Weil am Rhein Leseratten unter sich

In der Stadtbibliothek wurden wieder Bücher getauscht. Foto: Saskia Scherer Foto: Weiler Zeitung

Mit Kartons und Tüten bepackt machten sich Bücherfreunde am Mittwochnachmittag auf den Weg in die Weiler Stadtbibliothek – und kamen oft genauso beladen wieder hinaus. Es wurden Bücher getauscht – vom Sachbuch über Romane bis hin zur Zeitschrift.

Von Saskia Scherer

Weil am Rhein. „Den Hauptanteil bilden mittlerweile Taschenbücher“, weiß Bibliotheksleiterin Ellen Benz. „Und viele bringen, was sie bei der vergangenen Börse mitgenommen haben“, schmunzelt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Resonanz am Mittwoch war wieder gut. „Wir haben sehr viele Stammkunden.“ Ein Mann, der aus Frankreich in die Schweiz gezogen sei, käme trotz langer Anreise immer noch häufig zur Börse in Weil. „Einfach, weil er das Angebot schätzt.“ In der Schweiz habe er bei verschiedenen Bibliotheken zwar nachgefragt – aber keine gefunden, die solch eine Büchertauschbörse veranstaltet.

Nachdem sie ihre Bücher selbst vorsortiert hatten, durften die Besucher nach Herzenslust stöbern. „Manche entscheiden sich ruckzuck, andere bleiben fast die gesamten zwei Stunden da und schauen – es könnte ja noch was reinkommen“, hat Benz beobachtet. Lustiger Zufall: Einige Interessenten mit Trolleys und Bananenkisten haben sich in der Stadt auf dem Weg zur Bibliothek als Gleichgesinnte erkannt und schon dort Bücher getauscht.

Bücherstapel durchgeschaut

Edith Schmied aus Weil hat vor der Bibliothek einen ganzen Stapel Bücher entdeckt, die jemand dort liegen gelassen hat. „Da war wohl jemand zu früh da“, vermutet sie. Sie habe die Bücher dann nach drinnen getragen und gleich mal nachgeschaut, ob etwas für sie dabei ist – aber Fehlanzeige. Und was Schmied selbst dabei hatte, habe sie gleich einer Bekannten gegeben. „Leider ist die Büchertelefonzelle in Haltingen abgebrannt, dort war ich gerne“, erzählt sie.

Die Bücher, die bei der Börse übrig geblieben sind, können noch bis zum 25. August im Rahmen eines Flohmarkts im Veranstaltungsraum der Bibliothek erworben werden. „Ich finde, das ist ein schönes Beispiel gegen die Wegwerfgesellschaft“, will Benz mit der Büchertauschbörse auch ein Zeichen für Nachhaltigkeit setzen. „Und wer am Termin der Börse nicht kann, hat so trotzdem noch die Chance, etwas zu ergattern.“

Englischsprachige Bücher, für die sich erfahrungsgemäß nur wenige Abnehmer finden, stellt Benz zusammen und schickt sie nach Afrika für ein Leseprojekt. „Ob nun in Weil am Rhein oder Afrika – Hauptsache, es wird gelesen.“

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