Weil am Rhein Mit Metal-Musik, ohne Mittelalter

Das Metal-Festival „Baden in Blut“ soll vom 23. bis 24. Juli stattfinden, aber mit weniger Besuchern. Foto: Alisa Eßlinger

Von Marco Fraune - Auf dem Landesgartenschau-Gelände wird es in diesem Jahr Veranstaltungen geben, doch deutlich weniger und mit weniger Besuchern als in früheren Jahren. Das Metal-Festival „Baden in Blut“ findet statt, das Mittelalterfestival nicht. Aber auch die Landesgartenschau-Gesellschaft hat schon einen Food-Truck-Festival-Interessenten vertröstet.

Baden in Blut mit 500 Gästen

Nach aktuellem Stand können an den beiden Festivaltagen 23. und 24. Juli von „Baden in Blut“ jeweils 500 Personen kommen. Es gibt aber nur einen Vorverkauf, keine Abendkasse.

Auch das offene Konzept ist ein Opfer der Auflagen. So sind Zaungäste, die ansonsten zu den Getränke-, Essens- und Fanartikelständen kostenlos Zutritt haben, nicht mehr erlaubt. Es gibt nur noch einen Konzertbereich mit Zugangskontrolle.

„Zaungäste können wir uns nicht erlauben“, weiß Jürgen Hamel, Vorsitzender des Organisators „Metal Maniacs“ aus Lörrach, um die Corona-Bestimmungen. „Wir sind aber sehr glücklich, dass wir was machen können.“

"Schwierig, Bands zu finden"

Das Hauptproblem war in diesen Tagen, die Bands anzuheuern. Diese waren beim Texten kreativ, doch konnten nicht miteinander proben. „Es war schwierig, Bands zu finden.“ Nun sieht das Konzept vor, moderne Metal-Musik am Freitag zu bieten und am Samstag dann die „Old-School-Varianten“, wie Hamel es beschreibt.

Die zu erfüllenden Auflagen bedeuten für die ehrenamtlich tätigen Musik-Fans der „Metal Maniacs“ auch Mehrkosten. Um die Abstände einzuhalten, sind weniger Personen auf der gleichen Fläche zulässig. Das bedeutet, dass die Tickets statt zuvor 49 Euro für ein Wochenende nun pro Abend 50 Euro kosten, und es gibt nur Eintagestickets. Hamel: „An Infrastruktur müssen wir alles hochziehen.“ Statt zeitgleich 2500 Besucher seien es nun aber nur 500. Der Ticketverkauf soll in der kommenden Woche starten.

Genehmigung auf Basis der geltenden Corona-Verordnung

Remo Schamberger von der Landesgartenschau-Gesellschaft freut sich, dass die Veranstaltung nicht nur bewilligt, sondern nun auch über die Bühne gehen kann. Es seien die normalen Verträge geschlossen worden. Zugleich wurden den Organisatoren die aktuell üblichen Corona-Auflagen durch das Rechts- und Ordnungsamt übermittelt.

Stadtsprecherin Junia Folk erklärt, dass von Seiten der Stadt das Festival erlaubt wurde, also der Veranstalter eine grundsätzliche Zusage erhielt. Die Stadt habe die Genehmigung auf Basis der geltenden Corona-Verordnung erteilt.

Kein Mittelalter-Festival

Gleiches gelte nahezu für das Mittelalter-Festival (MPS), aber mit anderem Ausgang. Mit dem Veranstalter „Mittelalterliche Phantasie Veranstaltungen“ mit Chef Gisbert Hiller sei zwar noch eine Frage offen gewesen, doch die über die „Sozialen Medien“ verbreitete Darstellung, dass die Stadt die Veranstaltung nicht möglich mache, stimme nicht.  Mit dem Veranstalter sei ebenfalls ein Vertrag mit der Corona-Klausel geschlossen worden, erklärt Schamberger.

Er erhielt am Mittwoch die Mitteilung vom MPS, dass dies für Anfang Juli vom Veranstalter abgesagt wurde, da eine Veranstaltung mit 1000 Personen ja nicht genehmigungsfähig sei. Dies nehme er zur Kenntnis. Ob vom 8. bis 10. Oktober noch ein MPS stattfindet, bleibe abzuwarten. So weiß er auch, dass sich der Termin für den Veranstalter rechnen muss. Wenn also zu wenig Besucher kommen dürfen, sei es wirtschaftlich nicht darstellbar.

Auf Anfrage bestätigte der MPS-Veranstalter gegenüber unserer Zeitung die Absage für den Juli.

Filme und Flohmarkt

Fest eingeplant ist hingegen ein besonderes Filmerlebnis, das vom städtischen Kulturamt auf die Beine gestellt wird. Der Parkplatz des ehemaligen Landesgartenschaugeländes soll sich vom 13. bis zum 22. August in ein Autokino verwandeln (wir berichteten).

Darüber hinaus wird der Flohmarkt von Andreas Hempel gleich zwei Mal aufgebaut, am 9. und 10. Juli sowie am 3. und 4. September. Hinzu kommt noch ein Stoffmarkt am 17. und 18. September. Der Moskauer Zirkus will außerdem vom 12. bis 18. Juli ein Gastspiel in Weil am Rhein geben. Für alle diese Veranstaltungen gilt laut Schamberger, dass die gültige Corona-Verordnung eingehalten werden muss.

Absage an Food-Truck-Festival

Selbst eine Absage erteilt hat die Landesgartenschau-Gesellschaft einem Veranstalter, der ein Food-Truck-Festival auf die Beine stellen wollte. Diesen hat er auf das nächste Jahr vertröstet. „Wir müssen abwarten, wie es wird“, weiß auch Schamberger um die aktuell schwierig einzuschätzende Lage in den nächsten Monaten. Auch der Zirkus Knie komme aktuell nicht nach Weil am Rhein.

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