skizzieren, sowie Themen-Karten mit Stichworten, zu denen sich die Jugendlichen ihren Gedanken freien Lauf lassen können. Mit Knetmasse werden die Ideen plastisch umgesetzt und auf dem Plan platziert. Als Junioren-Sachverständige halfen seinerzeit Jafet Zewde und Elena Brossard dabei mit, einen Spielplan für die Stadt Weil am Rhein zu entwickeln. Der Plan zeigt die Kernstadt, Alt-Weil, Haltingen, Ötlingen, Märkt und Friedlingen, dazu den Dreiländergarten, den Tüllinger Berg, das Hafengebiet und die Dreiländerbrücke. Im November vergangenen Jahres hatte die Stadt zu einem Stadtspieler-Workshop speziell für junge Menschen eingeladen, an dem sich elf Jugendliche beteiligt hatten. Die Ergebnisse waren anschließend im Rathausfoyer ausgestellt worden. Unterstände im Sinne eines überdachten Treffpunkts für Jugendliche im öffentlichen Raum wurden schon damals gewünscht, und auch am Samstag erneut geäußert. Auch eine Informationstafel über kulturelle Veranstaltungen stand als Idee im Raum. An Themen kamen unter anderem die wegen Vandalismus umzäunten Schulhöfe und Spielplätze, die Freizeitmöglichkeiten allgemein und das Sicherheitsgefühl zur Sprache. Als „sicherheitstechnische Katastrophe” für Feuerwehr, Notarzt und Rettungskräfte wurde etwa die neue Verkehrssituation in Friedlingen gewertet, die dazu führe, dass man „mit Blaulicht im Stau“ stehe. Begleitet und mitentwickelt wurde die Stadtspieler-Jugendversion durch ein Berliner Büro, der Baustein Stadtspieler geht auf Projekt des „Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus“ des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung, und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt-, und Raumforschung zurück.