Weil am Rhein Neues Wohngebiet an Landesgrenze

Weiler Zeitung, 17.05.2018 19:02 Uhr

Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel Stadt wollen in den nächsten Jahren ein zehn Hektar großes Areal in Otterbach überwiegend als Wohngebiet sowie einen kleinen Teil als Gewerbegebiet ausweisen. Die Flächen befinden sich südlich der Nonnenholzstraße und reichen bis zur Landesgrenze. Mittelfristig kann hier ein neuer, kleiner Stadtteil entstehen.

Von Siegfried Feuchter

Weil am Rhein. Als nächsten Schritt wird die Stadt Weil nach mehreren positiven Gesprächen, wie Stadtbauamtsleiter Christian Renner dem Gemeinderat erläuterte, eine Planungsvereinbarung mit der Einwohnergemeinde der Stadt Basel abschließen. Dann soll das mittelfristig angedachte Projekt, wie Erster Bürgermeister Christoph Huber sagte, auf den Weg gebracht werden.

Südlich von Otterbach an der schweizerischen-deutschen Landesgrenze befinden sich die Grundstücke mit einer Gesamtfläche von etwas mehr als zehn Hektar. Sie gehören zwar der Einwohnergemeinde der Stadt Basel, liegen aber nicht auf Schweizer Hoheitsgebiet. Diese Flächen werden derzeit zum größten Teil landwirtschaftlich genutzt. Zudem stehen noch alte Lagerschuppen auf dem Areal, auch gibt es einige Privatgärten.

Im Flächennutzungsplan sind diese Flächen laut Renner als Gewerbegebiet ausgewiesen. Wegen des hohen Bedarfs an Wohnungen sollen sie nun aber größtenteils als Wohnbauflächen entwickelt werden. Den Wohnanteil gibt die Stadt mit bis zu 80 Prozent an. Die hier wegfallenden Gewerbeflächen sollen an anderen Standorten in der Stadt ausgewiesen werden.

Auf einer Fläche von 9000 Quadratmetern soll eine Wohnbebauung mit vier Vollgeschossen möglich sein, auf 5000 Quadratmetern Wohngebäude mit zwei Vollgeschossen, und auf 44 000 Quadratmetern sollen drei Vollgeschosse erlaubt sein.

Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie haben die Büros Planpartner und Planungsgruppe Süd-West die Bebauungsmöglichkeiten skizziert. Dabei haben die beiden Vertragspartner, also die Stadt und die Einwohnergemeinde der Stadt Basel, sich auf folgende Planungsziele verständigt:

 Es wird eine Bebauung mit einer Geschossflächenziffer von rund 1.2 angestrebt.

  Der Wohnanteil soll in dem Mischgebiet überwiegen (60 bis 80 Prozent) und optimal hoch sein, wobei städtebauliche Belange und die Wohnqualität berücksichtigt werden.

  Die städtebauliche Struktur soll grundsätzlich kostengünstiges Wohnen zulassen. Ungefähr ein Drittel der Wohnfläche soll dem sozialen Wohnungsbau zugeführt werden.

 Angestrebt wird eine nachhaltige Siedlungsentwicklung, insbesondere im Hinblick auf die Themen Mobilität, Freiräume sowie städtebauliche und architektonische Attraktivität.

Das weitere Verfahren sieht laut Renner nun vor, dass sechs bis zehn Planungsteams städtebauliche Ideen zur Überbauung der zehn Hektar erarbeiten. Anschließend werden zwei bis drei Büros zu einem Varianzverfahren (Mehrfachbeauftragung) eingeladen. Daraus erhoffen sich Weil und Basel einen Vorschlag, der dann in einen Bebauungsplan mündet. Das Mehrbeauftragungsverfahren soll ab 2020 umgesetzt werden.

Jürgen Valley (SPD) wollte wissen, inwieweit sichergestellt sei, ob die Einwohnergemeinde der Stadt Basel als Eigentümerin die Grundstücke auch tatsächlich für den Wohungsbau bereitstellt und wie die Vermarktung aussieht. Renner machte deutlich, dass diese Fragen geklärt werden, zumal beide Seiten ein Interesse an einer Umsetzung dieses Wohngebiets hätten. Und Erster Bürgermeister Huber wies daraufhin, dass ein Verkauf der Grundstücke möglich sei, da sie nicht auf Schweizer Hoheitsgebiet liegen.

Johannes Foege (SPD) gab zu bedenken, dass man sich auch rechtzeitig Gedanken über den Ausbau der Infrastruktur in Otterbach machen müsse. Denn wenn dorthin viele neue Bürger hinziehen, bedürfe es beispielsweise genügend neuer Kindergartenplätze und einer Schule.

 
          0