Weil am Rhein Naturschutzgebiet eine Müllkippe

Überall im Naturschutzgebiet fanden die Aktiven Müll, den andere Zeitgenossen weggeworfen hatten. Foto: zVg

Weil am Rhein - Reifen, Batterien und jede Menge Plastik: Das Krebsbachtal ist ein Naturschutzgebiet, das seit Jahren als Müllkippe missbraucht wird. Dies ist am Wochenende bei einer Sammelaktion unter Leitung des Trinationalen Umweltzentrums (Truz) abermals deutlich geworden. Die Umweltschützer sehen jedoch kaum Möglichkeiten, gegenzusteuern.

Alte Reifen, giftige Batterien, jede Menge Plastik

Mit völligem Unverständnis blickt Truz-Mitarbeiterin Birgit Frosch auf die gesammelten Müllberge. Neben prall gefüllten blauen Säcken stehen einige der rund 40 freiwilligen Helfer, die das Krebsbachtal auch in diesem Jahr von Schrott befreit haben. Alte Reifen fanden sie ebenso wie giftige Batterien. „Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass dies ein Naturschutzgebiet ist“, weiß die Truz-Mitarbeiterin. Schließlich befinde sich der vom Krebsbach durchzogene Grünstreifen inmitten von Wohnbebauung und Verkehrswegen.

Letzteres erleichtert zugleich die illegale Müllentsorgung. So können Auto- oder Kleinlasterfahrer einfach am Hang anhalten, den Kofferraum öffnen und ihren Unrat herunterwerfen, ohne große Angst vor einer Entdeckung haben zu müssen. „Schilder aufzustellen, das bringt gar nichts“, ist sich Frosch sicher. Zwar könnten hohe Zäune errichtet werden, doch dann wiederum behindere man den Wildwechsel.

Die Stadt wisse auch von dem Problem und der Betriebshof hat die Entsorgung des eingesammelten Mülls übernommen, doch man könne laut Truz ansonsten wenig tun. Dennoch müsse das Problem irgendwie gelöst werden.

Müllpartikel und Gifte gelangen in den Krebsbach und in den Boden.

Die Auswirkungen des Mülls in der Landschaft hat laut den Naturschützern vielfältige Folgen. Die meisten Tierarten würden sich zwar an den herumliegenden alten Möbeln oder Fahrzeugteilen erst einmal nicht stören und auch die Plastikplanen könnten von den Reptilien als Rückzugsraum genutzt werden, doch langfristig komme es zu Umweltschäden. So gelangen laut Truz Müllpartikel oder Gifte auch in den Krebsbach und in den Boden. „Die langfristige Vergiftung von Arten ist noch unklar, doch vor allem gibt es hier allgemein dann Umweltprobleme.“

Daher erfolgen Müllsammelaktionen schon seit Jahren, da ansonsten der Waldboden komplett vom Müll bedeckt wäre, heißt es.

Wurden in den Vorjahren junge Schüler mit eingebunden, waren nun die Erwachsenen besonders gefragt. Unter den 40 Aktiven gab es Vertreter von DLRG, Truz und auch einer Geocacher-Gruppe sowie sonstigen Helfern.

illegale Müllentsorgung kaum aufzuhalten

Als Funde des Tages gelistet sind zudem ein halbes Nummernschild, eine Zigarettendose voll Pillen, ein Ausweis, ein Führerschein und mehrere Bankkarten, die dann direkt der Polizei übergeben wurden.  In den Vorjahren wurden auch schon TV-Geräte und Kühlschränke gefunden.

Die Truz-Mitarbeiternwundert daher wenig. Dass in den kommenden Jahren ein ganzes Autowrack dort stehen könnte, würde sie nicht überraschen. Weil die illegale Müllentsorgung kaum aufzuhalten sei, will das Truz in der nächsten kalten Jahreszeit wieder durch das Naturschutzgebiet gehen und mit Helfern Autoreifen & Co. einsammeln – und dorthin bringen, wo sie fachgerecht entsorgt werden.

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