Weil am Rhein Nächste Woche wird es kritischer

Der Austrieb in den Reben ist noch nicht weit fortgeschritten (Symbolfoto). Foto: Alexandra Günzschel

Weil am Rhein - Ob der Kälteeinbruch der vergangenen Tage sich negativ auf die Reben ausgewirkt hat, können die Weiler Winzer noch nicht genau sagen. Sie sind aber recht guter Dinge, da der Austrieb noch nicht so weit fortgeschritten ist.

„Das Ausmaß lässt sich nächste Woche genauer abschätzen“, kündigt Werner Röschard vom Weingut Röschard an. Wie es den Kirschen ergangen ist, wisse er ebenfalls noch nicht. Aber auch, wenn alles gut gegangen sein sollte, sei die Unsicherheit noch nicht vorüber. Schließlich kommen Mitte Mai noch die Eisheiligen. „Es kann immer noch etwas passieren. Das ist aber auch von der Lage abhängig.“

Am Ostermontag war Rö­schard in den Reben, in einer Anlage am Schlipf, wo Chardonnay angebaut wird. „Die Sorte treibt normal sehr früh aus.“ Die Knospen seien auch zum Teil aufgebrochen, aber es seien noch keine Blätter sichtbar. Beiaugen seien zum Teil ebenfalls noch zu. „Es kann aber trotzdem Schaden entstehen“, weiß der Winzer. Bei Sorten wie Gutedel und Spätburgunder seien die Knospen noch geschlossen. „Dort sehe ich keine Gefahr.“

Auch Michael Heintz, Geschäftsführer der Haltinger Winzer eG, will noch keine konkrete Aussage treffen, ob der Frost Schäden angerichtet hat. „Aber die Tendenz ist nein“, meint er. Im Moment sei der Austrieb noch nicht so weit. Außerdem seien eher höhere Lagen betroffen, weil die kalte Luft von oben kam. „Da waren die Reben dieses Mal besser dran. Wir hoffen, dass wir gut durchkommen.“ Beim Obst habe es aber schon einiges getroffen.

Gefährlicher sei allerdings die kommende Woche, weil dann die Vegetation auch schon eine Woche weiter sein wird. „Dann sind die ersten kleinen Blättchen draußen, und diese sind anfälliger.“

Die Anlagen des Weinguts Schneider seien eher weniger betroffen, vermutet Christoph Schneider. „Es sah noch nicht so schlimm aus“, so sein Eindruck, nachdem er draußen war. Auch er meint, dass die nächste Woche kritischer sei, wenn es nun wieder wärmer und dann noch einmal kalt werde.

Seit dem Jahr 2017, als der Frost 70 Prozent der Ernte der Schneiders forderte, sei auch der Rebschnitt angepasst worden, dieser werde von Mitte Januar bis März vorgenommen. „Je später dieser erfolgt, desto später treiben die Reben aus.“ So könne man etwas vorbeugen. Ohnehin sei der Austrieb aktuell noch nicht so weit gediehen, sagt auch Schneider. Am ehesten sei der Chardonnay betroffen. „Aber ich kann es noch nicht abschätzen. Manche erholen sich auch ganz gut, wie wir einmal beim Burgunder gesehen haben.“ Diese Sorte sei weniger gefährdet.

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