Weil am Rhein Motiv mit persönlicher Geschichte

Ingmar Lorenz
Das Werk im Foyer des Erweiterungsbaus des Weiler Rathauses hat für Patrick Luetzelschwab eine ganz besondere Bedeutung. Foto: Ingmar Lorenz

Es ist ein Spiel mit Form, Farbe und Perspektive, zugleich aber auch eine Einladung, eigenen Erfahrungen mit einem Ort nachzugehen, der für Weil am Rhein eine besondere Bedeutung hat: Patrick Luetzelschwab hat mit seinem nun enthüllten Kunstwerk die Dreiländerbrücke ins Rathaus geholt.

Von Ingmar Lorenz

Weil am Rhein. Luetzelschwab wirke mit seinem Werk dem Klischee des grauen, unpersönlichen Verwaltungsgebäudes entgegen, befand Oberbürgermeister Wolfgang Dietz bei der Enthüllung des Kunstwerks, das das Foyer am künftigen Seiteneingang im Erweiterungsbau des Rathauses ziert. Eigentlich habe man vorgehabt, den Neubau dieser Tage schon zu beziehen, allerdings habe sich der Zeitplan nach hinten verschoben, da noch einige kleinere Arbeiten anstehen. Einen gewissen Baustellencharakter hatte das Foyer am Dienstagabend denn auch noch, auch wenn sich schon erkennen ließ, wie der fertige Raum bald aussehen wird.

Erfolgreiche Kooperation mit der Sparkasse

Ein großer Dank des Oberbürgermeisters ging an die Sparkasse Markgräflerland, die über ihre Stiftung zur Förderung von Kunst und Kultur einen Wettbewerb ausgelobt hatte, aus dem Luetzelschwab als Sieger hervorgegangen war. Die finanzielle Unterstützung sei gerade auch in Zeiten, in denen das private Mäzenatentum immer spärlicher vorhanden sei, von großer Bedeutung. Darüber hinaus erwähnte Dietz auch die erfolgreichen Kooperationen mit der Sparkasse in Sachen Kunst am Rathaus: „Schon bei der Einweihung unseres Bestandsgebäudes 1962 stiftete die damalige Bezirkssparkasse Weil ein prägendes Kunstobjekt. Der Brunnen auf dem Rathausplatz – von Rudolf Scheurer entworfen – war ein solches Geschenk und ist ein fester Bestandteil der Gesamtansicht des Rathausplatzes.“

Auch im Alltag sei die Sparkasse ein verlässlicher Partner. Das habe sich zuletzt gezeigt, als es um die Einrichtung von Girokonten für Geflüchtete ging.

Ulrich Feuerstein, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Markgräflerland, gab den Dank an Dietz und die Kommune zurück. Er freue sich, der Stadt und den Bürgern für ihre langjährige Loyalität etwas zurückgeben zu können. Gerade vor dem Hintergrund der weltpolitischen Lage sei es wichtig, das, was man haben dürfe, besonders zu schätzen.

Der Platz für das Kunstwerk sei hervorragend gewählt, betonte Feuerstein. Denn sowohl die Mitarbeiter als auch die Besucher kommen so in den Genuss, sich mit dem Kunstwerk auseinandersetzen zu können.

Heike Piehler, Kunstsachverständige der Stiftung der Sparkasse Markgräflerland zur Förderung von Kunst und Kultur, erklärte, dass die Sparkasse für das Projekt ein Budget von 20 000 Euro zur Verfügung gestellt habe. Luetzelschwab habe sich in einem Wettbewerb gegen vier andere Künstler aus der Regio durchgesetzt. Sie alle hatten die Aufgabe gehabt, sich mit der neuen Foyerwand auseinanderzusetzen und dabei das Selbstverständnis der Stadt Weil am Rhein zu reflektieren, in einen Dialog mit der Architektur zu treten und auf die öffentliche Nutzung des Baus und sein Publikum einzugehen.

Jeder kann seine eigene Geschichte finden

Das Werk von Luetzelschwab zeigt neben der Dreiländerbrücke auch einen gelben Kreis, der zu vielerlei Interpretationen einlädt, aber auch ein blaues Band, das unverkennbar Bezug auf den Rhein nimmt.

Der Künstler selbst sprach allen Beteiligten seinen Dank aus. Für ihn sei das Motiv der Dreiländerbrücke gerade aus dieser Perspektive mit einer ganz besonderen persönlichen Erinnerung verbunden. Denn Luetzelschwabs Großvater arbeitete auf einer Rheinfähre. Häufig saß der Künstler als Junge genau an der Stelle, von der aus der Betrachter auf die Brücke schaut, zum Angeln am Fluss. Schon damals sei es ein Ort der Bewegung – gerade auch zwischen Deutschland und Frankreich – gewesen, wenn auch auf andere Weise als heute. Jeder sei nun eingeladen, in dem Werk seine eigenen Erinnerungen zu suchen und zu finden.

Für den Künstler spielt das nun enthüllte Werk in seinem Œuvre aber noch aus einem anderen Grund eine zentrale Rolle: „Ich war noch nie so aufgeregt“, bekannte er. Entsprechend froh sei er nun, dass alles reibungslos geklappt habe, und das Werk rechtzeitig zur Eröffnung das neue Foyer ziert.

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