Weil am Rhein Mit Abstand, Ampeln und Apotheke

Im wöchentlichen Turnus wird zwischen Präsenz- und Fernunterricht gewechselt. Foto: sba/Silvia Marks

Weil am Rhein - Auch an den Weiler Grundschulen hat am Montag wieder der Präsenzunterricht begonnen. Wie die Vorgaben der Corona-Verordnung dort umgesetzt werden und ob es im Vergleich zum Schulstart im September nach dem ersten Lockdown Veränderungen gibt, dazu hat sich unsere Zeitung bei den Schulen umgehört.

Im wöchentlichen Wechsel werden die Schüler an der Rheinschule in Friedlingen unterrichtet. „Wir machen es genauso wie beim ersten Mal“, sagt Schulleiter Bernhard Nopper. In der ersten Woche wurden die Klassenstufen eins und drei unterrichtet, nächste Woche sind dann die Zweit- und Viertklässler dran. Die Schüler werden dann nochmals in zwei Gruppen eingeteilt, die von 8 bis 10.15 Uhr respektive von 10.45 bis 13 Uhr Unterricht haben. „Ein Viertel der Schüler hat also jeweils gleichzeitig Unterricht“, sagt Nopper. Daneben gibt es die Notbetreuung, die momentan von 40 Kindern genutzt wird.

Nopper betont aber auch, dass trotz der vorsichtigen Öffnung Kontaktvermeidung weiter das Gebot der Stunde ist. Die Freude bei Schülern wie Eltern sei aber durchweg deutlich zu spüren, schildert er seinen Eindruck. „Allen fällt ein Stein vom Herzen.“

An der Hans-Thoma-Schule in Haltingen ist das Vorgehen ähnlich. Auch hier werden immer zwei Klassenstufen pro Woche unterrichtet. „Die Kinder sind froh, dass sie wieder ihre Freunde treffen können“, sagt Schulleiterin Gabriele Sautter. Derzeit hat jedes Kind jeden zweiten Tag Unterricht. Ab dem 8. März ist dann geplant, die Zahl der morgens anwesenden Schüler noch einmal zu verdoppeln – vorausgesetzt, die Pandemielage lässt dies zu. Denn: „Wir sind trotz der jetzt erfolgten vorsichtigen Öffnung nach wie vor im Lockdown“, sagt Sautter mit Blick auf die Gesamtsituation. Auch sei man weit entfernt von einer Normalität, wie es sie vor Auftreten der Corona-Pandemie gab.

Neustart und Herausforderung

Grundsätzlich ist sie aber überzeugt: „Kinder gehören an die Schule.“ Denn gerade Grundschüler seien bei der Gestaltung des Lernens zuhause auf ihre Eltern angewiesen. Die Pandemie bedeute für die Schulen einen kompletten Neustart und eine große Herausforderung. „Das wird uns noch lange beschäftigen“, ist sie überzeugt.

An der Hermann- Daur-Schule in Märkt, der kleinsten Weiler Grundschule mit derzeit 47 Kindern aus Märkt und Ötlingen, wird tageweise gewechselt. Nach dem ersten Lockdown habe man den Wechsel wochenweise vorgenommen. „Das Schöne an dieser Situation ist, dass die Kinder den Schulbesuch schätzen“, schildert Schulleiterin Anna Kruse ihre Erfahrungen der ersten Woche. Es besteht keine Präsenzpflicht, vielmehr könne zwischen Präsenz- und Fernunterricht gewählt werden. „Aber trotzdem sind alle da“, freut sie sich.

„Die Kinder sind glücklich, und für sie war es höchste Zeit“, sagt auch Stephan Hölscher, Rektor der Leopoldschule. Dort wechseln die Schüler im wöchentlichen Turnus zwischen Präsenz- und Fernunterricht. Es bedeute zwar einen erhöhten Aufwand für alle Beteiligten, die Maßgaben aus Stuttgart umzusetzen, aber man schaffe das. Die Notbetreuung werde von mehreren Eltern für ihre Kinder in Anspruch genommen. Auch digital habe man aufgerüstet, um den Fernunterricht zu ermöglichen.

Kollegium hält zusammen

Hölscher kritisiert, dass man entgegen anderslautender Ansagen vom Land bisher keine FFP2-Schutzmasken für die Lehrkräfte erhalten haben. Als positiv vermerkt er hingegen, wie stark das Kollegium in der Krise zusammenhalte. „Ich habe ein tolles Kollegium hier, und unsere Schüler sind sowieso die Besten“, sagt er lachend. „Aber letzteres würde vermutlich jeder Schulleiter sagen.“

Für die Sicherheit der Schüler setzt man auf sogenannte CO2-Ampeln, welche bei einem zu hohen Kohlendioxidgehalt in der Raumluft Alarm geben und an das regelmäßige Lüften erinnern. „Wir haben uns da an der Karl-Tschamber-Schule orientiert, die diese Ampeln schon seit einiger Zeit benutzt“, sagt Hölscher.

An der Karl-Tschamber-Schule hat der Präsenzunterricht diese Woche mit den Klassenstufen eins und drei begonnen. „Die Lehrer finden es gut, dass die Gruppen derzeit so klein sind, aber uns ist auch klar, dass das für Eltern nur eine kleine Erleichterung darstellt“, sagt Rektorin Susan Leonhardt.

Für die Anschaffung der CO2-Ampeln, die in jedem Klassenzimmer hängen und mit ihren Signalen auch die Kinder für das regelmäßige Lüften sensibilisieren sollen, gab es Zuschüsse vom Land. Insgesamt gehe man die zweite Schulöffnung lockerer an als die erste, da man bereits Erfahrungen mit der Umsetzung der Regeln sammeln konnte. Auch kommt zweimal in der Woche ein Weiler Apotheker in die Schule, um die Lehrkräfte auf das Coronavirus zu testen. „Das trägt wesentlich dazu bei, dass sich alle sicherer fühlen“, sagt Leonhardt.

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