Weil am Rhein Mit Hauptamtlichen Ziele erreichen

Der Einsatz am Bässlergut beschäftigte die Feuerwehr Weil am Rhein mehrere Tage lang. Foto: Marco Fraune

Weil am Rhein - Die Freiwillige Feuerwehr Weil am Rhein soll vier zusätzliche Planstellen erhalten. Es geht darum, mit dem ersten Löschfahrzeug schneller am Einsatzort zu sein. Auch können dann laut Kommandant Frank Sommerhalter die ehrenamtlichen Wehrleute entlastet werden. Genug zu tun gebe es an verschiedenen Stellen. Die Politik steht hinter der Ausweitung der Hauptamtlichkeit.

Eine detaillierte Auflistung der Aufgaben und Stundenleistungen hat den Mitgliedern des Kultur-, Sport- und Verwaltungsausschusses noch einmal vor Augen geführt, wie vielfältig und arbeitsintensiv das Wirken der Wehr ist. Einstimmig empfahlen sie daher dem Gemeinderat für dessen Sitzung am morgigen Dienstag die Zustimmung zur Stellenmehrung.

Schon im März hatte der Gemeinderat dem Feuerwehrbedarfsplan zugestimmt und den aufgestockten Stellenplan beschlossen, womit ein positives Votum morgen als Formsache gilt.

Schneller ausrücken

Mit den vier zusätzlichen hauptamtlichen Stellen will Kommandant Sommerhalter erreichen, dass zukünftig tagsüber von 7 bis 16 Uhr das erste Löschfahrzeug mit einer Staffel von sechs Einsatzkräften besetzt werden kann. Somit könne es schneller ausrücken und am Schadensort eintreffen. Noch liege der Zielerreichungsgrad bei 42,5 statt bei 80 Prozent.

Außerdem sollen diese hauptamtlichen Kräfte auch Kleineinsätze tagsüber komplett eigenständig übernehmen, was zu einer Entlastung der Ehrenamtlichen und damit auch der Arbeitgeber führe.

Auch andere Aufgaben

Der technische Unterhalt und die Einsatz- und Ausbildungsplanung erfordert einen immer größeren Zeitaufwand, weiß Sommerhalter. Vor allem die regelmäßig vorgeschriebenen Prüfungen von Fahrzeugen und Geräten nehme extrem viel Zeit in Anspruch. „Mit dem vorhandenen Personal ist es aktuell nicht möglich, alle geforderten regelmäßigen Prüfungen durchzuführen“, lieferte der Kommandant Einblicke.

Eine Untersuchung habe gezeigt, dass ein Bedarf von 9,27 Stellen besteht. Weitere Arbeiten müssten zudem noch erledigt werden, womit zehn Stellen als erforderlich angesehen werden. Mit der Durchführung und Übernahme von bestimmten Arbeiten könnten vorhandene Anlagen auch besser ausgelastet und Einnahmen erzielt werden. Ebenfalls wird ein Einspareffekt hinsichtlich externer Schulungen gesehen.

Politik für Stellenplus

Volle Rückendeckung für die Wehr und die Stellenmehrung gab es fraktionsübergreifend im KSVA. Die Wehr von heute sei nicht mehr die von vor fünf oder zehn Jahren, weiß Wolfgang Roth-Greiner (FDP) um die gestiegenen Anforderungen. Das vorgelegte „hervorragende Konzept“ überzeugte auch Claus Weibezahl (CDU).

Irmgard Lorenz (Grüne) lobte: „Das Konzept ist schlüssig.“ Nicht nur die ehrenamtlichen Wehrleute, sondern auch deren Familien würden künftig entlastet, ergänzte Susi Engler (UFW).

Ob die neuen Hauptamtlichen für mehrere Jahre gebunden werden können, es also arbeitsrechtliche Möglichkeiten gibt, konnte OB Wolfgang Dietz auf Nachfrage von Eva-Maria Bozenhardt (CDU) noch nicht abschließend darlegen.

Vom Klimawandel sei die Wehr in Punkto trockene Wälder noch nicht als Hochrisikogebiet betroffen, erklärte Sommerhalter auf Nachfrage von Matthias Dirrigl (SPD). Doch: „Die Einsätze werden komplexer.“ Einen herkömmlichen Autobrand habe man früher innerhalb von einer Stunde löschen können, bei einem Elektrofahrzeug seien es nun mindestens sechs Stunden. Auch der Brand beim Bässlergut habe gezeigt: Nicht nur alle Weiler Wehrleute waren im Einsatz, sondern die Hauptamtlichen mussten über vier Tage lang dann die komplett genutzte Ausrüstung wieder in Schuss bringen.

Rund 150 ehrenamtliche Einsatzkräfte

Die Freiwillige Feuerwehr Weil am Rhein hat aktuell rund 150 ehrenamtliche Einsatzkräfte. Für die Führung und Leitung der Wehr, zum Unterhalt der Fahrzeuge, Geräte und der persönlichen Schutzausrüstung, für alle spezifischen Feuerwehrverwaltungsaufgaben, für die Einsatz- und Ausbildungsplanung, für das Bearbeiten aller Belange der Wehr im Vorbeugenden Brandschutz sowie für alle Belange der kommunalen Notfallalarmplanung werden hauptamtliche Kräfte eingesetzt.

Aktuell besetzen sieben Mitarbeiter die sechs Stellen. Fünf der vorhandenen Mitarbeiter sind einsatzdiensttauglich, davon vier zusätzlich noch ehrenamtliche Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr. Der Kommandant führt seinen Einsatzdienst immer hauptamtlich aus.

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