Weil am Rhein Mit Präzision, Kraft und Ausdauer

Zoe Schäuble
Liliya Turkeieva zeigt bei der RTL-Sendung „Das Supertalent“ ihre beeindruckenden Fähigkeiten. Foto: RTL/ Gregorowius

Die Spannung steigt: Am Samstagabend entscheidet sich für die achtjährige Liliya Turkeieva, die derzeit die Rheinschule in Friedlingen besucht, ob und wie ihre Reise bei der RTL-Fernsehsendung „Das Supertalent“ weitergeht.

Von Zoe Schäuble

Weil am Rhein. Den Platz im Halbfinale sicherte sie sich in der Talentshow mit einem Auftritt, der nicht nur die Jury den Atem anhalten ließ: Ihr Tanz an einem vertikalen hölzernen Pfahl, der Elemente des Yoga mit Akrobatik vereint, sieht bisweilen ganz schön gefährlich aus. „Das ist er aber nicht“, stellt die aus einer Zirkusfamilie stammende Liliya klar, die seit ihrem dritten Lebensjahr trainiert. Viel Kraft erfordere er aber allemal. „Die aus Indien stammende Zirkusnummer, die eigentlich eine alte Kampfdisziplin ist, ist körperlich sehr herausfordernd und wird eigentlich nur von starken jungen Männern ausgeübt“, weiß Liliyas Vater, Dmytro Turkeiev.

Eine unvergleichliche Sportart

Der Begriff Mallakhamb leitet sich von den indischen Begriffen „Malla“, was Kämpfer, und „Khamb“, was Stange bedeutet, ab. Mit präzisen Griffen und hoher Geschwindigkeit turnt Liliya mal horizontal, mal vertikal, teilweise sogar in Rücklage an dem Pfahl. „Eine vergleichbare Sportart gibt es nicht“, erklärt Dmytro Turkeiev.

Neben den ungewöhnlichen Positionen, die zusätzlich zur Kraft auch eine extreme Ausdauer erfordern, muss Liliya außerdem schwindelfrei sein. Schließt sie ihre Showeinlage doch mit dem aufrechten Stand auf der Pfahlspitze ab. „Das ist für mich aber kein Problem“, betont Liliya. Wieso ihr das nichts ausmacht? Ihre Eltern, die beide aus der Ukraine stammen, sind zusammen das „Duo Turkeev“. Die Luftakrobaten treten in der ganzen Welt auf und haben unter anderem bereits im Cirque du Soleil mitgewirkt. Für Liliya sei deshalb schon ganz früh klar gewesen, dass sie ebenfalls Akrobatin werden wolle. Seit fünf Jahren trainiert das Mädchen hart für diesen Traum und hat das Zirkusleben schon gut kennengelernt.

Zum ersten Mal mit der Sportart Mallakhamb kam sie als Fünfjährige in Berührung: „Damals habe ich Sandip, einen indischen Artisten getroffen, der in den Zirkus, für den meine Eltern arbeiteten, kam“, erinnert sich Liliya. Sofort sei sie von dem akrobatischen Kraftakt fasziniert gewesen. Dmytro Turkeiev: „Liliya war davon überzeugt, sie könnte das erste Mädchen werden, das den Mallakhamb ausübt.“ Obwohl ihre Eltern ihr zunächst davon abrieten, hielt Liliya an ihrem Traum fest. „Wir haben ihr dann ein Training mit Sandip organisiert und wurden eines Besseren belehrt.“ Mit sechs Jahren feierte Liliya mit einer Mallakhamb-Nummer in einer russischen Kinder-Talent-Fernsehsendung bereits erste Erfolge.

„Mit dem Corona-Lockdown stand die Zirkuswelt dann aber still“, berichtet Liliyas Vater. Weil eine Tour nicht mehr möglich war, entschloss sich die Familie, nach Gottenheim zu ziehen. Im in der Nähe liegenden Zirkus-Trainingszentrum „Fly“ trainiert Liliya seitdem. Die Emmendinger Zirkusschule bietet Unterricht in verschiedenen Disziplinen an.

Ein wenig Aufregung ist immer dabei

Obwohl Liliya bereits einige Erfahrung gesammelt hat, war sie auch vor dem Halbfinale der Sendung „Das Supertalent“, in der seit 2007 Teilnehmer besondere Talente zeigen können, aufgeregt. Noch ist streng geheim, wie Liliya abgeschnitten hat. Im September hat sie es bei der spanischen Version der Fernsehsendung jedenfalls bereits ins Finale geschafft.

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