Weil am Rhein Neuer Vorsitzender, alter Wunsch

Das aktuelle Domizil der Gemeinde in Friedlingen Foto: Fraune Foto: Weiler Zeitung

Weil am Rhein (mcf). Die alevitische Gemeinde hat eine neue Führungsspitze. Was als zentrale Herausforderung bleibt, ist die Suche nach einem neuen Gemeindehaus.

Der neue Vorsitzende ist ein bekannter. Nedim Yildiz war bereits von 2007 bis 2012 Vorsitzender der Weiler Gemeinde, seinerzeit der jüngste Gründungsvorstand der alevitischen Gemeinden Europas. Mittlerweile 43 Jahre alt, ist er immer noch stark gesellschaftlich engagiert. Neben einem Vorstandsposten in einem Heimatverein und einer Tätigkeit in einem Verein in der Schweiz hat er Anfang dieses Monats in Weil am Rhein das Amt des Vorsitzenden von Saadet Grandazzo Akyıldız übernommen, die nun Koordinatorin für den alevitischen Religionsunterricht bei der Alevitischen Gemeinde Deutschlands, Landesvertretung Baden-Württemberg, ist. Ihm zur Seite steht als Co-Vorsitzender Yildirim Müslüm.

Viele verschiedene Projekte schreibt sich die neue Vorstandsspitze auf die Agenda. So soll im aktuellen Gemeindehaus das Angebot deutlich erweitert werden. Gibt es bisher drei Kurse, werden es den Bestrebungen zufolge künftig zehn. Dazu zählen Angebote in den Bereichen Musik, Tanz und Tradition. Aber auch Nachhilfe für Grundschüler in den Fächern Mathe, Deutsch und Englisch werde es geben, ebenso wie Gitarrenunterricht. Einmal im Jahr soll ein Konzert stattfinden.

Als größtes Projekt steht bei der alevitischen Gemeinde weiterhin die Suche nach einem Gebetshaus als neuer Gemeindemittelpunkt an, da die Miete im aktuellen Domizil in Friedlingen kräftig ins Kontor schlägt. Und obwohl der neue Vorsitzende die Beziehungen zur Nachbarschaft als gut bezeichnet, komme es bei Abdankungsfeiern doch zu Störungen, Stichwort: Parkprobleme. Kauf und Bau eines neuen Hauses sind daher die Zukunfts-Optionen. „Die Flächen in Weil sind aber rar“, merken Yildiz und zuvor Grandazzo.

Außerhalb von Weil am Rhein haben sich die Vorstandsmitglieder zwar auch schon eine Immobilie angesehen, doch dort fehlte dann der ÖPNV-Anschluss. Dieser wird jedoch für die Schüler benötigt, die unterrichtet werden. Angesichts von 156 Familien als Mitglieder, die monatlich 20 Euro zahlen (Alleinstehende zehn Euro), halten sich die finanziellen Möglichkeiten auch in Grenzen, so Grandazzo. Daher müsse wohl ein Wunder geschehen, wenn es doch noch etwas werde.

„Für uns ist es aber wichtig, dass wir den Kindern, Jugendlichen und Frauen Angebote im Haus machen können“, ergänzt Yildiz. Das Jahresprogramm samt Maihock und Tag der offenen Tür befinde sich derzeit auch in Arbeit. Die alevitische Gemeinde unterstützt zudem in fünf Weiler Schulen den Religionsunterricht für die alevitischen Kinder.

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