Weil am Rhein Maßnahmen auf dem Prüfstand

Ingmar Lorenz
Die Brücke am Palmrain ist mehr als 100 Jahre alt und sanierungsbedürftig. Wie häufig sie genutzt wird, soll nun ermittelt werden. Foto: Ingmar Lorenz

Weil am Rhein - Was sich im Finanzausschuss bereits abgezeichnet hatte, wurde nun im Bau- und Umweltausschuss bestätigt: Zahlreiche Baumaßnahmen in der Stadt werden aufgrund der aktuellen Entwicklungen teurer als gedacht. Dadurch stellt sich die Grundsatzfrage: Durchziehen oder schieben?

Als erste Maßnahme aufs Tapet und gleichsam auf den Prüfstand kam die Abdankungshalle in Märkt. Hier fallen für die Zimmerei-Arbeiten höhere Kosten an, als zunächst geplant. Das bringt die Verwaltung ein Stück weit in die Bredouille, wie Bürgermeister Martin Gruner erklärte. Denn es handele sich um ein sogenanntes Schlüsselgewerk. Sprich: Werden die Zimmerei-Arbeiten nicht zeitnah umgesetzt, verschieben sich zahlreiche andere Arbeiten auch nach hinten, was potenziell dazu führen könnte, dass Gewerke, für die eigentlich schon gute Angebote vorliegen, neu ausgeschrieben werden müssten. Beauftrage man die Zimmerei-Arbeiten, werde es zwar teurer, „aber zumindest können wir den zeitlichen Rahmen einhalten“, so der Bürgermeister.

Maßnahmen neu priorisieren?

Eugen Katzenstein (UFW) wollte wissen, ob es trotzdem möglich sei, die Arbeiten zu schieben. In vielen Fällen werden auch in Zukunft Teuerungen auf die Stadt zukommen. Es ergebe daher womöglich Sinn, über die Prioritäten der Maßnahmen nachzudenken. Johannes Foege (SPD) argumentierte in eine ähnliche Richtung, während sich Peter Reinacher (CDU) dafür aussprach, die Arbeiten möglichst zügig anzugehen. „Wir kommen nicht weiter, wenn wir nichts machen.“

Auch Thomas Bayer (Grüne) plädierte dafür, sich trotz der höheren Kosten nicht lähmen zu lassen. Und auch Stefan Hofmann, Ortsvorsteher in Märkt, sprach sich dafür aus, die Maßnahmen zeitnah umzusetzen. Die würdevolle Verabschiedung der Verstorbenen sollte bei allen Überlegungen der Leitgedanke sein, fand er. Dem schloss sich der Ausschuss schließlich einmütig an und gab für die Erhöhung der Baufreigabe grünes Licht.

Bayer hatte zuvor noch angeregt, sich für das ebenfalls noch zu vergebende Gewerk für die Fenster-Arbeiten auch mit der Erzdiözese Freiburg in Verbindung zu setzen. Ein Vorschlag, den die Verwaltung gerne aufnahm.

Auch die Sanierung der Fußgänger- und Velobrücke am Palmrain wird teurer. Das einzige eingegangene Angebot liege fast 30 Prozent über der Kostenschätzung. Somit war in der Sitzung bereits klar, dass die vorliegende Baufreigabe von 1,1 Millionen Euro nicht ausreichen würde. Der Plan der Verwaltung war zunächst, sich die vorliegende Baufreigabe trotzdem zu holen, um dann in der nächsten Sitzung sogleich die Erhöhung derselben vorzulegen, erklärte Gruner. Letzten Endes schlug der Bürgermeister dann aber einen anderen Kompromiss vor.

Gruner plädiert für Kompromiss

Man werde zunächst in den kommenden Wochen eruieren, wie viele Radfahrer und Fußgänger die Brücke tatsächlich nutzen, um dann mit diesen Zahlen und den überarbeiteten Baukosten erneut ins Gremium zu gehen.

Denn in der Diskussion war zuvor die Frage laut geworden, ob eine Sanierung überhaupt sinnvoll ist. Die Einschätzungen dazu, wie wichtig die Brücke als Verbindung ist, gingen stark auseinander. Johannes Foege sprach sich umfassend gegen die kostenintensive Sanierung aus, während sich etwa René Winzer (CDU) dafür einsetzte, die Erneuerung der Brücke anzugehen. Das sei auch vor der künftigen Entwicklung auf dem Lofo-Areal von großer Bedeutung.

Katzenstein und Bayer betonten indes wie bereits jüngst im Haltinger Ortschaftsrat, dass nicht nur der Zustand der Brücke, sondern auch jener des anschließenden Wegs berücksichtigt werden sollte. Man stehe diesbezüglich mit der Eigentümerin, der Deutschen Bahn, in Kontakt, versicherte Gruner, der schließlich den erwähnten Kompromiss präsentierte, der von allen Seiten akzeptiert wurde.

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