Weil am Rhein Podiumsgespräch zum Frauentag

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Ein Werk von Nika Timashkova Foto: Jonathan Labusch

Unter dem Titel „Die Lust am Faden: Textilien zwischen Tradition und Subversion“ diskutieren vier Künstlerinnen über Handarbeit und Kunst.

Mit Helen von Burg, Nika Timashkova, Hannah Kindler und Katharina Kemmerling, kommen bei dem Podiumsgespräch vier regionale Künstlerinnen aus verschiedenen Generationen und Bereichen zusammen, heißt es in einer Ankündigung. Alle verwenden Textil in unterschiedlichen Formen für ihre eigene Arbeit. Im Rahmen des Podiumsgesprächs stellen sie ihre jeweilige künstlerische Praxis vor und gemeinsam mit der Kunsthistorikerin Elena Degen erkunden und kontextualisieren sie in ihrem historischen und sozialen Umfeld. Zu der Veranstaltung laden der Kunstverein Weil am Rhein und die Leiterin der Weiler Museen Barbara Brutscher ein. Moderiert wird sie von Dr. Isabel Balzer und Stella Meris, beide Mitglieder des Kunstvereins.

Von der Arts-and-Crafts-Bewegung in die europäischen Avantgarden

In der Ankündigung heißt es dazu: Im späten 19. Jahrhundert verließ die Handarbeit den häuslichen Bereich und hielt allmählich Einzug in die Kunst – zunächst in der Arts-and-Crafts-Bewegung, dann in den europäischen Avantgarden. Sie wurde vor allem von Künstlerinnen verwendet und inspirierte einen Großteil ihres künstlerischen Schaffens. Sophie Taeuber-Arp und Sonia Delaunay gehörten zu den Pionierinnen und setzten sie in ihren Werken ein. Dadurch verwischten sie nach und nach die Grenzen zwischen angewandter Kunst, Design und bildender Kunst. Auf diese Weise wurde das Textil von seiner utilitaristischen oder dekorativen Funktion befreit und zu einem eigenständigen künstlerischen Medium.

Stricken, Häkeln, Sticken als künstlerische Strategie

Kunstformen, bei denen Textilien verwendet werden, gibt es seit Jahrtausenden, genossen sie in der Kunstwelt nicht immer ein so hohes Ansehen. Das ist vor allem eine geschlechtsspezifische Angelegenheit. In der Vergangenheit wurden Textilien als „Frauenarbeit“ bezeichnet und als minderwertiger als Malerei und Bildhauerei abgetan. Ermutigt durch die feministische Bewegung, die sich für die Anerkennung der Kunst von Frauen einsetzt, finden Techniken wie Stricken, Häkeln, Nähen und Sticken erneut Zuspruch als künstlerische Praxis und Strategie.

Das Podiumsgespräch zum Thema „Die Lust am Faden: Textilien zwischen Tradition und Subversion“ findet am Freitag, 8. März, um 19 Uhr anlässlich des Weltfrauentags im Kulturzentrum Kesselhaus statt. Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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