Weil am Rhein Nach italienischer Tradition

Sabine Theil
Claudia Giordano mit Schwiegervater Renato Foto: zVg

Adventskalender:
Haustür Nummer 2, Am Rathaus, öffnet Claudia Giordano. Sie ist eine der neu ausgebildeten Stadtführer.

Claudia Giordanos Eltern kamen im Jahr 1968 von Italien nach Frankfurt. Sie selbst kam in Frankfurt zur Welt und ist dort auch aufgewachsen. Ihr Vater arbeitete in einem Vier-Sterne-Hotel, das die Familien der Mitarbeiter zu Weihnachten einlud mit allen Kindern. „Über die Geschenke, die verteilt wurden, habe ich mich damals immer sehr gefreut.“

Nach dem Abitur ist Claudia Giordano zum Studieren nach Rom gezogen. Aus einem geplanten Jahr wurden zwanzig Jahre. Ihr Mann erhielt dann ein berufliches Angebot in Basel, weswegen sie im Jahr 2015 nach Weil am Rhein kamen, wo Tochter Elisa auch gleich eingeschult wurde.

„Die Adventszeit und Weihnachten ist für uns eine ganz besonders wichtige Zeit“, so Claudia Giordano, die nach italienischer Tradition den Baum bereits am 8. Dezember aufstellt. Der 8. Dezember (Mariä Empfängnis) ist in Italien ein Feiertag.

Leider spielen sie in diesem Jahr nicht in der Weihnachtsgeschichte im Theater am Mühlenrain mit. „Mit viel Spaß standen mein Mann Maurizio, unsere Tochter und ich 2017, 2018 und 2019 auf der TAM-Bühne. Durch Corona gab es einen Unterbruch.“

Heiligabend und Weihnachten ist für die Familie Giordano ein Familienfest. An allen drei Tagen wird festlich gegessen. Das Menü an Heiligabend kommt aus Süditalien und basiert auf Fisch. Die Rezepte sind überlieferte Familienrezepte. Als erster Gang gibt es Pasta mit Muscheln, dann folgt „insalata di rinforzo“, ein Blumenkohlsalat mit Oliven, eingelegtem Gemüse und mit viel Essig verfeinert. Der nächste Gang ist ein geschmorter Endiviensalat „scarola alla napoletana“. Für den Hauptgang backen Langusten im Ofen und als Nachtisch kommen Gebäck und Trockenfrüchte wie Feigen, Pflaumen und ein Mix aus Nüssen auf den Tisch. Besonders freuen sich alle auf „struffoli“, kleine ausgebackene Bällchen mit Honig, die typisch für Süditalien sind. Schwiegervater Renato hat Weihnachten sehr geliebt. „Durch ihn habe ich die Schönheit der Weihnachtszeit wieder entdeckt.“ Höchstpersönlich hat er die Zutaten für die Festtage besorgt und sich sehr auf das Fest gefreut. „Leider ist er vor zwei Monaten verstorben. Die Tradition des Weihnachtsessens nach altem Familienrezept werden wir ihm zu Ehren weiterführen.“

Familienrezept geschmorte Endivien

Zutaten:
 1 kg glatte Endivien, 3-4 EL Olivenöl, 2 Knoblauchzehen, 20 g Pinienkerne, 100 g schwarze entkernte Oliven, 10 gesalzene Kapern (vorher etwas waschen und trocknen) und 100 g grob gehackte Walnüsse (oder Rosinen)

Zubereitung:
 Endivie klein geschnitten im Wasser abkochen, den harten Teil nicht verwenden. Inzwischen Pinienkerne in Pfanne rösten. Endivie abtropfen lassen, dann in Olivenöl und Knoblauch anbraten, salzen. Nach etwa zehn Minuten fügt man die restlichen Zutaten wie Pinienkerne, Oliven, Kapern und Walnüsse hinzu. Weiter anbraten. Eventuell etwas Olivenöl hinzufügen. Eignet sich als Beilage zu Fisch oder Fleisch. Passt auch als Füllung für Blätterteig, was sehr viele Familien machen – es wird dann Pizza di scarola genannt.

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