Weil am Rhein Ötlinger Segways bald auch in Basel

Die Segways aus Ötlingen sollen künftig nicht nur in Freiburg und Weil fahren, sondern auch in Basel. Foto: zVg/wz

Weil am Rhein  - Das Segway-Angebot des Ötlingers Marcus Reichenbach ist während der Corona-Krise ausgebremst worden. Nun will er wieder kräftig Gas geben und neben seinen Touren in Weil am Rhein und Freiburg auch in Basel die Gefährte rollen lassen. Zwischenzeitlich musste der Betreiber einer Werbeagentur in seiner Segway-Sparte rund 90 Prozent Umsatzeinbußen verkraften.

Der Compagnon Lothar Luboschik ist seit Mitte vergangenen Jahres nicht mehr bei der Firma „e-slide Dreiländereck“ aktiv, da sich dieser auf sein Café im Dreiländerblick konzentriert.

Die geräuscharmen, elektrisch angetriebenen Transportmittel sollen nach dem Shutdown nun sukzessive wieder mehr auf die Strecke gehen. Ein Mitarbeiter ist als Tour-Führer jeweils im Einsatz. Mittlerweile klingelt beim Anbieter auch wieder vermehrt das Telefon. „Wir freuen uns auf einen schönen Sommer“, gibt sich Reichenbach optimistisch.

In den zurückliegenden Monaten konnten teilweise keine Touren angeboten werden, teilweise nur mit zwei Haushalten und fünf Personen oder ähnlichen Corona-Auflagen. „Es war nicht so einfach.“

Lange mit der Vergangenheitsbewältigung aufhalten will sich der Ötlinger zudem trotz des Umsatzeinbruchs nicht. „Ich will auch nicht die Politik kritisieren, die grundsätzlich einen guten Job gemacht hat.“ Natürlich seien auch Fehler passiert. „Die Situation war aber für alle neu.“

Für den 51-Jährigen stellte sich aber das Problem, nicht von den Corona-Hilfen profitieren zu können. Die ansonsten beauftragten studentischen Hilfskräfte und Rentner erhielten auch kein Kurzarbeitergeld, sondern dieser Extra-Verdienst entfiel.

Angesichts des Homeoffice-Trends hofft der Ötlinger, dass Teamleiter und Personalverantwortliche ihre Mitarbeiter zu Segway-Firmen-Events einladen, was dem Geschäft von Reichenbach einen Schub geben würde.

Im Gegensatz zu reinen Veranstaltern habe er aber nicht so schlecht geschlafen, da die Segway-Touren nur einen Teil der Einnahmen ausmachen. Das Hauptgeschäft stellt die Werbeagentur dar. Nun will Reichenbach aber mit neuem Tatendrang das Freizeitangebot forcieren.

35 Segway-Maschinen des Ötlingers sind in Freiburg täglich und mehrmals täglich sowie in Weil am Rhein vor Corona unterwegs gewesen, wobei in der Grenzstadt die Firmen-Termine mehr dominierten. Die Phase, als der Tourismusbereich und die Firmen-Events komplett wegfielen, hat der Unternehmer genutzt, um sich mit der nun anstehenden Expansion zu beschäftigen.

Als „touristisch interessant“ bezeichnet es Reichenbach, auch in Basel-Stadt die Segway-Touren anzubieten. Dazu muss er aber eine Firma in der Schweiz eröffnen. Denn: Die Geräte muss der Ötlinger in der Schweiz anmelden und versichern, damit er Schweizer Kunden auf dem eidgenössischen Grund und Boden bedienen kann.

„Es gibt umfangreiche Auflagen.“ So müssen die Geräte auch in die Schweiz importiert werden. „Der Start in Basel hängt von Corona ab“, erklärt Reichenbach. „So schnell als möglich“ soll es jenseits der Grenze losgehen.

Grundsätzlich gebe es auch wenige Anbieter in der Region. Statt eines starken Wettbewerbs setze man hier auf gegenseitige Unterstützung. Die Anbieter wissen zugleich, dass es nach über 15 Jahren Segway-Trend keine neuen Geräte mehr gibt, da diese nicht mehr gebaut werden.

Weil aber reichlich Ersatzteile zur Verfügung stehen, geht Reichenbach davon aus, auch noch in den nächsten fünf bis zehn Jahren die Segways auf die Strecke schicken zu können. „Im Laufe der Zeit bleibt es ein außergewöhnliches Freizeitangebot.“ Daher müsse selbst in zehn Jahren nicht zwangsläufig Schluss sein.

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