Weil am Rhein Mit Flecklehäs unterwegs

Weiler Zeitung, 13.02.2018 19:41 Uhr

Unter dem Motto „Zämme luschdig sii“ wurden die „Wiler Mooswaldsiechä“ vor 44 Jahren gegründet. Der Name für die neue Clique war schnell gefunden, verbanden die Gründer doch schöne Kindheitserinnerungen an den nahegelegenen Mooswald. Was also lag näher, die Verbundenheit mit dem Quartier so zum Ausdruck zu bringen.

Weil am Rhein (sc). Iris und Walter (Daddi) Beyrer, Siegfried Dudzik, Klaus Dreher und Elvira Knoll waren die Gründerväter und -Mütter. Sie starteten zuerst mit ihren Familien, später kamen Fasnächtler aus der Nachbarschaft und Freunde hinzu. Heute zählt die Clique 17 Aktive, vier Teenager und 13 Kinder.

Ihr Flecklehäs, das in Grün und Braun gehalten ist, spiegelt die Farben des Waldes wider. Die schön geschnitzte Holzmaske, dazu Strohfinken an den Füßen, runden das Gesamtbild ab.

Gemäß ihrem Motto feiern die Wiler Mooswaldsiechä schon immer gerne. Bereits ein Jahr nach der Gründung fand im Raum C 205, dort wo sich heute die Einkauf-Insel befindet, der erste Hemdglunki-Ball statt. Zwei Jahre später platzte der Raum vor lauter Besuchern aus allen Nähten, und die Halle der Leopoldschule wurde als Domizil für die Veranstaltung gewählt. Dort sind die „Wiler Mooswaldsiechä“ seither an jedem „Schmutzige Dunschdig“ zu finden. Der Ball ist beliebt, Hunderte von Besuchern, allesamt im Nachthemd oder Schlafanzug, feiern bei Guggemusik und Tanzmusik.

Seit 1979 ist eine Bänkelsängergruppe aus den Reihen der Mooswaldsiechä beim Schnitzelbanksingen in den Lokalen der Stadt unterwegs. Und selbstverständlich wird an Umzügen teilgenommen – oft mit dem eigens dafür gebauten Wagen. Bei größerer Entfernung zum Umzug wird statt des großen Wagens ein Schürgiwägeli mitgeführt. Bis nach Prag sind die Narren schon gefahren, um dort die alemannische Fasnacht zu präsentieren.

In der ersten Zeit nach der Gründung fand jedes Jahr eine Waldputzete im Mooswald statt. Dieser schöne Brauch ist eingeschlafen, doch es gibt Überlegungen, ihn wieder aufleben zu lassen.

Vereinsheim geschaffen

Lange Jahre war das Gasthaus „Mooswald“ auf der Leopoldshöhe Treffpunkt oder Endstation nach einem Umzug. Seit März 2010 verfügt die Clique über die „Siecheschüüre“ in Alt-Weil. Kurz vor der Kronenkurve, in einem ehemaligen Stallgebäude, haben sich die Mitglieder ein Vereinsheim geschaffen. Viel Eigenarbeit wurde geleistet, heute findet sich dort ein Sitzungs- und Veranstaltungssaal, es gibt eine „Saustallbar“, und auch die sanitären Einrichtungen wurden hergerichtet. Zuletzt wurde die Fassade im Jahr 2016 aufgewertet. So ausgestattet ist die Schüüre nicht nur für die vereinsinternen Veranstaltungen gerüstet. Offen für alle sind die Räume beispielsweise beim Hock im Mai, am Narrenbaumstellen oder wie am kommenden Samstag, wenn auf den Lindenplatz das Narrenfest stattfindet. Auch am Buurefasnachtssonntag sind die Türen für alle geöffnet.

Der Vorsitzende Timo Zipfel, die Schriftführerin Diana Himmelsbach und der Schüürewart Stefan Zipfel sind auch schon von Kindesbeinen mit dabei. Tradition und Brauchtum liegen den „Wiler Mooswaldsiechä“ seit eh und je am Herzen. Das 44-jährige Bestehen ist einmal mehr ein Grund, kräftig miteinander zu feiern.

Weil am Rhein (sc). Bemerkenswert ist, dass es einen Jugendbetreuer bei den „Wiler Mooswaldsiechä“ gibt, der sich in besonderer Weise um die Belange des närrischen Nachwuchses kümmert. Ausflüge, kleinere Veranstaltungen und vieles mehr sollen dafür sorgen, dass sich die Jugend in der Clique angenommen und wohlfühlt.