Weil am Rhein Nicht mehr als sechs Personen

Mitglieder des Städtepartnerschaftsvereins in Bognor Regis bei einer Wanderung Foto: zVg

Weil am Rhein/Bognor Regis - Die Bürger in der Weiler Partnerstadt Bognor Regis in England haben das Glück, in der Pandemie-Stufe 1 (von 3) zu sein. „Das bedeutet, dass wir wenige Covid19-Fälle hier im Süden haben“, berichtet Heather Perrot, die Vorsitzende des dortigen Städtepartnerschaftsvereins. Einige Gebiete im Norden seien schon bei Stufe 3, und London ist vergangene Woche auf Stufe 2 gehoben geworden.

„Die Zahlen aber beginnen hier auch ständig zu steigen, so dass auch wir mehr Acht geben müssen“, schildert Perrot. Derzeit herrsche in Bognor Regis immer noch die „Rule of 6“. Sechs Personen aus verschiedenen Familien können sich draußen oder drinnen, in einem Haus, Garten, Café oder Restaurant treffen. „Mehr als sechs Personen geht nicht, und man soll sich auch distanzieren.“

„Coffee Mornings“ und Wanderung

Der Partnerschaftsverein habe diese Regel ausgenutzt. „Zwei Mal im Sommer haben wir ,Coffee Mornings’ organisiert. Es waren drei oder vier Gastgeber, mit vier oder fünf Gästen bei jedem Haus oder Garten. Das war ein großer Erfolg. Unseren Mitgliedern hat es so gut gefallen, einander nach langer Zeit wieder zu sehen.“ Im Oktober wurde eine Wanderung organisiert, bei der separate Gruppen von fünf Personen dieselbe Zehn-Kilometer-Strecke gelaufen sind, und anschließend an verschiedenen Tischen gegessen haben.

Das Kino in Bognor hat jetzt wieder geöffnet, und auch das Theater in der zehn Kilometer entfernten Domstadt, Chichester. Die festliche Beleuchtung die Strandpromenade entlang brennt wieder jeden Abend bis 23 Uhr. „Man kann schwimmen, Tennis spielen, ins Fitnesszentrum und zum Friseur gehen.“ In den Sommerferien haben viel mehr Urlauber den Strand und das Meer in Bognor Regis genossen, da für die meisten Menschen Auslandsreisen im Moment nicht in Frage kommen, berichtet Perrot. Das Wetter habe auch glücklicherweise mit vielen warmen sonnigen Tagen mitgespielt.

Kleine Betriebe haben zu kämpfen

Bedauerlicherweise gebe es aber auch ernsthafte Probleme. „In Teilen unserer Stadt gibt es wegen covidverursachter Arbeitslosigkeit echte Armut. Einige Alleinerziehende haben nicht genug Geld, den Kindern gesundes Essen zu besorgen. Kleine Betriebe können den Kopf nicht über Wasser halten.“ Beispielsweise hätten im Vorort Felpham drei von vier Kneipen – vielleicht für immer – geschlossen.

„Die Menschen beginnen langsam damit, diese ganze Situation satt zu haben. Das Wetter ist nicht mehr so gut, die Abende werden dunkler, man weiß nicht, ob Weihnachten mit der Familie gefeiert werden kann.“ Dem kommenden Winter werde mit Unbehagen entgegen geblickt. „Es ist nicht leicht, den ständig wechselnden Regeln zu folgen, und manche haben auch keine Lust mehr, ihnen zu folgen. Wir sind aber auch dankbar, dass wir hier in dieser schönen Gegend wohnen, und hoffen auf baldige Besserung“, meint Perrot.

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