Weil am Rhein Mehr Zuschüsse, kürzere Betreuung

Beatrice Ehrlich
Mit der Kürzung der Ganztags-Öffnungszeiten im U3-Bereich könnte der grassierende Fachkräftemangel etwas entschärft werden. Foto: Symbolbild/Pixabay

Die Organisation der Kinderbetreuung ist ein Dauerthema in Weil am Rhein. Um die steigende Nachfrage zu befriedigen, müssen weiter neue Plätze für alle Altersstufen geschaffen werden, so das Fazit im Kultur-, Sport- und Verwaltungsausschuss, dem zudem zwei Anträge der Träger vorgelegt wurden.

Von Beatrice Ehrlich

Weil am Rhein. Was für ein Balance-Akt es für die Stadtverwaltung jedes Jahr ist, die Weiler Kinder mit KiTa-Plätzen zu versorgen, wurde am Dienstag den Ausschussmitgliedern einmal mehr vor Augen geführt. Die von Hauptamtsleiterin Annette Huber vorgestellte aktuelle Bedarfsplanung, die Versorgungsbilanz sowie Maßnahmen zum Abbau des Fehlbedarfs der Weiler Kindergärten führte vor Augen, wo sich bereits jetzt, aber auch in den kommenden Jahren Betreuungslücken auftun (wir berichten noch ausführlich). Zur Debatte standen außerdem zwei Anträge von Trägern der Kinderbetreuung, die in der kommenden Gemeinderatssitzung zur Abstimmung gestellt werden sollen.

So beantragt der Fachdienst Kindertagespflege, unter dessen Dach Tagesmütter und Tagesväter ihre Dienste anbieten, dass die Stadt Weil am Rhein die bisher geltende Limitierung für kommunale Förderung auf 20 Plätze aufhebt. Im Rahmen des „Weiler Modells“ werden derzeit 20 Plätze in der Kindertagespflege mit einem Zuschuss von zwei Euro pro Stunde bei maximal 20 Betreuungsstunden von der Stadt bezuschusst, hinzu kommen die Sozialabgaben auf diese zwei Euro. Weitere 6,50 Euro der Kosten für die Tagespflege werden vom Landkreis übernommen, wofür die Eltern 203 Euro pro Monat an den Kreis entrichten. Die darüberhinausgehenden Kosten für die Tagespflegepersonen, die nach Angaben Hubers zwischen 9,50 und zehn Euro liegen, müssen die Eltern übernehmen.

Weil am Rhein sei die einzige große Kommune im Landkreis, die eine solche Limitierung noch aufrechterhalte, heißt es in dem Antrag.

In der Regel würden um die 80 Kinder in der Kindertagespflege betreut, so Huber. Ziel sei, Eltern, die ihre Unter-Dreijährigen bei Tageseltern betreuen lassen, nicht schlechter zu stellen als solche, deren Kinder eine KiTa besuchen. Durch die Förderung von rund 60 weiteren Plätzen würden Mehrkosten in Höhe von rund 143 000 Euro entstehen, die laut Verwaltung ausdrücklich unter Finanzierungsvorbehalt stehen.

Einem weiteren Antrag des katholischen Trägers haben sich die anderen Träger angeschlossen, die Ganztagsbetreuung anbieten. Darin geht es um die Forderung, die Öffnungszeiten in der Ganztagesbetreuung von derzeit 50 auf 45 Stunden zu reduzieren. Die Verwaltung schlägt vor, diese Reduzierung zunächst vorläufig für einen Zeitraum von zwei Jahren zu beschließen.

Kürzere Betreuungszeit im Ganztag im Blick

Als Gründe werden der Fachkräftemangel und die großen Herausforderungen in der Personal- und Betreuungsplanung im Ganztag genannt. Zudem würde die volle Betreuungszeit selten genutzt, wie Huber anmerkte. Den Einwand mehrerer Ausschussmitglieder, dass Eltern dadurch in Schwierigkeiten kommen können, wollte Oberbürgermeister Wolfgang Dietz nicht gelten lassen: Man könne nicht für jede individuelle Problemlage eine Lösung präsentieren, sondern den Eltern lediglich ein Angebot unterbreiten, so das Stadtoberhaupt.

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