Weil am Rhein Mit Sonnenstrom von den Dächern

Auf dem Dach: Bürgerenergie-Geschäftsführer Martin Völkle (links) und Wohnbau-Geschäftsführer Andreas Heiler, im Hintergrund die Photovoltaik-Anlage aus Haus 1 an der August-Bauer-Straße Foto: Saskia Scherer Foto: Weiler Zeitung

Auf den Dächern der vier Neubauten der Wohnbau Weil am Rhein, die derzeit an der August-Bauer- und Gustave-Fecht-Straße entstehen, wird künftig Sonnenstrom produziert. Die erste Photovoltaikanlage der Genossenschaft „Bürgerenergie Dreiländereck“ hoch oben auf Haus 1 ist bereits fertiggestellt.

Von Saskia Scherer

Weil am Rhein. Die Anlage auf Haus 2 folgt noch im November, auf den anderen beiden Gebäuden werden die Strommodule im kommenden Jahr realisiert.

„Auf jedem Neubau ergibt eine Photovoltaikanlage einfach Sinn“, sagte Martin Völkle, Geschäftsführer der Bürgerenergie Dreiländereck, gestern bei einem Pressegespräch. Auf Haus 1 sind 190 Module angebracht, die insgesamt rund 52 Kilowatt-Peak ergeben. Das Leistungsmaß Kilowatt-Peak (kWp) gibt an, welche Höchstleistung in Kilowatt eine Photovoltaikanlage erbringen kann. Die Kosten bezifferte Völkle mit rund 50 000 Euro. Auf Haus 2 werden es 76 Module mit rund 21 kWp sein. Beide Anlagen zusammen erreichen dann etwa 73 Kilowatt-Peak für die beiden Häuser. Damit werden voraussichtlich etwa 70 000 Kilowattstunden sauberer Strom pro Jahr produziert.

Je nach Stromverbrauch könnten damit 20 bis 30 Haushalte versorgt werden. Laut Wohnbau-Geschäftsführer Andreas Heiler entstehen in den Gebäuden 1 und 2 insgesamt 36 Wohneinheiten. Es sei vorgeschrieben, dass die Mieter den Strom direkt beziehen können, erläuterte Heiler. „Das macht es etwas aufwendiger. Aber bei einem Neubau kann man das bei der Planung berücksichtigen.“ Die Häuser sind aber zudem ans Stromnetz angeschlossen, so dass auch extern Strom bezogen werden kann, wenn die Anlage auf dem Dach zu wenig produziert. Überschüssiger Strom wird auf diese Weise ins Netz eingespeist.

Mit den beiden kombinierten Photovoltaikanlagen werden laut Völkle rund 50 Tonnen CO2 pro Jahr gegenüber einer Stromproduktion mit fossilen Energieträgern eingespart. „Das erscheint vielleicht erstmal nicht viel, aber die Anlagen haben eine Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren – das summiert sich“, so Völkle. Bei einer Laufzeit von 30 Jahren seien es zwei Millionen Kilowattstunden und 1500 Tonnen CO2. Etwa alle vier Jahren müssten die Anlagen gewartet werden.

Übrigens schließen sich PV-Anlagen und begrünte Dächer nicht gegenseitig aus. „Das ist kombinierbar und das war uns beiden auch wichtig“, betonte der Bürgerenergie-Geschäftsführer. Deshalb wird es zwischen den Modulen in Zukunft grün. Die Gebäude verfügen über Retentionsdächer, die gezielt Regenwasser speichern und dieses zeitverzögert in die Kanalisation abfließen lassen.

Es handelt sich um die erste Zusammenarbeit zwischen Wohnbau Weil am Rhein und Bürgerenergie Dreiländereck. „Ein Mieterstrommodell war für uns sowieso Thema“, erklärte Heiler. Die Bürgerenergie pachtet die Dächer von der Wohnbau und bleibt Eigentümer der Anlagen. Weitere Kooperationen bei zukünftigen Projekten seien auf jeden Fall denkbar, waren sich die beiden Geschäftsführer einig.

Die Bürgerenergie betreibt in Weil auch schon andere Anlagen, etwa auf dem Kant-Gymnasium. Im März sollen übrigens die ersten Wohnungen in Haus 1 an die Mieter übergeben werden, kündigte Heiler an.

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