Weil am Rhein Mit Eleganz und Disziplin

Saskia Scherer
Katharina Heppeler (links) hat während des Rollkunstlauf-Trainings ihre Schützlinge im Blick. Foto: Saskia Scherer

Mittwochnachmittag in der Rollsporthalle im Nonnenholz: Zahlreiche Mädchen drehen Runde um Runde mit Rollschuhen an den Füßen, streuen Drehungen und Sprünge ein. Den jungen Rollkunstläuferinnen des RSV Weil ist ihre Begeisterung für die Sportart anzumerken. Und diese erfreut sich eines großen Zulaufs.

Von Saskia Scherer

Weil am Rhein. Vor einigen Wochen wurde ein Schnuppertraining angeboten, das sehr gut ankam, freut sich Schriftführerin Svetlana Brodt im Gespräch mit unserer Zeitung. 15 Kinder zwischen zwei und 13 Jahren haben auf Rollen trainiert und Spiele gespielt. „Auch die Eltern waren begeistert.“ Fast alle Kinder wurden im Anschluss angemeldet.

Nun herrscht wieder ein Aufnahmestopp. „Die Gruppen sind gut gefüllt“, erklärt Natascha Heppeler. Die 23-Jährige hat als Dreijährige mit dem Rollkunstlauf begonnen, genauso wie ihre Zwillingsschwester Sofia. „Unsere ältere Schwester Katharina hat zuerst damit angefangen, dann wollten wir auch“, lacht sie. Seit sie 16 ist, gibt Natascha Heppeler ihr Wissen auch als Trainierin weiter. „Es ist eine elegante Sportart, aber auch anstrengend. Man braucht Disziplin.“ Dafür könne man schöne Bewegungen ausüben und die Musik interpretieren. „Mit Rollschuhen kommt man ganz anders rüber“, findet die 23-Jährige.

Nach Tieren benannt

Die Gruppen sind nach Meeresbewohnern benannt – Seesterne, Pinguine, Schildkröten, Haie und Delfine. „Pro Gruppe trainieren etwa acht bis zwölf Kinder.“ Bei den „Seesternen“, also den Anfängern, sind es etwas mehr – rund 20. Die „Haie“ trainieren in der Leistungsschiene, sie nehmen zum Beispiel an Süddeutschen und Deutschen Meisterschaften teil.

Mit 16 eine eigene Gruppe

Katharina Heppelers Faszination für den Rollkunstlauf rührt von einem Weihnachtsmärchen auf Rollen, das sie als Siebenjährige angesehen hat. Es folgte eine Schnupperkarte für den RSV – und sie ist bis heute dabei geblieben. Mit 14 begann sie, die Trainer zu unterstützen, mit 16 übernahm sie ihre este eigene Gruppe. „Die Sportart ist etwas Besonderes“, findet Katharina Heppeler. „Viele kennen Rollkunstlauf nicht, es gibt ihn auch nicht in jeder Stadt.“

Anfangs wird zweimal die Woche trainiert, in der Leistungsschiene fünfmal, erläutert Svetlana Brodt. Einmal pro Woche findet das Training online statt – ein Überbleibsel aus der Corona-Zeit. „So können möglichst viele teilnehmen, das wird auch wahrgenommen.“

Das Training beinhaltet viele Trockenübungen für Ausdauer und Kraft. „So eine Kür dauert einige Minuten“, erklärt Brodt. Zum Aufwärmen wird auch getanzt. „Das ist wichtig für das Auftreten.“ Danach geht es auf die Bahn, die Rollkunstläuferinnen üben Sprünge und Drehungen. „Je nach Kategorie wird es immer schwieriger“, sagt die Schriftführerin. „Die Kinder üben sehr selbstständig, sie laufen zum Beispiel ihre Kür durch. Das funktioniert einwandfrei.“

Ziele erreichen

Die Sportlerinnen versuchen, bestimmte Ziele zu erreichen, weiß Brodt. „Sie wollen vorankommen und trainieren darauf.“ Es sei auch schön, wenn viele für die Meisterschaften nominiert werden.

Ein großes Lob hat sie auch für die drei Heppeler- Schwestern übrig: „Das ist ganz tolle Arbeit, die geleistet wird. Was sie für die Kinder geben, ist einmalig.“ Das Vereinsleben im RSV schätzt sie ebenfalls. „Wir sind wie eine kleine Familie und auch für alle Eltern offen.“

Kinder, die neu mit dem Rollkunstlaufen beginnen, stehen meist kurz vor dem dritten Geburtstag, berichtet Brodt. Dass der Sport bis ins hohe Alter ausgeübt werden kann, zeigt das Beispiel von Erika Albiez: „Sie ist über 80 Jahre alt“, erzählt Katharina Heppeler. Ihr Mann habe mitgeholfen, die Rollsporthalle zu bauen. „Sie läuft immer noch auf Rollschuhen und gibt Training. Und ihr Sohn wurde sogar mal Weltmeister.“

Weitere Informationen: Mehr zum Verein gibt es unter www.rsvweil.de.

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