Weil am Rhein Mit Volldampf zurück auf die Bühne

Joachim Pinkawa
Das TAM-Team nahm am Ende der Vorstellung den begeisterten Applaus des Premieren-Publikums entgegen. Foto: Joachim Pinkawa

Am Freitagabend konnten die Zuschauer im Theater am Mühlenrain (TAM) nach über zweijähriger Corona-Zwangspause wieder einen genüsslichen Theaterabend verbringen. „Dr’ schönschti Dag im Johr“, eine Komödie von Nick Walsh, stand für das TAM-Team als Premiere auf dem Programm.

Von Joachim Pinkawa

Weil am Rhein. Theaterleiter Klaus-Peter Klein freute sich, nach langer, spielfreier Zeit endlich wieder Publikum begrüßen zu können. Für ihn hätte es als Darsteller des Geburtstagsjubilars Wilfried auch „dr’ schönschti dag im Johr“ und eine wunderschöne Geburtstagsparty werden können, wenn dieser Wilfried nicht so ein Ekelpaket wäre.

Klein überzeugte in der Rolle mit derben und zynischen Ansichten zu den einzelnen Familienmitgliedern und den telefonisch absagenden weiteren Gästen, was die Besucher bereits mit sichtlichem Vergnügen auf einen „richtig schönen Familienabend“ vorbereitete.

Kein Fettnäpfchen wird ausgelassen

Seine Frau Helga (Christine Krauth) versucht zwar mit zahlreichen gut gemeinten Versuchen, das immer rissiger werdende Familienidyll zu kitten, scheitert aber an Wilfrieds unverhohlener Bissigkeit, die wiederum Schwägerin Eva (Sandra Trefzer) auf den Plan ruft, die mit Wonne ihren Finger in jede Wunde legt.

Gleichzeitig sorgt Schwager Hans-Uwe (Manfred Scheewe) mit entsetzlicher Tollpatschigkeit bei Wilfried für reichlich hohen Blutdruck und beim Publikum für entsprechend viel Spaß.

Der Schlagabtausch zwischen Wilfried und seinen engsten Verwandten entwickelt sich rasant und hemmungslos und kaum ein Thema und Fettnäpfchen wird ausgelassen, bis die Reparatur des Klingelknopfes nicht nur zum Stromausfall führt, sondern auch die Lage etwas beruhigt.

Doch dann taucht zu später Stunde auch noch Wilfrieds quirlige, männerverschleißende und in Amerika lebende Schwägerin Rosi (Cornelia Sommer) auf und droht, die mühsam aufrechterhaltene (scheinbare) Harmonie vollends zu ruinieren.

Aus diesem explosiven Gemisch entwickelte sich nach der Pause ein für die Zuschauer wahres komödiantisches Inferno, dem sich niemand, trotz bitterer Wahrheiten und einer blutigen Nase bei Wilfried, sowie einer kaputten Brille bei Schwager Uwe, auch nur im Ansatz entziehen kann.

Darsteller liefern Höchstleistungen ab

Alle Darsteller lieferten in ihren wie auf den Leib geschriebenen Rollen überzeugende Höchstleistungen ab und generierten beim Publikum nicht nur theatralischen Hochgenuss, sondern einen absolut vergnüglichen Theaterabend. „Das ist und war einfach köstlich und endlich wieder das TAM-Theater, wie wir es lieben und auch tatsächlich während der Pandemie vermisst haben“, lautete abschließend der übereinstimmende Schlusskommentar einer Frauengruppe aus der ersten Reihe. Infos zu den weiteren Vorstellungen finden Interessierte unter www.tam-weil.de.

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