Weil am Rhein Neuer Wohnraum bietet Puffer

Weil am Rhein-Haltingen - Einblicke in die neue Container-Wohnanlage haben Interessierte am Sägischopf in Haltingen erhalten. Die Stadt verschafft sich mit den 64 neuen Plätzen Luft, für Flüchtlinge Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Der Willkommenskreis richtet seinen Fokus zudem verstärkt auf neue Angebote.

Ein großer Ansturm blieb am Samstagmorgen zwar aus, doch einige Nachbarn und andere Interessierte nutzten die vom Willkommenskreis gebotene Möglichkeit, mit haupt- und ehrenamtlichen Unterstützern zu sprechen und vor allem eine noch leer stehende Wohnung sowie die gesamte Anlage zu inspizieren. Zweckorientiert lassen sich die mobilen Wohneinheiten beschreiben, also die vier Container. Eine Wohnung beinhaltet dabei vier Zimmer, eine Ess-Wohn-Küche sowie ein Bad mit Dusche, Waschtisch und Toilette. 60 Quadratmeter sind es pro Wohnung. Hinzu kommen noch Container für Technik, Waschmöglichkeiten und Kinderwagen, die neben den Fahrradabstellplätzen unter dem Schopf stehen.

24 Männer und Frauen sowie zwei Kinder leben bereits auf dem Gelände, bis zu 64 Plätze gibt es begrenzt auf drei Jahre. Sukzessive sollen diese belegt werden. Hauptamtsleiterin Annette Huber und die Flüchtlingsbeauftragte Anu Karjalainen achten darauf, dass eine passende Zusammensetzung aus Familien und Singles hier wohnen. Eventuell werden einige Plätze auch erst nächstes Jahr belegt. Huber: „Das hängt von der Zuweisung ab.“

Selbstständig werden

Neben dem Wohnraum, der den Flüchtlingen von den Kommunen im Rahmen der Anschlussunterbringung zur Verfügung gestellt wird, also nach der Aufnahme in den vom Landkreis betriebenen Gemeinschaftsunterkünften, folgt weiterhin die Integrationsarbeit. Die Integrationsmanagerinnen schauen zwar künftig auch am Sägischopf vorbei, doch vor Ort gibt es keine Sprechstunden. Karjalainen: „Ziel ist, dass die Menschen selbstständig werden.“

Willkommenskreis hilft

Und hier wirkt der Willkommenskreis besonders mit. 80 Helfer, von denen zehn bis 15 aktuell als passiv geführt werden, sind im Einsatz. Dieser reicht von der persönlichen Begleitung zum Beispiel bei Behördengängen, über Bekleidungsangebote, Deutsch-Unterricht bis zur Begleitung von Flüchtlingen, die sich in der Ausbildung befinden. Der Willkommenkreis sieht sich nicht als Verein, sondern die einzelnen Aufgaben würden verteilt, erklärt Monika Bieber. Hin und wieder würden auch neue Helfer dazustoßen.

Doch weitere werden gesucht, da neue Aktivitäten angeboten werden sollen, beispielsweise Führungen. „Wir müssen uns einfach fokussieren“, weiß Bieber aber um die insgesamt begrenzten Möglichkeiten. Gleichzeitig schöpfen die Helfer Kraft aus Erfolgen, die sich abzeichnen. So geht Bieber davon aus, dass mehr als die Hälfte der in Ausbildung befindlichen Weiler Flüchtlinge die Lehre mit einem Abschluss beendet. Über die beständigen Strukturen in der haupt- und vor allem auch ehrenamtlichen Arbeit freut sich Hauptamtsleiterin Huber. „Es ist toll, wie es hier in Weil am Rhein gelaufen ist.“

Ortschaftsrätin zufrieden

Dass die Haltinger bei einer besonderen Ortschaftsratssitzung in die Planungen der neuen Wohncontainer außerdem einbezogen wurden und sich die Nachbarschaft auf die neue Situation mit den Wohncontainern eingestellt hat, sieht Ortschaftsrätin Katharina Hütter von politischer Seite positiv. „So ist es eine gute Lösung für alle.“ Der Standort sei zentral, mit ÖPNV-Verbindung versehen und auch die Integration könne erfolgen.

„Da stehen wir aber erst ganz am Anfang“, weiß der Willkommenskreis. Denn die Menschen müssten erst einmal ihr eigenes Leben meistern. Mit dem Start und dem Erreichten ist Huber hier aber zufrieden. Einige Kinder seien laut Karjalainen in Fußballvereinen, oder auch schon mal bei der Feuerwehr dabei gewesen. Sport hält sie für eine gute Integrationsmöglichkeit. „Für die Kinder ist es außerdem einfacher, weil sie die Sprache schneller lernen.“ Insgesamt sei aber die Arbeit „noch nicht fertig“, weiß die Flüchtlingsbeauftragte.

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