Weil am Rhein Projekte zum Abschluss gebracht

Saskia Scherer

Im Geschäftsjahr 2021 hat die Städtische Wohnbau einen Jahresüberschuss von rund 621 000 Euro erzielt. Der Neubau an der August-Bauer-/Gustave-Fecht-Straße wurde fertiggestellt. Das Gesamtprojekt befindet sich innerhalb des gesteckten Kostenrahmens von 38,5 Millionen Euro, freute sich Geschäftsführer Andreas Heiler gestern beim Bilanzpressegespräch.Das sei eine tolle Leistung und verdiene ein Lob, sagte der weitere Geschäftsführer Rudolf Koger an Heiler gerichtet. Schließlich sei es fünf Jahre her, dass mit der Planung für das Großprojekt begonnen wurde. Dass die prognostizierten Kosten eingehalten wurden, sei daneben der Firma Mayer Bährle zu verdanken aufgrund deren guten Projektmanagements. Für die Gustave-Fecht-Straße 25 und 27 wurden 2021 mehr als 17,1 Millionen Euro abgerechnet. Neben der Fertigstellung des Neubaus lag der Fokus auf der Modernisierung und Instandhaltung des Gebäudebestands der Gesellschaft. Außerdem wurde die Umbaumaßnahme der Wohnbau-Geschäftsstelle in der Hauptstraße 400 abgeschlossen.

Neubau

Im Ortsteil Otterbach wurden im vergangenen Jahr der Keller und die Bodenplatte des Neubauvorhabens an der Nonnenholzstraße fertiggestellt, vor Weihnachten wurden die ersten zehn Module der Holzmodulhäuser aufgestellt. Ab Mai dieses Jahres wurden die Wohnungen bezogen, der letzte Einzug folgte am 1. August, berichtete Heiler.

Sanieren/modernisieren

Im Gebäude Breslauer Straße 25 wurde eine umfangreiche Sanierung des Treppenhauses und der Flure nach heutigen Brandschutzvorschriften vorgenommen (Kosten: 1,2 Millionen Euro). „Es ist schön geworden“, meinte Aufsichtsratsvorsitzender Martin Gruner. Es wurden auch neue Sitzmöglichkeiten zum Treffen auf den Hauptgeschossen hinter neuen Brandschutztüren geschaffen. Die Räume würden nun anders genutzt, beispielsweise gibt es einen Aktivitätsraum. Verweilt werden kann neuerdings auch auf den verschiedenen Treppenzwischengeschossen, dort wurden Bänke angebracht.

Umfangreiche Wohnungsmodernisierungen in diversen Gebäuden (zwölf Wohnungen) und die Büroerweiterung in der Hauptstraße 400 schlugen mit 722 000 Euro zu Buche.

Neuvermietungen

117 neue Mietverträge wurden mit der Wohnbau im vergangenen Jahr geschlossen. Es handelt sich um 55 Erstvermietungen in der Gustave-Fecht-Straße 25 und 27 – inklusive fünf Gewerbemietern – sowie 62 Mietverträgen in anderen Wohnanlagen, davon 15 Neuvermietungen in einer Seniorenwohnung. Die Mieterlöse sind durch Neubau und Erstvermietung um 646 000 Euro gestiegen, berichtete Heiler.

Im Bestand der Gesellschaft befanden sich zum 31. Dezember 2021 insgesamt 1176 Wohnungen mit 82 269 Quadratmetern Wohnfläche, 34 gewerbliche Einheiten mit 6852 Quadratmetern Fläche (davon eine selbst genutzt), 589 Garagen/Tiefgaragenstellplätze, 225 Kfz-Abstellplätze/Carports und vier Stellplätze für Elektrorollstühle.

Anstehende Projekte

Beim Gebäude Bühlstraße 19 wird das Dach aufgestockt, auf diese Weise entstehen zwei neue Wohnungen. Baubeginn war im Juli, der Dachstuhl soll im Oktober stehen. „Ein Richtfest ist für Anfang November geplant“, kündigte Heiler an. Für die Fertigstellung wird April 2023 anvisiert, Mietbeginn soll im Mai/Juni sein.

Beim den Holzmodulhäusern in Otterbach laufen aktuell Arbeiten an den Außenanlagen.

Nachfrage nach Wohnungen weiterhin hoch

Der Boom am deutschen Immobilienmarkt kühlt aufgrund gestiegener Zinsen ab – die Städtische Wohnbau spürt dies aber nicht, berichtete Geschäftsführer Andreas Heiler. „Das betrifft eher den Bereich Eigentum“, so die Wahrnehmung des weiteren Geschäftsführers Rudolf Koger. „Es fehlen nach wie vor Wohnungen“, ergänzte Aufsichtsratsvorsitzender Martin Gruner. „Für unser Segment ist es gerade andersherum“, erklärte Heiler außerdem. „Wer nicht in Eigentum ziehen kann, sucht etwas Bezahlbares.“ Die Nachfrage sei bei der Wohnbau genauso hoch wie vorher.

Von Handwerkern habe er allerdings zum Teil gehört, dass Bauträger Projekte vorerst auf Eis legen. Auch die ausgelaufene KfW-Förderung spiele eine Rolle.

Wohnungsmiete im Schnitt bei 6,87 pro Quadratmeter

Die durchschnittliche Kaltmiete (nur Wohnungen) lag bei der Wohnbau im Jahr 2021 bei 6,87 Euro pro Quadratmeter. Bei 47,4 Prozent (574) der Wohnungen lag die Kaltmiete unter diesem Schnitt. Bei den neuen Wohnungen an der Gustave-Fecht-Straße und der Nonnenholzstraße liegt die durchschnittliche Kaltmiete bei elf Euro pro Quadratmeter. In Weil allgemein liege die Durchschnittsmiete bei mehr als 13 Euro, wusste Geschäftsführer Rudolf Koger zu berichten. Es gelte zudem, sich nicht nur an der Miete zu orientieren. Die Wohnungsgrößen seien so konzipiert, dass die Miete finanzierbar sei. „Wir haben für jedes Klientel ein Angebot.“ Aufsichtsratsvorsitzender Martin Gruner wies auf eine Baukostensteigerung von mehr als 17 Prozent zwischen Mai 2021 und Mai 2022 hin. „Das wird sich zwangsläufig auswirken.“ Stärker ins Gewicht fallen würden jedoch die Nebenkosten, meinte Geschäftsführer Andreas Heiler. Im Neubau seien diese niedriger.

Zahlen (in Euro)

Bilanzsumme: 98 Millionen (plus 9,9 Millionen)

Grundstücke mit Wohnbauten: 87,2 Millionen (plus 17 Millionen)

Anlagen im Bau: vier Millionen (minus 8,4 Millionen)

Eigenkapital: 25,2 Millionen (plus 621 000)

Verbindlichkeiten: 72,6 Millionen (plus 9,3 Millionen)

Umsatzerlöse: 9,6 Millionen (plus 715 000)

Instandhaltungskosten: 1,5 Millionen (plus 145 000)

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