Weil am Rhein Pflanzen mussten Sportgeräten weichen

Regelmäßiges Desinfizieren gehört im Fitnessstudio auch in normalen Zeiten dazu.                                Symbolfoto: sba Foto: Weiler Zeitung

Weil am Rhein (aje). Sport- Fans können nun loslegen: Die Fitnessstudios dürfen ab heute wieder öffnen. Vedat Ates berichtet im Gespräch mit Alisa Eßlinger über die Zeit des Lockdowns und darüber, welche Vorkehrungen im Fitnessstudio und der Physiopraxis „Veamed One“ vorgenommen wurden.

Frage: Nun dürfen auch die Fitnessstudios wieder öffnen. Welche Maßnahmen müssen Sie ergreifen?

Die Maßnahmen waren eigentlich die gleichen wie für alle anderen auch: Wir haben Plexiglas vor die Anmeldung gehängt und tragen Mund- und Nasenschutz. Desinfektionsspender haben wir im Fitnessstudio immer stehen, damit die Kunden nach der Benutzung ihre Geräte reinigen können. Aber unsere Mitarbeiter sind jetzt verstärkt dazu angehalten, in regelmäßigen Abständen die Geräte zusätzlich zu desinfizieren. Außerdem mussten wir die Geräte verschieben oder auch in anderen Räumen unterbringen, um den 1,5-Meter-Abstand zu wahren. Dabei mussten auch einige Pflanzen weichen, weil wir den Platz benötigen. Kurse werden nun auch erst einmal nicht stattfinden, aber wir hoffen, dass es sich bis Ende des Jahres wieder normalisiert.

Frage: Denken Sie, dass die Fitness-Fans nach der Öffnung direkt wieder wie gewohnt zum Training erscheinen?

Ich denke schon, dass die Menschen wieder in die Fitnessstudios kommen. Wir haben auf jeden Fall schon einige Anmeldungen für unsere Aktionswoche erhalten. Außerdem ist die Infektionsrate nicht höher als beim Einkaufen, aber dort hat man zum Beispiel nicht so viele Desinfektionsmöglichkeiten wie im Fitnessstudio.

Frage: Welche Auswirkungen hatte der „Lockdown“ auf das „Veamed One“?

Ein großes Durcheinander: Meine Mitarbeiter und Kunden waren verunsichert und die Richtlinien waren nur sehr schwammig definiert. Die Saison für Fitnessstudios ist eigentlich immer von Oktober bis April, daher ist diese soweit gelaufen und somit fehlen uns Neuzugänge. Aber ich hoffe, dass jetzt, wo viele nicht reisen können und wieder verstärkt auf ihre Gesundheit achten, der Gang ins Fitnessstudio eine gute Alternative bietet. Manche haben ihren Vertrag in der Zeit des Lockdowns pausiert und manche haben ihn weiterlaufen lassen. Für die, die weiter gezahlt haben, werden wir als Dankeschön einen Gutschein oder ein besonderes Angebot machen.

Frage: Haben Sie sportliche Alternativen während der Zeit angeboten?

Ja, wir haben für unsere Kunden, aber auch für die Menschen in Weil am Rhein virtuelle Kurse angeboten. Gerade für die Menschen, die sich noch nicht trauen, wieder ins Fitnessstudio zu gehen, bietet das eine Alternative, den Körper fit zu halten. Wir hatten auch überlegt, ob wir an der freien Luft Sport anbieten sollen. Aber das war mit den ganzen Richtlinien jedoch schwierig durchzuführen.

Frage: Neben dem Fitnessstudio betreiben Sie auch eine Physiotherapie-Praxis. Welche Vorkehrungen mussten Sie treffen, damit weiterhin Kunden kommen konnten?

Vor allem Mund- und Nasenschutz war eine Vorkehrung, die wir und die Kunden treffen mussten. Gerade auch dort, wo der 1,5-Meter-Abstand zu den Patienten nicht eingehalten werden konnte. Bei Patienten, wo es möglich ist, haben wir versucht, so wenig Nähe wie möglich zu suchen. Wir haben einfach Übungen mit den Kunden durchgeführt, bei denen man den Abstand einhalten kann.

Frage: Was nehmen Sie mit aus der Krise?

Ich habe die Krise ehrlich gesagt nicht verstanden. Sie war für mich nicht wirklich greifbar. Ich bin froh, dass bei uns noch alles im grünen Bereich ist, aber welche Erfahrungen ich daraus ziehe, werden wir sehen, wenn es sich wieder normalisiert hat. Ich würde mir nur wünschen, dass sich die Menschen stärker erkundigen, ob man zur Risikogruppe gehört oder nicht. Ein 60-Jähriger gehört offiziell zur Risikogruppe, aber wenn diese Person fit und gesund ist, trifft es wiederum nicht auf sie zu. Von der Landesregierung wäre es gut, solche Fälle klarer zu definieren.

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