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Weil am Rhein-Ötlingen Sängern brechen die Einnahmen weg

Norbert Sedlak
Der Vorstand des Gesangvereins (von links): Gerhard Linder, Fritz Bühler, Werner Lorenzen, Jubilarin Christel Merkt, Hans-Dieter Stern, Joachim Elis und Vorsitzender Ulrich Kunzendorf Foto: Norbert Sedlak

Während der Pandemie waren die Aktivitäten des Gesangvereins „Eintracht“ Ötlingen stark eingeschränkt. Den einzigen Ausweg aus ihrer finanziellen Krise sehen die Mitglieder in der Erhöhung der Mitgliedsbeiträge.

Der Gesangverein Eintracht 1843 Ötlingen leidet finanziell an den dramatischen Auswirkungen der Corona-Pandemie. Durch den Wegfall verschiedener Einnahmequellen wie der Altpapiersammlungen oder der Beteiligung am „Weinweg in Flammen“ sowie diverser Aktivitäten seien einzig die Mitgliedsbeiträge als Einnahme zu verbuchen, hieß es bei der Mitgliederversammlung am Freitag. Die Ausgaben seien gleich geblieben. Darum blieb keine andere Wahl, als die Mitgliedsbeiträge ab dem kommenden Jahr massiv zu erhöhen.

Der Vorsitzende Ulrich Kunzendorf freute sich, im voll besetzten Nebenzimmer des „Ochsen“ neben seinen Sängern auch Passivmitglieder, Ortsvorsteher Günter Kessler, Pfarrerin Bertina Müller und Ortschaftsräte begrüßen zu dürfen.

Jahresrückblick

Seit 35 Jahren sei er im Gesangverein, erinnerte Kunzendorf. Es habe Höhen und Tiefen gegeben, doch Corona sei ein tiefer Einschnitt gewesen. Auftritte waren nicht mehr möglich, die Proben fanden in Scheunen statt.

2023 feierte der Verein mit zwei großen Veranstaltungen sein 180-jähriges Bestehen. Die Matinee am Muttertag und das Konzert in der Kirche im Herbst mit Beteiligung des Singkreises und der Brassband aus Kiew waren ein voller Erfolg. Der Gesangverein sei ein Aushängeschild, der Volkstrauertag wäre ohne Chor noch trauriger, bemerkte Kunzendorf. Schriftführer Joachim Elis berichtete über ein ausgefülltes Sängerjahr. Auftritte an der Daurhütte oder am Volkstrauertag und Weihnachten sowie die Ständchen zu Geburtstagen dürften nicht unerwähnt bleiben.

„Guter Zusammenhalt“

Dirigent Michael Friesen zeigte sich in seinem ersten Jahr sehr zufrieden mit dem bewältigten Pensum. Im Chor gebe es einen guten Zusammenhalt und jeder bringe sich ein. Es sei etwas Besonderes, den traditionsreichen Verein dirigieren zu dürfen, sagte Friesen. Stimmlich gebe es eine Steigerung.

Finanzen

Kassierer Werner Lorenzen informierte über die finanzielle Schieflage des Vereins. Bescheidenen Einnahmen stünden Ausgaben in Höhe von mehreren tausend Euro gegenüber. Der Verein erhalte zwar Spenden. An einer Beitragserhöhung komme man dennoch nicht vorbei, so sein Fazit.

Nach langer Diskussion wurde die Erhöhung ab 2025 mit einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen beschlossen. Der Aktivenbeitrag liegt bei 110 Euro, Passivmitglieder bezahlen künftig 50 Euro. Auch wurde beschlossen, dass die Beitragsfreiheit für Ehrenmitglieder ab dem kommenden Jahr entfällt.

Wahlen

Ortsvorsteher Günther Kessler war Wahlleiter. In ihren Ämtern bestätigt wurden der stellvertretende Vorsitzende Gerhard Linder, Schriftführer Joachim Elis und Passiv-Beisitzer Fritz Bühler. Neuer Kassenprüfer ist Hans-Dieter Reiff.

Ehrungen

Kunzendorf ernannte Christel Merkt für ihre 30-jährige Mitgliedschaft zum Ehrenmitglied.

Schlussendlich drückte Ortsvorsteher Kessler noch wortreich seine Freude über das Wirken der Sänger im Dorf aus. Er hoffe auf neue Sänger für den Chor, unterstrich er. Pfarrerin Bertina Müller und der Ortsvorsteher betonten die würdige Bereicherung an den Gedenktagen durch den Gesangverein.

Termine

Die Wanderung an Himmelfahrt findet am Donnerstag, 9. Mai, statt. Der Gesangverein nimmt am Sonntag, 4. August am Festival der Chöre teil. Es finden Auftritte am Volkstrauertag und am ersten Weihnachtsfeiertag statt. Voraussichtlich 19 Ständchen werden an Geburtstagen gesungen.

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