Weil am Rhein Offener Campus als Ziel

Der neue Schulleiter Bernhard Nopper muss sich in die neuen Strukturen einfinden. Foto: Marco Fraune Foto: Weiler Zeitung

Mit lückenhaften Kenntnissen über die Rheinschule, doch klaren Vorstellungen für die zukünftige Ausrichtung der Grundschule in Friedlingen ist der neue Schulleiter in dieser Woche gestartet. Bernhard Nopper hat die Traumvorstellung von einer „Art von offener Campus, in dem sich Stadtteil und Schule begegnen“. Doch erst einmal muss der Alltag gemeistert werden.

Weil am Rhein. Eineinhalb Jahre lang musste das Kollegium nach dem Weggang von Schulleiter Oliver Simon alleine den Schulalltag meistern. Ein gutes Jahr gibt sich Nopper nun Zeit, akute Dinge wie Raumbelegungen oder das Computernetzwerk in die Spur zu bringen. Auch die Umsetzung des neuen Bildungsplans und der veränderten Notenbildungsverordnung stehen an. „Das bindet einfach Kraft.“ Strukturen und Kollegen kennenlernen Erst einmal will Nopper mit jedem Kollegen ein Gespräch führen, da er noch nicht wisse, wer für was genau zuständig ist, macht er aus diesen und weiteren Defiziten bei seinem Wissensstand über das Schulleben keinen Hehl. Immerhin arbeiten an der Rheinschule neben den etwa 30 Lehrern mit unterschiedlichen Stundenzahlen auch etwa 15 Nicht-Lehrer. Hierzu zählen, Freiwilliges-Soziales-Jahr-Kräfte, Helfer in der Mensa, Leiterinnen von Arbeitsgemeinschaften oder auch der Hausmeister. Sowohl vom Förderverein („der funktioniert“) als auch vom Elternbeirat („sehr engagierte Eltern“) hat er aber bereits einen positiven Eindruck gewonnen.

Eigenes Rollenverständnis ist im Werden begriffen Zwei Tage nach dem Start gibt Nopper aber auch zu: „Ich suche noch nach meiner Rolle.“ Wichtig sei ihm, dass Lehrer bei nicht allein zu lösenden Konflikten den Schulleiter um Hilfe bitten. Mit der Organisation des Ganztagsbetriebs, bei dem unter anderem das Mittagessen in zwei Schichten unter die insgesamt etwa 230 Schüler verteilt wird, will sich Nopper noch näher auseinandersetzen. Hinzu komme natürlich die pädagogische Komponente mit der Implementierung des Bildungsplans und der motivationsfördernden Form der Notenbildung, also der veränderten Verordnung.

Lehrer zieht es weiter nach Freiburg An der Zufriedenheit der Eltern und der Schüler mit der Schule will der neue Schulleiter gemessen werden. „Und daran, dass die Kollegen sagen: Ich gehe gerne hier hin.“ Dabei weiß der Grenzach-Wyhlener zugleich, dass viele aus Freiburg ins Dreiländereck pendeln und daher lieber kürzere Wege zur Arbeit zurücklegen würden. „Die Tendenz von hier nach Freiburg ist ungebrochen.“ Viele hätten also den Wunsch, in die Breisgau-Metropole versetzt zu werden. „Für viele wird es aber ein Wunsch bleiben.“ Auch bei den Honorarkräften komme es immer wieder zu Veränderungen. Um die Fluktuation wissend, will er motivierend positiv entgegensteuern. „Hier geht es darum, die Kollegen zu begeistern, für Dinge, die passieren sollen.“

„Offener Campus“ und „ganz normale Schule“ Hierzu zählt für Nopper langfristig auch der „offene Campus“. Entgegen kommt der Schule, dass alles vor Ort ist, wie die Diakonie. „Das ist ein Glücksfall und die Chance, eine Schule zu sein, die im Stadtteil verankert ist.“ Zwar sei die Schule in einem „anspruchsvollen Stadtteil“, doch auch „eine ganz normale Schule“, die ein vielfältiges Angebot aufweise und „sehr gut aufgestellt“ sei. Dies erfordere zudem von Lehrern und Schulleitung ein Verständnis für andere Kulturen.

Neben den bestehenden Kooperationen sollen weitere folgen. „Die Kinder sollen merken, dass Friedlingen eine Infrastruktur hat, die über den Stadtteil hinaus wirkt.“ Ob es dann auf den „offenen Campus“ hinauslaufe, kann der 59-Jährige nicht sagen, der bis zur Pension aber darauf hinwirken will. „Es gilt, im Stadtteil präsent zu sein und die Präsenz hier zu haben.“

Umfrage

Laschet

Die Bundestagswahl 2021 ist entschieden. Nun stehen schwierige Koalitionsverhandlungen an. Welches Regierung wünschen Sie sich? Jamaika oder eine Ampelkoalition?

Ergebnis anzeigen
loading