Weil am Rhein Noch große Lücken

Foto: sba Foto: Weiler Zeitung

Frei zugängliches WLAN wird in Weil am Rhein weiterhin nur vereinzelt bereitgestellt. Es fehlt an Mitwirkenden, räumt Rüdiger Lorenz vom Verein „Freifunk Dreiländereck“ ein. Das Rathaus ist nicht beteiligt, doch die Stadt unterstützt die Bemühungen über die WWT.

Von Marco Fraune

Weil am Rhein. Als „relativ ruhig“ umschreibt der Freifunk-Sprecher Lorenz das Interesse von Seiten der Geschäftsleute und Privatleute, Teil des Netzwerkes zu werden. Derzeit gibt es im Bereich „Lörrach –­ Oberrhein“, der von Lörrach über Weil am Rhein bis nach Efringen-Kirchen reicht, nur 115 Knotenpunkte, womit es sich hier um eine der schwächsten Communities des Vereins handelt. „Hier gibt es noch jede Menge Potenzial“, weiß Lorenz um die Defizite. In Weil am Rhein gebe es aber niemanden, der wirklich aktiv sei, also kräftig weitere Mitstreiter anspricht.

Dennoch geht Lorenz davon aus, dass es ein weiteres Wachstum geben wird. „Das kann nicht von oben verordnet werden“, wollen die Freifunker weiterhin auf die Freiwilligkeit setzen und mit Argumenten überzeugen, da Geld für eine größere Werbeaktion nicht vorhanden sei.

Liste von Vorteilen

Vorbehalte von Gewerbetreibenden, dass mit einem schnellen Internet auf dem Smartphone auch ein schneller Preisvergleich gegenüber Online-Artikeln erfolgen kann, will Lorenz nicht gelten lassen. Schließlich bestehe auch so für die Kunden die Möglichkeit, dies über den Mobilfunkmasten abzurufen. „Ohne Freifunk kommt man auch an die Informationen.“

Gerade für Gemeinden im Grenzgebiet sei es vielmehr Teil einer Gastfreundschaft, den vielen Franzosen und Schweizern das WLAN anzubieten. „Ohne die Schweizer Umsätze würde es hier ganz anders aussehen“, blickt der Freifunker auch auf das mit dem Einkaufstourismus verbundene große Sortiment in den Geschäften und insgesamt einer größeren Einzelhandelsdichte.

Wenn Weiler Bürger Besuch haben, könne diesen außerdem das Freifunk-Netz angeboten werden. „So gibt es für die einen ungehinderten Zugang zum schnellen Internet, ohne eine Anmeldung beim Gastgeber.“

Als weiteren Pluspunkt einer langen Liste sieht Lorenz das soziale Argument. Einer sozialen Spaltung wirke man mit dem freien Internet entgegen, da mehr Bürger eine hohe Datenrate haben – ohne einen deutlich teureren Handyvertrag abschließen zu müssen. Schließlich würden bis hin zur Zusendung von Bewerbungsunterlagen viele Prozesse mittlerweile nur digital ablaufen. „Da ist Freifunk also ein wichtiges soziales Bindeglied.“

Ziel des Vereins ist, dass es möglichst viele offene WLAN-Netze im Stadtgebiet von Weil am Rhein und in der Umgebung gibt, womit es dann ein lückenlose Verbindung geben würde. „Das entfällt, wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht“, weiß Lorenz.

WWT unterstüzt

Beim Blick auf die Freifunk-Netzwerk-Karte fällt auf, dass es zwar an der Apotheke am Rathaus, doch im Rathaus selbst keinen Hotspot hat. Dies habe „technische Gründe“. So werde über Unitymedia das WLAN für wartende Bürger kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Stadt unterstütze über die eigene Wirtschaftsförderungsgesellschaft WWT die Bemühungen des Vereins, das WLAN-Netz in Weil auszubauen. So warb Geschäftsführer Peter Krause bereits bei Händlern. Sein Domizil sowie die Tourist-Info wurde zudem technisch aufgerüstet, um Freifunkern das offene Netz zur Verfügung stellen zu können. „Für Besucher in der Innenstadt ist das sicher ein zusätzliches attraktives Angebot“, erklärt Hauptamtsleiterin Annette Huber.

Freifunk in der Eisdiele

Teil des Freifunk-Netzwerkes ist auch der Betreiber des Eiscafés Carlo, Juan Carlos Carignani. Freifunk sei wichtig für den Einkaufstourismus, betont er den Standortvorteil-Aspekt. Als „Service am Kunden“ sieht Carignani das kostenlose offene WLAN-Netz an. Mit dem Freifunk Dreiländereck sei er zudem rechtlich auf der sicheren Seite.

Dass nicht deutlich mehr Gewerbetreibende mitmachen, liege eventuell an der technischen Hürde, die aber gemeinsam mit dem Verein überwunden werden könne, so der Eiscafé-Inhaber. Technisch affin habe er selbst sich hingegen einen Router angeschafft und die notwendige Software heruntergeladen. Seitdem sammelte Carignani nur positive und keine negativen Erfahrungen mit dem offenen WLAN-Netz in seiner Eisdiele. „Es wäre gut, wenn mehr mitmachen“, hofft er auf ein künftig engmaschigeres Netzwerk in Weil am Rhein.

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