Weil am Rhein „Nachtsport“ will Jugendliche in die Halle holen

Weitere Coaches für das „Nachtsport“-Angebot sind willkommen. Foto: zVg Foto: Weiler Zeitung

Von Marco Fraune

Weil am Rhein. Mit Beginn der dunklen Jahreszeit startet an diesem Freitag um 21.30 bis Mitternacht wieder das „Nachtsport“-Angebot für Jugendliche im Alter von 14 bis 20 Jahren. In dieser Woche soll noch auf den Weiler Schulhöfen für das kostenfreie Angebot die Werbetrommel gerührt werden, nachdem dies schon in den Jugendzentren erfolgt ist. Dabei geht es einerseits darum, auf den „Nachtsport“ aufmerksam zu machen. Andererseits will Projektleiter Michael Granzow sein aktuell 14-köpfiges Coach-Team im Alter von 15 bis 22 Jahren auf möglichst 20 Jugendliche aufstocken – besonders Mädchen sind hier willkommen.

Weitere Mädchen gesucht

Aktuell können die Helfer 14-tägig wechseln, doch ein dreiwöchentlicher Turnus wird angestrebt, erläutert Granzow im Gespräch mit unserer Zeitung. Da außerdem mit dem Aktionssport möglichst viele Mädchen angesprochen werden sollen, soll deren Anteil auch bei den Coaches erhöht werden. Aktuell sind es zehn Helfer und nur vier Helferinnen. „Die Jungs kommen von alleine, doch um die Mädchen muss man werben“, verweist Granzow auf Erfahrungen aus der Jugendarbeit. Bei den Schulen, auf die die Jugendlichen gehen, seien aber alle weiterführenden vertreten.

Einen Treffpunkt bieten

Die Umsetzung des „Nachtsports“ erfolgt im Rahmen des Projekts „Kinderfreundliche Kommune“ in Zusammenarbeit mit dem SAK in Lörrach, der damit beauftragt wurde. Geboten werden Sport, Musik, Tanzen, Work-out, Slacken sowie ein Treffpunkt für Mädchen und Jungen. Ende der vergangenen Saison kamen zwischen 30 bis 40 Teilnehmer, nachdem es zu Beginn noch eine „Anfangseuphorie“ mit bis zu 100 Besuchern gegeben hatte, blickt Projektleiter Granzow zurück. Ziel ist, den Jugendlichen einen Treffpunkt für sportliche Aktivitäten zu bieten.

Alkohol und Zigaretten

Dass vor der Egersporthalle bereits ein Treffpunkt von Jugendlichen besteht, die hier auch rauchen und Alkohol konsumieren, ist Granzow bewusst. „Wir müssen damit umgehen.“ Soll heißen: Für die Dauer des Nachtsports werden die draußen stehenden Jugendlichen gebeten, die Musik leiser zu drehen und keine Zigaretten oder Wodka zu konsumieren, damit der Weg in die Halle für die Nachtsportler nicht zum „Spießroutenlauf“ wird. „Die Coaches weisen darauf hin und lassen sich darauf ein“, so der Projektleiter – manchmal mit, manchmal ohne Erfolg. Restriktiv vom Hausrecht Gebrauch machen will der Sozialarbeiter aber nicht. „Es ist nicht unser Ding, eine Lösung für den Schulhof herbeizuführen.“ Vielmehr setzt er auf einen alkohol- und drogenfreien „Nachtsport“. Angetrunkene müssen draußen bleiben.

Polizei mit im Boot

Bevor der „Nachtsport“ am Freitag startet, erfolgte in der vergangenen Woche noch ein Netzwerktreffen. „Die Resonanz war positiv“, sei auch die Polizei hier mit im Boot gewesen. Denn einige Polizisten werden „einfach nur so“ auch in dieser Saison vorbeikommen. „Man begegnet sich dann anders“, setzt Granzow auf eine gute Kommunikation untereinander.

Als „Wermutstropfen“ bezeichnet er es aber, dass sich bisher die Anwohner nicht bei den Treffen haben blicken lassen, auch von der Wohnbau sei niemand dabei gewesen. Schon vorgestellt hat sich hingegen Philipp Roniger, der ab Jahresanfang für drei Monate die Aufgaben von Granzow übernimmt.

Zukunft noch unklar

Zum Abschluss der Nachtsport-Saison am 12. April ist er aber wieder dabei. Dann ziehen Stadt und SAK nach gut zwei Jahren „Nachtsport“ auch Bilanz, ob das bis dahin befristete Angebot weiterlaufen soll. „Die Anzahl der Teinehmer ist gut, aber nicht das Hauptkriterium“, verweist der Projektverantwortliche nicht nur auf Quantität, sondern auch auf die Qualität. Dass er weitermachen will, wird aber deutlich. So blickt Granzow nach Lörrach, wo seit über einem Jahrzehnt den Jugendlichen das Angebot gemacht wird.

 Jugendliche, die als Coach aktiv werden wollen, können sich per E-Mail an nachtsport@sak-loerrach.de bei Michael Granzow melden sowie über Facebook oder Instagram (nachtsportweil) Kontakt aufnehmen.

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