Weil am Rhein Nur noch mit einer Einbauküche

Die städtische Wohnbau vermietet ihre Wohnungen, wie hier in der Elsässerstraße 6, nur noch mit Einbauküche. Foto: zVg

Weil am Rhein - Die städtische Wohnbau ist dazu übergegangen, nur noch Wohnungen mit einer Küchenzeile zu vermieten. „Wir wissen aber noch nicht, wie pfleglich die Mieter mit dem Mobiliar und den Elektrogeräten umgehen“, erklärt Wohnbau-Geschäftsführer Andreas Heiler die seit zwei Jahren gängige Praxis. Er erhofft sich damit unter anderem, dass zwischen den Vermietungen eine kürzere Zeitspanne unterm Strich steht, also der Vermittlungszeitraum reduziert wird.

Eingebaut werden die Küchen von einem Schreiner. Es handele sich nicht um eine Baumarktküche, sondern höherwertige Küchen. Darin enthalten sind dann auch ein Herd mit Cerankochfeld, ein Kühlschrank sowie soweit möglich auch eine Geschirrspülmaschine. Heiler: „Wenn etwas kaputt geht, dann ersetzen wir das.“

Für die Nutzung der Küche müssen die Mieter dann monatlich zahlen. Eine kleine Küche schlägt mit 40 Euro zusätzlich zur Miete zu Buche, eine einzeilige Küche mit 50 Euro und eine zweizeilige mit 60 Euro. Insgesamt rechnet die Wohnbau damit, dass sich die Anschaffung und der Einbau nach etwa acht Jahren amortisieren.

Noch ist die neue Praxis nicht allzu weit verbreitet im Wohnungsbestand der Wohnbau. Von den insgesamt 1081 Wohnungen sind in der Danziger Straße 17/1 und 17 überall Küchenzeilen eingebaut, summa summarum 61, doch im weiteren Wohnbau-Bestand nur weitere etwa 75. Das hängt damit zusammen, dass die neue Praxis bei Neuvermietungen erfolgt. Durch die Fluktuation in den Wohnungen gibt es sukzessive neue Küchenzeilen. „Vier Mieter wohnen aber schon 60 Jahre in ihrer Wohnbau-Wohnung“, weiß Heiler darum, dass es noch lange dauern kann, bis überall der Küchenbauer zum Einsatz kommt.

Teilweise nur 3,75 Euro

Die lange Mietdauer schlägt sich auch in den erzielten Mieterlösen der Wohnbau nieder. So bezahlen einige Alt-Mieter noch 3,75 und teilweise 3,90 Euro pro Quadratmeter. 18 Wohnungen liegen unter der Grenze von vier Euro pro Quadratmeter, weiß der Wohnbau-Geschäftsführer. Bei Neuvermietungen werden hingegen durchschnittlich 7,50 bis acht Euro fällig, für öffentlich geförderten Wohnraum sieben Euro.

Um die Diskrepanz zwischen Alt- und Neu-Vermietungen nicht zu groß werden zu lassen, so Heiler, erfolge aktuell eine allgemeine Mieterhöhung von 15 Prozent, wobei die Zustimmungsphase derzeit läuft. Eine „Gleichberechtigung im Haus“ müsse es geben. Maximal sollen dann aber 7,50 Euro fällig werden. „Mit den moderaten Mieterhöhungen wappnen wir uns für die Zukunft“, rechnet Heiler damit, dass aufgrund der aktuellen Bautätigkeiten im gesamten Stadtgebiet das Verhältnis von Angebot und Nachfrage sich wieder ändern wird. Für einen Wettbewerb um interessierte Mieter will Heiler mit in gutem Zustand befindlichen Wohnungen punkten.

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