Weil am Rhein Lorenz Wehrle ist neuer Bürgermeister

Beatrice Ehrlich
Er kam und siegte: Lorenz Wehrle (links). OB Wolfgang Dietz gratulierte. Foto: Saskia Scherer

Nachfolger von Martin Gruner im Rat gewählt.

Lorenz Wehrle heißt der neue Bürgermeister der Stadt Weil am Rhein. Mit 17 von insgesamt 26 Stimmen setzte sich der 63-jährige Bewerber aus Freiburg nach der geheimen Abstimmung im Weiler Gemeinderat eindeutig durch. Mit neun Stimmen landete Christian Renner, langjähriger Stadtbauamtsleiter der Stadt Weil am Rhein, abgeschlagen auf Platz zwei – und musste damit eine herbe Niederlage einstecken.

Studium an der ETH

Sowohl ländliche als auch urbane Räume gebe es in Weil am Rhein, stellte er zu Anfang seiner Rede fest. „Die Kontraste sind groß.“ Diese Vielfalt habe sein Interesse geweckt.

Wehrle hat derzeit noch die Stelle als Dezernent für Bauen, Planen und Umwelt in Bad Krozingen inne. Er hat seinen Titel als Diplom-Architekt an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich erworben und danach in Architekturbüros in München und Stuttgart gearbeitet. Ab 1998 führte er sein eigenes Architekturbüro in Freiburg. Von 2017 bis 2020 war er Leiter des Hochbauamts in Waldshut-Tiengen. Die Dezernatsleitung in Bad Krozingen hat er 2020 übernommen.

Als Architekt hat er Sporthallen und Schulbauten realisiert und immer wieder mit Baugruppen zusammengearbeitet. Zielstrebigkeit, Beharrlichkeit, Kommunikationsfähigkeit, vor allem in Form von „Zuhören“ sowie Ehrlichkeit nennt er als Eigenschaften, die zum Erfolg geführt hätten. Das Amt des Beigeordneten reize ihn, da es „politischer“ sei als das des Dezernenten.

Vielseitige Aufgabe

Der neue Beigeordnete wird im Weiler Rathaus die Aufgaben von Martin Gruner übernehmen, der jetzt Oberbürgermeister in Waldshut-Tiengen ist. Zu seinen Aufgaben gehören die Leitung und strategische Entwicklung der Bereiche Rechts- und Ordnungsamt, Stadtbauamt, Amt für Gebäudemanagement und Umweltschutz sowie Betriebshof mit insgesamt rund 200 Mitarbeitenden. Im Rückblick auf seine Zeit als Leiter des Hochbauamts in Waldhut-Tiengen führt er erfolgreiche Bauprojekte an, etwa das neue Feuerwehrgerätehaus mit integriertem Kindergarten im ersten Stock. In Weil sieht er Areale mit großem Potenzial: im Läublinpark, den er zur Stadt hin öffnen will, und beim Sparkassenareal – „kein Selbstläufer“, aber mit guter Steuerung eine reizvolle Aufgabe. Wie sein Gegenkandidat Christian Renner führte er sein breites Fachwissen als hervorragenden Eigenschaft an. Daneben sei Führung die hervorragendste Aufgabe eines Bürgermeisters. Die Mitarbeiter motivieren, ehrlich zu ihnen sein, ihnen „den Rücken stärken“ will er, dies aber stets mit dem Ziel vor Augen, Entscheidungen herbeizuführen. Er selbst wolle der „Fels in der Brandung“, zugleich aber auch Coach und Supervisor sein.

Mit seiner Wahl werde Kontinuität gewahrt, sicherte er bei der Vorstellung im Gemeinderat zu: „Sie haben hervorragende Fachkräfte“, hob er hervor. Was ihn selbst betreffe seien ihm die Aufgabenfelder im Rathaus bestens bekannt. Wehrle hat für den Fall seiner Wahl zugesichert, nach Weil am Rhein ziehen zu wollen.

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