Weil am Rhein Mit hohem Engagement und vielfältigen Aufgaben

Beim Stammtisch des Willkommenskreises: (v.l.) Nadine Müller (Integrationsmanagement), Monika Biber (Helferkreis), Anu Karjalainen (Referentin Flüchtlingskoordination), Shazia Jamal (Gast), Sigrid Fuchs, Katharina Hütter (beide Helferkreis) und Karin Rühle (Berufsbegleiterin) Foto: sc Foto: Weiler Zeitung

Weil am Rhein (sc). Eine Plattform zum Austausch zu geben, das ist das Ziel beim vierteljährlichen Stammtisch des Willkommenskreises. 2015 gebildet, besteht dieser aus vielen Ehrenamtlichen, die den Geflüchteten zur Seite stehen wollten. Die Initiative ging von OB Wolfgang Dietz aus, der alle sozialen und kirchlichen Einrichtungen an einen Tisch holte.

Seitdem ist viel passiert. Projekte wurden erfolgreich umgesetzt, und noch heute stehen die Ehrenamtlichen mit viel Energie und Motivation an der Seite der Migranten. Sehr erfolgreich verlaufe das Ausbildungsprojekt, in dem 30 Auszubildende jeweils einen ehrenamtlichen Begleiter an der Seite haben. „Monika Biber ist hier unglaublich rührig“, sagt Sigrid Fuchs. Biber und Fuchs sind schon seit Beginn mit dabei.

Begleitung im Berufsleben

Karin Rühle betreut drei Auszubildende bei der Firma Hieber. Volker Titze ist Ausbildungsbetreuer von drei jungen Gambiern. Zwei davon stünden kurz vor dem Berufsabschluss. Rückblickend sagt Titze: „Es ist schon eine ganz besondere Leistung, die die jungen Männer gebracht haben.“ 2015 seien sie in Deutschland angekommen, vier Jahre später blicken sie auf eine erfolgreiche Lehre zurück in anspruchsvollen Berufen, wie dem des Autolackierers, des Einzelhandelskaufmanns und des Kochs. Während der Lehrjahre war Titze gefordert, vor allem „Unterstützung im Dschungel der Bürokratie“ zu leisten.

Mittlerweile seien die drei zu einem Teil der Familie geworden. Gemeinsam kochen, Ausflüge oder die Fußballbegeisterten zum FC Freiburg mitnehmen, das gehört zum Alltag des Begleiters. Ein großer Wunsch der jungen Männer sei, einmal zu ihren Familien reisen zu dürfen. Wenn das möglich werde, dann will Titze sie dorthin begleiten.

Deutsch unterrichten

Günter und Marianne Groß haben es sich zur Aufgabe gemacht, zwei Familien zu betreuen. Deutsch lernen, Hausaufgabenbetreuung, Verhandlungen mit dem Job-Center, dem Anwalt oder dem Gericht – die Anforderungen sind vielfältig. Die beiden begleiten eine syrische und eine afghanische Familie im Alltag. Die Kinder machen gerade ihren Hauptschulabschluss, der von einem wöchentlichen Praktikum begleitet wird.

Von großer Bedeutung sei in jedem Fall der Kontakt zu den Menschen. Neben der persönlichen Begleitung finden weitere Formen des Zusammenseins statt. Da gibt es beispielsweise das Begegnungscafé am Dienstagvormittag im Alten Rathaus in Weil. Auch im Frauencafé in Friedlingen arbeiten einige Ehrenamtliche mit. Sigrid Fuchs hat eine Mutter-Kind-Gruppe organisiert, die sich einmal im Monat trifft. Auf dem Areal Walter findet zweimal wöchentlich Nachhilfeunterricht für Berufsschüler mit Deutschkurs statt. Demnächst wird zusätzlich Mathematik unterrichtet.

Dankbar für Unterstützung

Und es gibt auch vergnügliche Veranstaltungen, wie das „Watch together“, ein Kino-Abend im Kesselhaus. Diese sehr gut angenommene Aktion wurde mit Geldern des Landratsamts finanziert. Daneben finden Treffen mit anderen Willkommenskreisen statt, die dazu beitragen, dass Erfahrungen und Ideen ausgetauscht werden können.

„Dankbar sind wir für die gute Zusammenarbeit und die stetige Unterstützung durch die Stadtverwaltung“, sagt Fuchs. Mit Anu Karjalainen, der Referentin für Flüchtlingskoordination und den vier Mitarbeitern des Integrationsmanagement, erfahre der Helferkreis kontinuierlich eine wichtige Unterstützung. Das ist auch der Sinn des Willkommenskreis-Stammtisches – Unterstützung durch den Austausch zu finden.

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