Weil am Rhein Mit Aktion Leben in die Bude bekommen

Derzeit noch verwaist: Der Jugendraum befindet sich im Erdgeschoss der Dorfstraße 54 in Ötlingen.Foto: zVg Foto: Weiler Zeitung

Weil am Rhein-Ötlingen (mcf). Der neue Weiler „Streetworker“ arbeitet nicht nur auf der Straße, sondern tritt auch in anderswo und in anderen Formen mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kontakt. Tobias Herbster, seit wenigen Monaten bei der Stadtjugendpflege beschäftigt, zeigte im Ötlinger Ortschaftsrat gemeinsam mit Leiterin Verena Eyhorn ein vielschichtiges Bild der Arbeit auf. Der Fokus der Ortschaftsräte lag darauf, was im Dorf angeboten werden kann. Denn der dortige Jugendraum ist verwaist.

Zum Abschluss der umfangreichen Schilderungen der Tätigkeiten und Aktionen der Stadtjugendpflege sowie der Diskussion schlug Hauptamtsleiterin Annette Huber als Ergebnis vor, eine spezielle Aktion in Ötlingen anzubieten, diese zuvor passend zu bewerben, um damit einen Startschuss zu geben. Ziel ist, die Jugend mit dem Streetworker in Kontakt zu bringen und auch wieder Leben in den Ötlinger Jugendraum zu bekommen. Als Vorbild dient das Märkter Pendant, wo eine Clique sich immer im dortigen Jugendraum trifft.

Herbster hat seit seinem Start im Herbst vergangenen Jahres, soweit es der Lockdown zuließ, die vier Tätigkeitsfelder beackert: Arbeit auf der Straße mit dem Ansprechen von Jugendlichen, Anbieten von Hilfen, dem Kennenlernen und dem Beziehungsaufbau. Zweitens leistet er Cliquenarbeit, so beispielsweise in der neuen McArena in Friedlingen. Drittens kümmert er sich um die Einzelfallhilfe, wobei während der Corona-Zeit die Lernunterstützung einen zentralen Punkt darstellt. Viertens leistet Herbster Gemeinwesenarbeit, zu der Treffen mit Quartiersmanagern oder auch die Begleitung der Spielleitplanung gehört. Auch in Ötlingen habe er sich an unterschiedlichen Orten gezeigt und auf die Möglichkeit des Jugendtreffs hingewiesen. Doch großes Interesse, den Jugendraum mit Leben zu füllen, habe es bislang nicht gegeben. Vielmehr seien der Kirchplatz und der Sportplatz Treffpunkte. Wenn es hier Probleme gebe, versuche er zu intervenieren, bevor die Polizei kommen muss.

Die Einschätzungen

Die Anregung von Kathrin Schröder-Meiburg, mit einer Aktion auf die Angebote der Stadtjugendpflege in Ötlingen aufmerksam zu machen, wurde letztlich auch aufgegriffen. „Man muss es ausprobieren“, zeigte sich Herbster offen. An Jugendlichen im Dorf fehle es jedenfalls nicht, ergänzte Ortschaftsrat Johannes Maier mit dem Verweis auf zwölf Konfirmanden im nächsten Jahr. Es gelte, hier ein kontinuierliches Angebot auf die Beine zu stellen. Ein offensiveres Bewerben des Jugendraums sowie der Angebote der Stadtjugendpflege im Ort hält er für zentral. Barbara Hennig sprach von einer „Henne-Ei-Frage“, also ob man auf die Jugendlichen warte oder man diese über die Angebote locken kann. Die Werbetrommel für die Jugendarbeit werde über verschiedene Kanäle gerüht, so Eyhorn – von Instagram bis zu Schulbesuchen.

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