Weil am Rhein Lob für den Zusammenhalt

Ob dieses Jahr wieder zum „Tag der Kunst“ eingeladen werden kann, ist noch unklar. Foto: Saskia Scherer Foto: Weiler Zeitung

Für den Ötlinger Ortsvorsteher Günther Kessler stellt der Neujahrsempfang im Dorf eine gute Möglichkeit dar, sich auszutauschen und Gemeinschaft zu leben. Das fehlt in diesem Jahr. Im Gespräch mit unserer Zeitung blickt er zurück und auch voraus, wobei die Planung schwierig ist.

Von Saskia Scherer

Weil am Rhein-Ötlingen. „Es ist eine komische Zeit“, meint Kessler. „Aber wir müssen das Beste daraus machen und hoffen, dass es besser wird.“ Dass die Kommunikation eingeschränkt ist und Möglichkeiten fehlen, zusammen zu kommen, findet er am gravierendsten. „Man muss miteinander reden. Gemeinsam lassen sich Lösungen finden beziehungsweise die Probleme werden überhaupt erst deutlich.“ Das sei ganz wichtig. Im Gespräch lasse sich viel in Erfahrung bringen. „Das ist das A und O in einem Dorf.“

2020 war auch in Ötlingen „nicht viel los“. „Es fanden ja keine Feste statt.“ Dennoch ist Kessler voll des Lobes für die gute Dorfgemeinschaft. Auch den Vereinsvorständen spricht er ein großes Kompliment aus. „Die Vereine tragen zum Zusammenhalt eines Dorfs bei“, ist er überzeugt. Dabei können die Vereine derzeit weder proben noch überhaupt groß planen. „Aber sie kümmern sich, dass sie im Gespräch bleiben, halten auch Kontakt zu mir und helfen sich untereinander.“ In so einer Zeit müsse man zusammenhalten, meint Kessler – und ist froh, dass das gelingt.

Mit einem großen Projekt ging es im vergangenen Jahr aber voran: der Teilsanierung der Ötlinger Abdankungshalle. „Die Drainage wurde gelegt und neu gestrichen, jetzt ist die Halle wieder tiptop nutzbar.“ Der Parkplatz vor dem Museum wurde neu gepflastert. Kesslers Dank gilt besonders der Stadt und dem Werkhof.

Keine neuen Projekte

Für 2021 wurden bewusst keine neuen Projekte angemeldet, um den städtischen Haushalt zu schonen. „Was unbedingt nötig ist, wird aber auch gemacht.“ So sei es auch in der Vergangenheit gelaufen: „Wenn ich ein Anliegen hatte, wurde das erledigt.“ Etwa, wenn eine Straße ausgebessert werden musste. Für den Friedhof wurde ein kleiner Wagen angeschafft, damit ältere Menschen Gießkannen und Pflanzen nicht mehr so weit tragen müssen. „Das habe ich in Haltingen gesehen.“

Die Pläne, eine zentrale Feuerwache zu schaffen, betreffen neben den Abteilungen Haltingen und Märkt auch die Ötlinger Feuerwehr. „Ich bin froh, dass die Kameraden keine Probleme damit haben“, sagt der Ortsvorsteher. Wichtig sei, dass das Ötlinger Gerätehaus erhalten bleibt. Aber den Zusammenschluss hält Kessler, der selbst 50 Jahre in der Wehr aktiv war, für sehr wichtig, um die Einsatzfähigkeit gewährleisten zu können. „Man braucht ja eine gewisse Anzahl an Kräften.“ Er halte den Standort am Sägischopf für ideal. „Da wären auch die Märkter näher dran. Es wäre schade, wenn es diese Abteilung nicht mehr geben würde.“

Tempo 30 nicht vom Tisch

Ein Wunsch im Ort lautet, Tempo 30 auf der gesamten Dorfstraße einzuführen. Im Rahmen des Lärmaktionsplans klappt das nicht. „Aber das Thema ist noch nicht ganz vom Tisch. Ich hoffe, dass es noch etwas wird.“

Die Planung für 2021 sei schwierig. „Man weiß ja nicht, was kommt.“ Eigentlich wäre dieses Jahr wieder der „Tag der Kunst“ im Ötlinger Art-Dorf an der Reihe, er findet alle zwei Jahre statt. „Aber ob das klappt, steht noch in den Sternen.“ Kessler erhalte fast jeden Tag Anfragen zum Thema Corona. „Aber ich kann kaum Auskunft geben, weil sich die Vorgaben so oft ändern.“

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