Weil am Rhein Ohne Verantwortungsbewusstsein

Am Weiler Krebsbach ist illegal Müll entsorgt worden. Foto: zVg

Weil am Rhein - Illegale Müllentsorgung ist ein Thema, das immer wieder aufkommt – denn immer wieder taucht solcher Abfall in der Natur auf. Am Osterwochenende haben Spaziergänger unsachgerecht entsorgtes Material am Weiler Krebsbach entdeckt.

Neben einem Überlaufbecken liegt Material, das wohl vom Rückbau einer Gartenhütte oder eines Geflügelstalls stammt – es handelt sich um Eternitplatten, Heraklithplatten und mit Kalk weiß gestrichene Holzbretter, die offensichtlich als Tür dienten, so die Beobachtung der Spaziergänger.

Bei dem Fundort handele es sich allerdings nicht um städtisches Gelände, wie Stadtsprecherin Junia Folk auf Nachfrage unserer Zeitung berichtet. „Das Gelände gehört der Deutschen Bahn.“ Deshalb sei das Unternehmen auch letztendlich für die Entsorgung des illegal abgeladenen Mülls zuständig.

Keine „Hot Spots“ in Weil am Rhein

Es gebe rund um Weil schon Bereiche, an denen immer wieder Müll gefunden wird, auch weil dort Menschen campieren, weiß Folk. Die Stelle am Krebsbach zähle aber nicht dazu. Regelrechte „Hot Spots“ gebe es in Weil nicht, teilt Anna Sebastian, Pressesprecherin des Landkreis-Eigenbetriebs Abfallwirtschaft, auf Nachfrage mit. „Aber am Rebgartenweg in Haltingen, im Dreiländergarten und dem Gelände in der Nähe des Yachthafens wurden bereits mehrmals wild Abfälle entsorgt“, weiß sie.

Nach Meldung einer wilden Müllablagerung prüfen die verantwortlichen Stellen, wer für die Beräumung der Fläche zuständig ist, erklärt Sebastian weiter. Je nach Lage könnten dies ein privater Flächeneigner, Städte oder Gemeinden, der Landkreis oder das Land sein. „Sollte der Landkreis zuständig sein, wird der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft tätig, der die Ablagerung vor Ort beseitigt und über die Deponie Scheinberg entsorgt.“

Bei illegal entsorgtem Müll handele es sich häufig um Restmüll, Kunststoffe, Reifen, Sperrmüll und/oder Bauschutt. „Leider kommt es auch vor, dass gefährliche Abfälle, wie Farbreste, Elektroabfälle oder sogar Kühlschränke wild entsorgt werden“, weiß Sebastian.

Und wie kann dem entgegengewirkt werden? Dafür gebe es kein Patentrezept, meint Stadtsprecherin Folk. „Wenn es in unsere Zuständigkeit fällt, nimmt sich die Polizei-Abteilung des Falls an und es wird Anzeige erstattet.“ Wenn ein Verursacher erwischt wird, werde sein Vorgehen selbstverständlich geahndet.

Abgesehen von der strafrechtlichen Verfolgung sei Aufklärung eine weitere Möglichkeit, mit der versucht wird, an das Gewissen der „Müllsünder“ zu appellieren, ergänzt Sebastian. „Dies ist jedoch sehr schwierig, da neben der Motivation, Entsorgungskosten zu sparen, auch Faktoren wie Bequemlichkeit und fehlendes Verantwortungsbewusstsein eine Rolle spielen.“

Dort lasse sich nur schwer ansetzen. Dass letztere eine zunehmende Bedeutung gewinnen, werde deutlich, da sich bei den gefundenen Abfällen häufig Abfallfraktionen finden lassen, die kostenfrei zum Beispiel auf den Recyclinghöfen abgegeben oder über den Gelben Sack entsorgt werden können.

Bei den beschriebenen Abfällen am Krebsbach handelt es sich dagegen um kostenpflichtige Abfälle, die über die Deponie Scheinberg hätten entsorgt werden müssen. „Hier hat sich jemand offensichtlich Entsorgungskosten sparen wollen“, meint Sebastian. „Zudem ist es höchst unverantwortlich, da Eternit Asbest enthalten kann und somit auch eine gewisse Gefährdung für Mensch und Umwelt besteht.“

Verursacher zu ermitteln, sei sehr schwierig. „In seltenen Fällen finden sich persönliche Schreiben oder Ähnliches in den Abfällen, so dass eine Zuordnung zum Abfallverursacher möglich ist“, berichtet Sebastian. Das genaue Strafmaß hänge von Art und Umfang der Ablagerung ab. „Leider werden nach unserer Erfahrung viele Ermittlungen mangels Beweisen aber eingestellt.“

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