Weil am Rhein Rückerstattung, aber auch Preiserhöhung

Der Wasserverbrauch der Einwohner ist nicht signifikant gestiegen. Foto: Ingmar Lorenz

Weil am Rhein (ilz). Etwa 120 000 Euro kann an die Verbandsgemeinden des Wasserverbands Südliches Markgräflerland zurückerstattet werden. Dies gab Erster Bürgermeister Rudolf Koger im Zuge der Vorstellung des Jahresabschlusses 2020 des Wasserverbands in der Sitzung des Finanzausschusses bekannt. Der Grund dafür ist nicht zuletzt, dass die geplanten Baumaßnahmen am Hochbehälter Rümmingen nicht umgesetzt wurden. Auch das Anlagevermögen habe sich leicht erhöht, so Koger.

Zugleich aber betonte der Erste Bürgermeister, dass mittelfristig umfassende Investitionen nötig seien. „Große Aufgaben stehen bevor“, so Koger. Die Strukturanalyse eines Fachbüros habe den Bedarf der kommenden fünf bis 15 Jahre untersucht und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass voraussichtlich mehr als sieben Millionen Euro in die Erschließung neuer Ressourcen und in die Optimierung des Netzes investiert werden müssen. Darüber hinaus sei für die Maßnahmen im Bestand mit 5,7 Millionen Euro zu rechnen. Denn es gelte, den Bestand in Schuss zu halten, aber auch bei der Wassergewinnung neue Möglichkeiten zu erschließen – Stichwort Tiefbrunnen Efringen-Kirchen.

Matthias Dirrigl (SPD) hob beim Blick auf den Jahresabschluss positiv hervor, dass der Wasserverlust erfreulicherweise sehr gering sei. Dies, so Erster Bürgermeister Koger, sei dem guten Zustand des Leitungsnetzes geschuldet.

Martin Fischer (Grüne) richtete den Blick auf die Entwicklung des Wasserverbrauchs – gerade auch in Zeiten, in den vermehrt im Home-Office gearbeitet wurde. Insgesamt hat der Wasserverband zwar mehr Wasser an die Mitgliedsgemeinden verkauft, der Verbrauch je Einwohner ist aber relativ konstant geblieben. Dies sei, so Koger, eine zwiespältige Angelegenheit. Anreize, den Wasserverbrauch zu senken, seien im Allgemeinen durchaus positiv zu bewerten, zugleich aber habe der Verkauf des Wassers für den Verband in finanzieller Hinsicht eine große Bedeutung. Wie OB Wolfgang Dietz ergänzte, hätten technische Neuerungen dazu beigetragen, dass der Wasserverbrauch in vielen Bereichen bereits zurückgegangen sei. „Ich glaube, dass wir an einem gewissen Grundsockel angekommen sind.“

Bezugsumlage steigt

Mit Blick auf den Wirtschaftsplan 2022 des Wasserverbands legte Koger dar, dass sich die Wasserbezugsumlage von 64 auf 66 Cent pro Kubikmeter erhöhen wird. Der Grund für die Preisersteigerung seien höhere betriebliche Aufwendungen. Auch die Anforderungen in Sachen Personal steigen. „Wir brauchen einen Elektriker“, erklärte Koger.

Neben dem Tiefbrunnen Efringen-Kirchen stehen die Arbeiten am Hochbehälter Rümmingen weiterhin auf der Agenda. Für letztere seien bereits Zuschüsse gewährt worden, der entsprechende Bescheid für den Tiefbrunnen Efringen-Kirchen soll in Kürze vorliegen.

Jürgen Valley (SPD) stellte die Frage nach der Wasserqualität beim geplanten Tiefbrunnen Efringen-Kirchen. Wie Koger erklärte, führe man Bohrungen durch, um die Werte zur Qualität, aber auch zur Wassermenge zu ermitteln. Eine einwandfreie Wasserqualität könne aber auch durch die Anpassung der Mischverhältnisse stets gewährleistet werden.

Thomas Harms (FDP) wies in diesem Zusammenhang darauf hin, das Schweizer Projekt WieseVital im Blick zu behalten. Hintergrund ist die Befürchtung, dass die Renaturierung des Flusses sich negativ auf das hiesige Grundwasser auswirken könnte. OB Wolfgang Dietz versicherte, dass man diesbezüglich weiterhin im Austausch mit den zuständigen Stellen im Nachbarland sei.

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